Die Aufnahmeprüfung gliedert sich in folgende Prüfungsteile:
A) Hauptinstrument
B) Allgemeine Prüfung
C) Klavier Pflichtfach (wenn nicht Hauptinstrument)
D) Gesang Pflichtfach (wenn nicht Hauptinstrument)
E) Schulpraktisches Klavierspiel
F) Musikalische Gruppenleitung
A. Hauptinstrument
Die unten näher beschriebenen Anforderungen für die Instrumentalprüfungen beziehen sich – falls andere Angaben fehlen – auf die vier Epochen Barock, Klassik, Romantik/Impressionismus und Moderne. Die in Klammern genannten Werktitel sind Beispiele, die den erwarteten
technischen bzw. musikalischen Schwierigkeitsgrad verdeutlichen sollen.
Klavier:
Vier Sätze aus Werken unterschiedlicher Epochen oder Stilistiken.
Zusätzlich ist ein technisch leichtes Stück vom Blatt zu spielen.
Orgel:
Ein freies Werk von J. S. Bach (z.B. Präludium/Fantasie/Toccata und Fuge);
je ein Werk aus zwei der folgenden Kategorien:
• Vorbachscher Meister (z.B. ein Präludium oder eine Toccata von Buxtehude);
• Romantik (z.B. eine Sonate von Mendelssohn, ein Choral von Franck, ein mittelschweres freies Werk von Reger);
• 20./21. Jahrhundert (z.B. eine Sonate von Hindemith, ein Satz aus einem Zyklus von Messiaen).
Akkordeon:
Vier Sätze aus Werken unterschiedlicher Epochen oder Stilistiken.
Gesang:
Vier bis sechs Lieder und Arien, davon mindestens je ein Werk aus den vier folgenden Stilbereichen: bis einschl. J. S. Bach, von Haydn bis Schubert, von Schumann bis Debussy/Strauß und aus dem 20./21. Jahrhundert (auch Jazz, Pop, Musical möglich); zusätzlich ein
leichtes Stück vom Blatt. Das vorbereitete Programm ist auswendig vorzutragen.
Violine:
Drei Sätze aus Werken verschiedener Epochen; eine Etüde
Viola:
Drei Sätze aus Werken verschiedener Epochen; eine Etüde
Violoncello:
Drei Sätze aus Werken verschiedener Epochen; eine Etüde
Kontrabass:
Tonleitern und Dreiklang über zwei Oktaven. Eine Etüde aus F. Simandl Bd. 7, Storch-Hrabe oder vergleichbares; ein langsamer und ein schneller Satz einer Barocksonate (z.B. Marcello, de Fesch, o.ä.); ein erster Satz eines klassischen Konzertes (z.B. Capuzzi, Cimador o.ä.)
Blockflöte:
Eine Barocksonate (Altblockflöte), ein Werk aus dem 17. Jahrhundert (Sopranblockflöte) und ein Werk aus dem 20./ 21. Jahrhundert, alle nach freier Wahl.
Querflöte:
Drei Werke aus jeweils verschiedenen Stilepochen, darunter ein Werk aus dem 20./21. Jahrhundert
Oboe:
Drei Werke aus jeweils verschiedenen Stilepochen, darunter ein Werk aus dem 20./21. Jahrhundert
Klarinette:
Drei Werke aus jeweils verschiedenen Stilepochen, darunter ein Werk aus dem 20./21. Jahrhundert
Fagott:
Drei Werke aus jeweils verschiedenen Stilepochen, darunter ein Werk aus dem 20./21. Jahrhundert
Horn:
Drei Werke aus jeweils verschiedenen Stilepochen, darunter ein Werk aus dem 20./21. Jahrhundert
Trompete:
Enthalten müssen sein:
• ein Originalwerk für Trompete aus dem 20./21. Jahrhundert
• ein weiteres Werk, das sich davon eindeutig stilistisch unterscheidet
• ein Werk für Trompete solo oder eine Solo-Etüde (z.B. aus Arban, 14 Studien, oder Charlier)
Mindestspieldauer 10-15 Minuten
Posaune / Euphonium:
Drei Werke aus unterschiedlichen Stilepochen (langsame und schnelle Sätze), davon ein Werk aus dem 20./21. Jahrhundert
Gitarre:
Drei Werke, davon je eins aus Renaissance / Barock, Klassik und Romantik / Moderne
Schlagzeug:
Kleine Trommel: ein Stück oder eine Etüde
Pauke: ein Stück oder eine Etüde
Mallets (Marimba oder Vibraphon): ein Vortragsstück
Cembalo:
Drei Werke aus drei verschiedenen Epochen bzw. Stilrichtungen, darunter eins von J. S. Bach
Harfe:
Zwei Etüden (Bochsa, Thomas, Posse), ein Literaturstück
Saxophon:
Drei Werke freier Wahl, etwa im Schwierigkeitsgrad von Jolivet: Fantaisie-Impromptu oder Muczynski: Concerto für Alt-Saxophon. 1 bis 2 Stücke können aus dem Bereich Jazz stammen.
