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Klare Haltung gegen Macht­miss­brauch!

RektoratGleichstellungsbeauftragte

Am Dienstag, 19.5.2026 sendete die ARD in der Reihe „report mainz“ die Reportage „Macht_Spiel“ zum Thema Machtmissbrauch an Musikhochschulen. Die Rektor*innenkonferenz der deutschen Musikhochschulen (RKM) nimmt die Rechercheergebnisse tief betroffen zur Kenntnis. Gleichzeitig dankt die RKM allen Betroffenen für ihren Mut, über das von ihnen an Musikhochschulen erfahrene Leid öffentlich zu sprechen.

Für die RKM sind die Recherchen von report mainz gleichzeitig eine Bestätigung für den eingeschlagenen Weg: Die Musikhochschulen stellen sich seit zehn Jahren gemeinsam und systematisch der Aufgabe, Ursachen von Machtmissbrauch zu erkennen, Strukturen weiterzuentwickeln und so nicht nur exzellente, sondern auch sichere Studienbedingungen zu gestalten.

Durch die aktuell laufende wissenschaftliche Studie zu Machtmissbrauch an deutschen Musikhochschulen, die von dem unabhängigen Forschungsinstitut IPP München umgesetzt wird, werden erstmals flächendeckende belastbare Erkenntnisse über Ausmaß und Erscheinungsformen von Machtmissbrauch an den deutschen Musikhochschulen vorliegen. Die Ergebnisse werden im Frühjahr 2027 veröffentlicht.

Prof. Christian Fischer, Vorstandsvorsitzender der RKM sagt dazu: „Die RKM möchte, stellvertretend für alle Musikhochschulen, klarstellen: Jeder Fall von Machtmissbrauch ist ein Fall zu viel. Dass Menschen an unseren Hochschulen Leid erfahren, macht uns zutiefst betroffen. Umso dankbarer sind wir dafür, dass Betroffene den Mut aufbringen, von ihren Erfahrungen zu berichten! Nur so können wir Missstände korrigieren, unsere Strukturen weiterentwickeln und alle Hochschulangehörigen unterstützen, die dieses Leid erfahren.

Die deutschen Musikhochschulen sind Orte der Vielfalt und der international angesehenen Spitzenförderung. Daher gehen wir den Weg gegen jede Form von Machtmissbrauch, den wir seit 2016 eingeschlagen haben, entschieden weiter. Wir stellen uns dabei den Herausforderungen, die dieser Weg mit sich bringt. Wir werden entschlossen daran arbeiten, möglichst sichere Rahmenbedingungen an unseren Häusern herzustellen. Mit dieser Maßgabe gehen wir nun die nächsten Schritte.“

Bundesweite Studie zu Erscheinungsformen und Prävention von Machtmissbrauch an den deutschen Musikhochschulen
Auf Beschluss der RKM vom Januar 2025 wird aktuell eine bundesweite wissenschaftliche Studie zu Erscheinungsformen und Prävention von Machtmissbrauch an den deutschen Musikhochschulen durchgeführt. Das unabhängige Forschungsinstitut IPP München befragt dabei alle Studierenden und Lehrenden an den teilnehmenden 22 Musikhochschulen zu ihren Erfahrungen mit Machtmissbrauch, sexualisierter Gewalt und Diskriminierung. Ziel der Studie ist es, erstmals flächendeckende belastbare Erkenntnisse über Ausmaß und Erscheinungsformen von Machtmissbrauch an den deutschen Musikhochschulen zu gewinnen. Dabei sollen auch strukturelle Besonderheiten an den Musikhochschulen betrachtet und die Wirksamkeit bereits bestehender Präventions- und Sanktionsmaßnahmen der Hochschulen überprüft werden. Die Ergebnisse werden im Frühjahr 2027 veröffentlicht.

Einzel- und Kleingruppenunterricht als Kern des künstlerischen Studiums
Eine Besonderheit eines künstlerischen oder künstlerisch-pädagogischen Studiums ist der große Anteil an Einzel- und Kleingruppenunterricht. Diese Unterrichtsform ist Kern unserer Studienangebote und ein wesentliches Qualitätsmerkmal für die Ausbildung an Musikhochschulen.

Dies erfordert einen besonders sensiblen Umgang miteinander und eine stetige Reflexion des eigenen Handelns insbesondere durch die Lehrenden. Für die RKM ist klar, dass ein fairer und respektvoller Umgang Voraussetzung für ein gelingendes Hochschulleben ist, in der das künstlerische, pädagogische und wissenschaftliche Potential frei von Machtmissbrauchs- oder Diskriminierungserfahrungen entfaltet werden kann.

Kontinuierliches Engagement gegen Machtmissbrauch
Die deutschen Musikhochschulen engagieren sich seit 2016 gegen Machtmissbrauch. 2016 richtete die RKM eine AG sexualisierte Diskriminierung und Machtmissbrauch ein. Diese AG erarbeitete Empfehlungen für die kontinuierliche Umsetzung von Maßnahmen zum Schutz vor sexueller Diskriminierung und Gewalt, auch unter Berücksichtigung des Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetzes (AGG).

Im Jahr 2019 wurde die Handlungsempfehlung „Guter Umgang im Studierenden-Lehrenden-Verhältnis, insbesondere in Lehr- und Prüfungssituationen / Prävention von Machtmissbrauch“ auf der Sommerkonferenz in Nürnberg verabschiedet. 2020 stellte die AG darüber hinaus in einer Tool-Box allen Mitgliedshochschulen Empfehlungen für verschiedene präventive Maßnahmen zur Verfügung.

Seit 2023 besteht ein regelmäßiger Dialog zwischen der RKM und der studentischen Initiative gegen Machtmissbrauch, in der ein großer Teil der Hochschulen für Musik im deutschsprachigen Raum vertreten sind.

Im Rahmen der Sommerkonferenz 2024 stellten sich die in der RKM versammelten Hochschulleitungen mit einem gemeinsamen Positionspapier deutlich gegen Machtmissbrauch an den deutschen Musikhochschulen. Als Anlage zu diesem Papier wurden weitere Handlungsempfehlungen beschlossen und die Tool-Box erweitert.

Im Januar 2025 beschloss die RKM die Erarbeitung und Durchführung einer bundesweiten Studie zu Erscheinungsformen und Prävention von Machtmissbrauch an den deutschen Musikhochschulen.

Aufgrund des Beschlusses an der RKM-Sommerkonferenz 2025 veranstalteten die Hochschulen einen bundesweiten gemeinsamen Aktionstag am 27. November 2025 „KUNST.MACHT.MENSCHLICHKEIT.“ als klares Zeichen gegen Diskriminierung und Machtmissbrauch.

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