Die Hochschule für Musik und Darstellende Kunst Stuttgart widmet dem französischen Komponisten Francis Poulenc (1899–1963) eine „Lange Nacht“ mit Konzerten, Gesprächen und Rezitationen. Am Mittwoch, 4. Juni, kommen in drei Veranstaltungsblöcken, die auch einzeln besucht werden können (ab 18 Uhr, ab ca. 19.30 Uhr und ab ca. 20.30 Uhr) Höhepunkte seines Schaffens wie die Kantate Figure humaine (1943, in Ausschnitten), aber auch selten gespielte Kammermusik wie die Sonate für Violine und Klavier oder das Sextett für Klavier und Bläser zu Gehör, dazu zahlreiche Lieder – teils im vergnüglichen Chansonstil, teils eher schwärmerisch-ernst und elegisch. Der Komponist, um 1920 Mitglied der jungen, frech-provokativen Künstlergruppe „Les Six“, war zugleich einer der literarisch versiertesten Komponisten seiner Generation. Während der deutschen Besetzung im Zweiten Weltkrieg stand er dem französischen Widerstand nahe. Figure humaine wurde noch während des Krieges auf Gedichte des Surrealisten Paul Éluard komponiert. Das Chorwerk gipfelt in Éluards hymnischer Beschwörung der Freiheit („La liberté“). Die Poulenc-Nacht der HMDK, gemeinsam gestaltet von Professor*innen und Studierenden der Hochschule, steht so auch im Zusammenhang des 80jährigen Kriegsende-Gedenkens.