Das Auto Blubberbumm
Hannah Clauß: Das Kindermusical Das Auto Blubberbumm: Warum? Was verbindet sie damit?
„Das Auto Blubberbumm“, ein Kindermusical mit Wolfgang Dauner als musikalischem Leiter und Texten von Dieter Süverküp, ist für mich untrennbar mit meiner Kindheit verbunden. Es vereint freien Jazz, elektronische Klänge und Rock miteinander − ganz nach Dauner-Manier.
Mein Vater, der professionell als Künstler und Jazz-Schlagzeuger arbeitet, hat uns, meiner Schwester und mir, natürlich eine musikalische Früherziehung zuteilwerden lassen. Darunter befanden sich selbstverständlich klassische Werke wie „Peter und der Wolf“ von Sergej Prokofjew, aber auch Kinder-Klassiker wie „Das Auto Blubberbumm“, das in unserer sozialistisch-musikalischen Erziehung im frühkindlichen Alter auf keinen Fall fehlen durfte. So sehe ich heute noch, wie meine Eltern, meine Schwester und ich gemeinsam im Wohnzimmer oder der Küche lautstark die Texte von Süverküp aus meinen Lieblings-Liedern „Fließband“ und „Arie des Herrn von Rotz“ mitsingen.
Natürlich lagen wir beim „Auto Blubberbumm“ nicht ruhig auf dem Teppich oder Sofa, sondern sprangen wie verrückt durchs Haus und bewegten uns zur Musik. Die Klänge von Dauner hallten jedoch nicht nur in meiner Kindheit in den 80er- und 90er-Jahren durch Kopf und Gebäude. Auch eine Generation später sausten meine Nichte und mein Neffe gemeinsam mit den Kindern aus dem Musical und ihrem „Auto Blubberbumm“ singend und grölend durch das Haus ihrer Großeltern. Drei Generationen sangen und tanzten zu Dauner und Süverküp. Auch wenn das Kindermusical 1976 erschien und sehr zeittypisch von Klassenkampf und demokratischer Mitbestimmung handelt, haben die Themen Arbeit, Produktion, Streik und Fabrikumgestaltung auch heute kaum etwas von ihrer Aktualität eingebüßt.


