Schulpraktisches Klavierspiel:
Prüfungsdauer: 20 Minuten
1) Vorbereitetes Liedspiel
Künstlerischer Vortrag dreier eigenständig arrangierter und selbst gesungener Lieder/Songs, die eine möglichst große stilistische Vielfalt (Volkslied/internationale Folklore, Pop, Rock, Jazz, Latin, Gospel etc.) aufweisen, in sich stilistisch jedoch homogen sind. Alle drei Titel sind
mit Vorspiel sowie Melodiespiel (Melodie mitgespielt) und Liedbegleitspiel (Melodie nicht mitgespielt) in zwei Tonarten (ggf. mittels stiltypischer Modulation um maximal einen Ganzton) darzustellen.
2) Klausurstück (Vorbereitungszeit 30 Minuten)
Solistischer Vortrag eines kurz vorbereiteten Lieds/Songs aus einem Schulliederbuch inklusive Vor-, Zwischen- und Nachspiel unter Einsatz der eigenen Singstimme. Die Noten liegen am Prüfungstag im Sekretariat zur Abholung bereit.
3) Ad-hoc-Aufgaben:
• Patternspiel nach gegebener Akkordfolge
• eine Improvisation nach vorgegebenem Impuls (Akkordfolge, kurze Tonreihe, Text, Bild).
Wie bei den Liedern/Songs kann die Stilistik der Improvisation (Jazz/Rock/Pop, klassisch gebundene Improvisation, freie Improvisation) frei gewählt werden.
Jazz-Gesang:
Vortrag zweier Stücke unterschiedlicher Stilistik, davon eines mit Improvisation.
Eine Rhythmusgruppe wird gestellt.
Jazz-Schlagzeug
Vortrag zweier Stücke unterschiedlicher Stilistik mit Soloimprovisation bzw. Tradings (z.B. "4er").
Solovortrag eines Werkes nach notierter Vorlage (Snare oder Mallets oder Drumset Transkription)
Eine Rhythmusgruppe wird gestellt.
Andere Jazz-Instrumente:
Vortrag zweier Stücke unterschiedlicher Stilistik mit Improvisation.
Ein Rhythmusgruppe oder Klavierbegleitung wird gestellt.
B. Allgemeine Prüfung
Dieser Prüfungsteil besteht aus einer Klausur in Hörerziehung (30 Minuten) und einer Klausur in Musiktheorie (30 min.). Im Einzelnen wird gefordert:
a) Hörerziehung
- Bestimmen von Intervallen
- Bestimmen von Akkorden
- Melodiediktat tonal (ein- und zweistimmig)
- Rhythmusdiktat
b) Musiktheorie
- Kenntnis von metrischen Ordnungen und charakteristischen Kadenzbildungen.
- Bestimmen von Form- und Satztypen anhand von Literaturbeispielen (z.B. Sonate, Fuge, Atonalität).
- Vierstimmiges Aussetzen einer kurzen, unbezifferten Generalbassstimme.
- Zwei- oder mehrstimmige Bearbeitung einer gegebenen tonalen Melodie.
- Stilkunde: 3 Hörbeispiele (je 2 min.) sind bezüglich Besetzung – Gattung/ Form – Stil/Epoche – zu bestimmen. Eines der Beispiele ist Neue Musik.
