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Free Mascha - now!
Alumna, Kollegin und belarusische Oppositionspolitikerin
Zur Erinnerung an Mariya Kalesnikava
Am Do, 5. Dezember 2024 um 17 Uhr findet in der HMDK eine künstlerische Veranstaltung zur Erinnerung an die Inhaftierung unserer Alumna, Kollegin und belarusischen Oppositionspolitikerin Mariya Kalesnikava statt. Wir tun das, was wir als Künstlerinnen und Künstler tun können: mit künstlerischen Mitteln aufmerksam machen auf die willkürliche Verletzung der Menschenrechte, der Maria Kalesnikava in Isolationshaft ausgesetzt ist.
Nikola Lutz, Professorin für Saxofon an der HMDK und Kollegin Kalesnikavas im Stuttgarter Kollektiv für aktuelle Musik e.V., setzt sich seit Kalesnikavas Verhaftung kontinuierlich in Kunstaktionen für sie ein. Mit den Projekten „freemascha.org“, „mem.cont.act“ und „zek“ hält sie die Erinnerung an Kalesnikava wach. Die HMDK Stuttgart hat nun zwei Vitrinen von Prof.in Nikola Lutz gestalten lassen, die in den Räumlichkeiten der HMDK Kalesnikavas Schicksal repräsentieren und nachfolgenden Generationen zur Kenntnis bringt.
Es wird eine Installation vorgestellt, die auch unseren Studierenden eine interaktive Auseinandersetzung mit Maria Kalesnikava, ihrem Mut und ihrem Schicksal ermöglicht und während der interdisziplinären Projektwoche mit der ABK Stuttgart unter der Leitung von Prof.in Nikola Lutz und Prof.in Britta Wirthmüller künstlerisch erarbeitet wird. Auch die schon existente Unterschriftenpetition „Freiheit für Maria Kalesnikava #FreeMaria“, die bereits mehr als 56.000 Unterschriften zählt, wird wieder ins Zentrum der Wahrnehmung gerückt.
Zur Eröffnung der Ausstellung wird Nikola Lutz zusammen mit den chilenischen Musikern Lukax Santana und César Bernal Auszüge aus dem Programm „zek #3“ präsentieren, das sich mit Texten Maxim Znaks auseinandersetzt, der als Anwalt Kalesnikavas ebenfalls zu 12 Jahren Haft verurteilt wurde.
ZUM HINTERGRUND
Seit September 2020 befindet sich Mariya (genannt: Mascha) Kalesnikava, Flötistin und Alumna der HMDK Stuttgart als politische Gefangene in belarusischen Haftanstalten. Seit mehr als anderthalb Jahren wird sie konsequent von jedem Kontakt nach außen abgeschnitten. Die Methoden der Schikanierungspraxis, die in belarusischen Gefängnissen üblich ist, umfassen beispielsweise willkürliche Strafen, Hunger, Kälte, Hitze, den Entzug jeglichen Zugangs zu Kontakt und eigenen Ressourcen. Wir wissen durch den persönlichen Kontakt von Prof.in Lutz mit Mariyas Schwester Tatsiana Khomich, dass politische Gefangene bis zu 50 Tage in eiskalte Zellen mit nur 5 persönlichen Gegenständen ge-sperrt werden. Zudem ist bekannt, dass Mariya Kalesnikava an einem Magengeschwür leidet. Sie kann noch nicht einmal das essen, was ihr angeboten wird. 45 kg soll sie noch wiegen, für eine Frau von 175 cm Körpergröße viel zu wenig. In einer Videobotschaft vom 6. September 2024 teilt Tatsiana Khomich Nikola Lutz mit, dass Mariya lediglich das Recht hat, für 10-20 Euro im Monat zusätzliches Essen im Gefängnisladen zu kaufen. Da sie nicht über einen Kühlschrank verfügt, kann sie dies nur für getrocknetes Essen nutzen. Mindestens einmal im Quartal wird sie für ca. 10 Tage in eine Strafzelle geworfen, wo es nur ein Loch im Boden anstelle einer Toilette gibt. Zwischen 8 und 8:30 Uhr morgens, wenn die Sonne noch nicht hoch genug steht um dort ein paar wärmende Strahlen hinschicken zu können, wird sie in einen sogenannten Hof gebracht, der lediglich 2 qm Platz bietet und überglast ist, obwohl es auch Höfe gäbe, in denen sie einmal frische Luft atmen könnte. Einige Male wurde sie in ärztliche Behandlung gegeben inklusive dem städtischen Krankenhaus. Um sie bereits vor erfolgter Genesung zurück ins Gefängnis überführen zu können, wird das Kriegsrecht in der ganzen Kolonie ausgerufen, erfahren wir von Khomich. Ebenso berichtet sie davon, dass an Mariya gerichtete Briefe vor deren Augen zerrissen wurden.
Am 12. November 2024 durfte Mariya ihren Vater sehen und wir erhielten auf diese Weise ein sicheres Lebenszeichen von ihr. Wir begrüßen es außerordentlich, dass dieses Treffen ermöglicht wurde. Es darf aber keinesfalls als Entwarnung über die Bedrohlichkeit ihrer Lage missverstanden werden. Mariya Kalesnikava hat weitere 7 Jahre Haft unter schwierigsten Bedingungen vor sich. Es ist nicht hinzunehmen, dass sie auf diese Weise behandelt wird. Einzig ihre sofortige Haftentlassung kann als angemessene Maßnahme angesehen werden.
