Bundesweite Studie zu Machtmissbrauch an Musikhochschulen gestartet
Die Rektorenkonferenz der deutschen Musikhochschulen (RKM) hat im Jahr 2025 die Durchführung einer hochschulübergreifenden Studie zu Erscheinungsformen von Machtmissbrauch beschlossen. Ziel ist es, erstmals umfassende und belastbare Erkenntnisse über Ausmaß und Struktur dieses Problems an deutschen Musikhochschulen zu gewinnen.
Onlinebefragung im Mai 2026
Im Rahmen der Studie findet vom 4. bis zum 31. Mai 2026 eine bundesweite Onlinebefragung statt. Teilnehmen können Studierende und Lehrende an insgesamt 22 beteiligten Musikhochschulen. Die Teilnahme erfolgt über einen individuellen Link mit TAN, der von der HMDK Stuttgart bereitgestellt wird. Die Befragung ist vollständig anonym, sodass keine Rückschlüsse auf einzelne Personen möglich sind. Es ist sicher gewährleistet, dass weder das IPP München noch die HMDK Ihre Antworten mit Ihrer Person verbinden können.
Durchführung und Förderung
Die Studie wird vom Institut für Praxisforschung und Projektberatung (IPP) in München als externem und unabhängigem Partner durchgeführt. Gefördert wird das Projekt durch das Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR). Neben der quantitativen Onlinebefragung sind auch qualitative Fallstudien vorgesehen.
Freiwillige Teilnahme – breite Mitwirkung erwünscht
Die Teilnahme an der Umfrage ist freiwillig. Dennoch rufen die Initiatoren ausdrücklich dazu auf, den Fragebogen auszufüllen und auch andere zur Teilnahme zu motivieren. Die Ergebnisse der Studie sollen voraussichtlich im Frühjahr 2027 veröffentlicht werden.
Fokus auf Strukturen und Prävention
Die Untersuchung richtet sich insbesondere auf strukturelle Besonderheiten von Musikhochschulen, etwa im künstlerischen Einzel- oder Kleingruppenunterricht. Analysiert werden sollen mögliche Risiken und Schutzfaktoren sowie die Wirksamkeit bestehender Präventions- und Sanktionsmaßnahmen. Dabei werden auch die Handlungsempfehlungen der RKM aus dem Jahr 2024 einbezogen. Darüber hinaus sollen qualitative Erkenntnisse gewonnen werden, die nach Fachbereichen und hochschulspezifischen Aspekten differenziert sind.
Signal für offene Auseinandersetzung
Mit der Teilnahme an der Studie bekräftigt die HMDK Stuttgart ihr Engagement für eine offene Auseinandersetzung mit Machtverhältnissen. Ziel ist es, ein respektvolles, diskriminierungsfreies und sicheres Studien- und Arbeitsumfeld nachhaltig zu stärken.