C. Klavier Pflichtfach (entfällt, wenn Klavier oder Jazz-Klavier als Hauptinstrument gewählt wird)
Zwei Werke mittlerer Schwierigkeit aus verschiedenen Epochen.
Leichtes Vom-Blatt-Spiel.
Für Hauptinstrument Orgel bzw. Keyboard:
Vorspiel dreier Werke mittlerer Schwierigkeit aus verschiedenen Stilepochen (z.B. J. S. Bach: Dreistimmige Inventionen; J. Haydn: Sonate D-Dur; L. van Beethoven: Bagatellen; R. Schumann: Waldszenen; M. Reger: Albumblätter; B. Bartok: Mikrokosmos Band III oder IV).
Leichtes Vom-Blatt-Spiel.
D. Gesang Pflichtfach (entfällt, wenn Gesang oder Jazz-Gesang als Hauptinstrument gewählt wird)
Zwei Kunstlieder oder Arien aus verschiedenen Epochen. Zwei Volkslieder, jeweils mehrere Strophen, sind ohne Begleitung vorzusingen. Die Kunst- und Volkslieder sollen auswendig vorgetragen werden. Zusätzlich muss ein Stück vom Blatt vorgesungen werden.
Bereiten Sie bitte außerdem einen kurzen gesprochenen Text von ca. 1 min. Dauer vor, den Sie auswendig vortragen oder auch vom Blatt ablesen dürfen.
E. Schulpraktisches Klavierspiel (entfällt, wenn Schulpraktisches Klavierspiel als Hauptinstrument gewählt wird)
1. Liedbegleitung
Der Bewerber bringt je 2 selbstgewählte Lieder aus dem Bereich (internationales) Volkslied/Folklore und aus dem Bereich der populären Musik als Leadsheet (Melodie/Text plus ggf. Akkordsymbole) mit, wovon die Prüfungskommission je ein Lied bzw. einen Song auswählt.
(4 Exemplare).
Bewerber mit Klavier, Jazz-Klavier bzw. Orgel als Hauptinstrument bereiten mindestens eines der Lieder mit Vor- Zwischen- und Nachspiel vor und singen bei beiden Liedern selbst zu ihrer stilistisch je angemessenen Klavierbegleitung.
Für alle anderen Bewerber gilt: Die Lieder sollen vom Bewerber mit einer einfachen, aber stilistisch dennoch angemessenen Begleitung vorgetragen werden. Dabei soll mindestens abschnittsweise auch selbst mitgesungen werden.
2. Kadenzspiel
Für Bewerber mit Hauptinstrument Klavier, Jazz-Klavier bzw. Orgel:
Der Bewerber spielt eine erweiterte Kadenz in einer Tonart, die von der Prüfungskommission vorgegeben wird.
Für alle anderen Bewerber:
Der Bewerber spielt eine einfache Kadenz in der Tonart, die von der Prüfungskommission vorgegeben wird.
F. Musikalische Gruppenleitung
Für den Prüfungsteil „Musikalische Gruppenleitung“ suchen sich die Bewerber aus Schulbüchern zwei Titel (ein- oder mehrstimmige Lieder oder Kanon) aus. Von den gewählten Stücken sind 15 Kopien mitzubringen. Die Prüfungskommission bestimmt, welcher der Titel in
etwa 5 Minuten mit der Gruppe der Mitbewerber erarbeitet wird.
Ein reines Sprechstück oder ein rein rhythmisches Stück ist nicht zugelassen.
Hinweise zur Vorbereitung Ihrer Eignungsprüfung
1. Wahl der (Volks-)Lieder: Bitte wählen Sie für die Prüfung im Fach Gesang andere Lieder als für die Prüfung im Schulpraktischen Klavierspiel und noch einmal andere für die Musikalische Gruppenleitung.
2. Prüfungsprogramm: Bitte stellen Sie Ihr Programm für alle vorbereiteten Abschnitte der Prüfung auf einem Blatt übersichtlich zusammen und geben Sie dieses bei Ihrer ersten Prüfung an die Kommission weiter. Ihr Prüfungsprogramm ist danach Teil Ihrer Prüfungsunterlagen.