Wir fordern daher von Politikern unseres Landes, unserem Anliegen im Rahmen ihrer Möglichkeiten Nachdruck zu verleihen, sich an die belarusische Regierung mit einem Amnestiegesuch zu wenden und die Situation auf politischer Ebene erneut öffentlich zu diskutieren.
Nikola Lutz, Professorin für Saxofon an der HMDK und Kollegin Kalesnikavas im Stuttgarter Kollektiv für aktuelle Musik e.V., setzt sich seit Kalesnikavas Verhaftung kontinuierlich in Kunstaktionen für sie ein. Mit den Projekten „freemascha.org“, „mem.cont.act“ und „zek“ hält sie die Erinnerung an Kalesnikava wach. Die HMDK Stuttgart hat nun zwei Vitrinen von Prof.in Nikola Lutz gestalten lassen, die in den Räumlichkeiten der HMDK Kalesnikavas Schicksal repräsentieren und nachfolgenden Generationen zur Kenntnis bringt.
Es wird eine Installation vorgestellt, die auch unseren Studierenden eine interaktive Auseinandersetzung mit Maria Kalesnikava, ihrem Mut und ihrem Schicksal ermöglicht und während der interdisziplinären Projektwoche mit der ABK Stuttgart unter der Leitung von Prof.in Nikola Lutz und Prof.in Britta Wirthmüller künstlerisch erarbeitet wird. Auch die schon existente Unterschriftenpetition „Freiheit für Maria Kalesnikava #FreeMaria“, die bereits mehr als 56.000 Unterschriften zählt, wird wieder ins Zentrum der Wahrnehmung gerückt.
Zur Eröffnung der Ausstellung wird Nikola Lutz zusammen mit den chilenischen Musikern Lukax Santana und César Bernal Auszüge aus dem Programm „zek #3“ präsentieren, das sich mit Texten Maxim Znaks auseinandersetzt, der als Anwalt Kalesnikavas ebenfalls zu 12 Jahren Haft verurteilt wurde.
ZUM HINTERGRUND
Seit September 2020 befindet sich Mariya (genannt: Mascha) Kalesnikava, Flötistin und Alumna der HMDK Stuttgart als politische Gefangene in belarusischen Haftanstalten. Seit mehr als anderthalb Jahren wird sie konsequent von jedem Kontakt nach außen abgeschnitten. Die Methoden der Schikanierungspraxis, die in belarusischen Gefängnissen üblich ist, umfassen beispielsweise willkürliche Strafen, Hunger, Kälte, Hitze, den Entzug jeglichen Zugangs zu Kontakt und eigenen Ressourcen. Wir wissen durch den persönlichen Kontakt von Prof.in Lutz mit Mariyas Schwester Tatsiana Khomich, dass politische Gefangene bis zu 50 Tage in eiskalte Zellen mit nur 5 persönlichen Gegenständen ge-sperrt werden. Zudem ist bekannt, dass Mariya Kalesnikava an einem Magengeschwür leidet. Sie kann noch nicht einmal das essen, was ihr angeboten wird. 45 kg soll sie noch wiegen, für eine Frau von 175 cm Körpergröße viel zu wenig. In einer Videobotschaft vom 6. September 2024 teilt Tatsiana Khomich Nikola Lutz mit, dass Mariya lediglich das Recht hat, für 10-20 Euro im Monat zusätzliches Essen im Gefängnisladen zu kaufen. Da sie nicht über einen Kühlschrank verfügt, kann sie dies nur für getrocknetes Essen nutzen. Mindestens einmal im Quartal wird sie für ca. 10 Tage in eine Strafzelle geworfen, wo es nur ein Loch im Boden anstelle einer Toilette gibt. Zwischen 8 und 8:30 Uhr morgens, wenn die Sonne noch nicht hoch genug steht um dort ein paar wärmende Strahlen hinschicken zu können, wird sie in einen sogenannten Hof gebracht, der lediglich 2 qm Platz bietet und überglast ist, obwohl es auch Höfe gäbe, in denen sie einmal frische Luft atmen könnte. Einige Male wurde sie in ärztliche Behandlung gegeben inklusive dem städtischen Krankenhaus. Um sie bereits vor erfolgter Genesung zurück ins Gefängnis überführen zu können, wird das Kriegsrecht in der ganzen Kolonie ausgerufen, erfahren wir von Khomich. Ebenso berichtet sie davon, dass an Mariya gerichtete Briefe vor deren Augen zerrissen wurden.
Am 12. November 2024 durfte Mariya ihren Vater sehen und wir erhielten auf diese Weise ein sicheres Lebenszeichen von ihr. Wir begrüßen es außerordentlich, dass dieses Treffen ermöglicht wurde. Es darf aber keinesfalls als Entwarnung über die Bedrohlichkeit ihrer Lage missverstanden werden. Mariya Kalesnikava hat weitere 7 Jahre Haft unter schwierigsten Bedingungen vor sich. Es ist nicht hinzunehmen, dass sie auf diese Weise behandelt wird. Einzig ihre sofortige Haftentlassung kann als angemessene Maßnahme angesehen werden.
Wir fordern daher von Politikern unseres Landes, unserem Anliegen im Rahmen ihrer Möglichkeiten Nachdruck zu verleihen, sich an die belarusische Regierung mit einem Amnestiegesuch zu wenden und die Situation auf politischer Ebene erneut öffentlich zu diskutieren.



















