EMP … das ist doch mit Kindern, oder?
Wer den Begriff Elementare Musikpädagogik (EMP) hört, denkt vielleicht zuerst an Kreistänze, bunte Tücher oder an den Anfang musikalischer Bildung. Das ist nicht falsch – greift jedoch zu kurz.
EMP beginnt bei körpernahen, erlebnisorientierten Zugängen und entfaltet daraus ihr eigentliches Potenzial: als künstlerische Disziplin, die Musik mit anderen Ausdrucksmedien verbindet und Formen des Miteinanders immer wieder neu denkt, befragt und gestaltet.
Prof.in Annalouise Falk (EMP/Rhythmik) interessiert genau dieser verbindende Zwischenraum: zwischen Künsten, zwischen Menschen, zwischen Wahrnehmen und Gestalten. Hier wird nicht nur vermittelt, sondern erforscht – mit Stimme, Bewegung, Rhythmus und Klang als gleichwertigen künstlerischen Mitteln. So wird EMP zu einem Ort, an dem ästhetische Praxis und gesellschaftliche Fragen ineinandergreifen: Wie wollen wir einander begegnen? Wer spricht, wer hört zu? Wie können künstlerische Prozesse Räume öffnen, in denen unterschiedliche Perspektiven sichtbar und wirksam werden?
Daraus entstehen Formate, die auf Beziehung setzen: voraussetzungsoffen, inklusiv und darauf angelegt, vielfältige Erfahrungsräume zusammenzubringen. EMP wird so zum Labor für neue Konzert- und Vermittlungsformate, für performative Prozesse und für Formen von Teilhabe, die klassische Rollen von Bühne, Publikum und Unterricht bewusst verschieben.
Neugierig geworden? Beim Hock am Turm am 27. Juni und der EMP Werkstattbühne am 3. Juli (steht noch nicht im Veranstaltungskalender) werden einige Facetten der EMP erleb-, hör- und sichtbar: in der Konzertgeschichte für Familien „Zirkus Musicus“, im kollektiven Musizieren bei den Open Music Sessions sowie in EMP-Performances im Konzertsaal, die zeigen, was Studierende aktuell künstlerisch bewegt.
Und ja – Tücher gibt es manchmal auch. Nur nicht unbedingt dort, wo man sie erwartet.



















