Cel­lo­wett­be­werb für Neue Musik

20. bis 24. Oktober 2026
Der Domnick-Cello-Preis

Schirmherr
Helmut Lachenmann

Der Domnick Cello-Preis entstammt einer tiefen Leidenschaft für die Moderne. 

Greta und Ottomar Domnick haben sich ein Leben lang für die Kunst und die Moderne engagiert. Der Cello-Preis zur Förderung junger begabter Cellistinnen und Cellisten ist Teil ihres Vermächtnisses. Tatsächlich sind die Domnick-Cello-Wettbewerb-Preisträger renommierte Cellisten geworden, die nun ihrerseits den Namen „Domnick“ auf internationalen Bühnen präsent halten. 

Ottomar Domnick (1907–1989) wurde in eine sehr musikalische aber konservative Familie hinein geboren. Der Vater war Rechtsanwalt und ein exzellenter Geiger. Die Kinder bekamen eine fundierte musikalische Bildung und spielten im Quartett mit dem strengen Vater. Ottomar musste dabei den Cello-Part übernehmen, was ihm doch „mehr Last als Lust“ gewesen sei – wie er als 70-Jähriger in seinen Memoiren berichtet. 

Als junger Medizinstudent wandte er sich der Bildenden Kunst zu, vor allem der Avant-Garde. Doch diese wurde bald von den Nationalsozialisten als „entartet“ diffamiert, beschlagnahmt und zerstört. Als Greta und Ottomar Domnick 1938 ihre erste Wohnung und Praxis in Stuttgart einrichteten, gab es für sie keine Möglichkeit, moderne Bilder zu kaufen. 

Immer behielt aber Ottomar Domnick das Cello in seiner Nähe, auch während des Krieges, als er als Arzt im Breslauer Lazarett neurologisch verletzte Soldaten behandelte. Das Cello ging in den Wirren des Kriegsendes verloren. Sehr viel später, 1974, kaufte er sich im Alter von 67 Jahren nochmal ein Cello – ein kostbares Testore aus dem Jahr 1707 – und übte von da an täglich. Heute wird das kostbare Cello von Stipendiatinnen und Stipendiaten weitergespielt.

Das Ehepaar Domnick war stets der Zukunft zugewandt. Ab 1945 sammelten sie leidenschaftlich abstrakte Bilder und legten eine bedeutende deutsch-französische Sammlung an. Sie drehten experimentelle Filme, was 1988 mit dem Deutschen Filmpreis gewürdigt wurde. Sie bauten 1967 mit dem Stararchitekt Paul Stohrer eine kompromisslos moderne Villa, um einen lebendigen Ort der Künste zu schaffen. Sie präsentierten darin ihre Sammlung. Sie zeigten ihre Filme. Sie luden zu Konzerten Neuer Musik ein. 

Das Ehepaar Domnick vererbte ihre bedeutende Sammlung und die Villa dem Land  Baden-Württemberg. Die Stiftung Domnick wurde 1996 gegründet. In den Stiftungsverträgen ist die Vergabe des Domnick-Cello-Preises festgeschrieben. Das Kuratorium der Stiftung, die Staatliche Hochschule für Musik und Darstellende Kunst Stuttgart führt zusammen mit den Staatlichen Schlösser und Gärten Baden-Württemberg diese Tradition fort.

 

Aus­schrei­bung

Die Staatliche Hochschule für Musik und Darstellende Kunst Stuttgart schreibt den Domnick-Cello-Wettbewerb für Neue Musik mit Auslobung des Domnick-Cello-Preises von 20. bis 24. Oktober 2026 aus. Der Wettbewerb in Kooperation mit der Stiftung Domnick findet an der HMDK Stuttgart statt. Zugelassen zum Wettbewerb sind alle Cellist*innen bis einschließlich 32 Jahre.

Hauptpreis: Domnick-Cello-Preis über 10.000 €

Zwei Förderpreise über je 1.000 € der Gesellschaft der Freunde der HMDK

Der Hauptpreis wird von der Domnick-Stiftung, Nürtingen, gestiftet. Alle Preise werden in Euro ausbezahlt. Die Preisträger*innen sind verpflichtet, beim Preisträger*innenkonzert am 24. Oktober 2026 sowie beim Preisträger*innenkonzert der Stiftung Domnick in Nürtingen mitzuwirken (der genaue Termin wird mit dem Preisträger, bzw. der Preisträgerin vereinbart).

Bewerbungen sind bis spätestens 30.06.2026 unter folgender Adresse einzureichen: simone.haas@hmdk-stuttgart.de

Der Bewerbung sind folgende Unterlagen beizufügen:

  • Foto (jpg, min. 300 dpi. min. 500 KB. max. 2 MB)
     
  • Tabellarischer Lebenslauf (doc, pdt, odt, max. 700 Zeichen)
     
  • Nachweis der Anmeldegebühr (scan pdf, jpg)
     
  • Als Anmeldegebühr sind 50,00 € auf folgendes Konto zu überweisen:
    Landesoberkasse Baden-Württemberg 
    IBAN: DE02 6005 01010 7495 5301 02
    BIC: SOLADEST600 I BW-Bank                 
    Verwendungszweck 1: 1787200004161
    Verwendungszweck 2: Vor- und Nachname
     
  • Fotokopie des Stücks für Cello solo nach eigener Wahl, vollständig und leserlich (scan pdf/jpg) 

Der Eingang der Bewerbung wird unmittelbar per E-Mail bestätigt. Über die Zulassung zum Wettbewerb wird bis 15.07.2026 per E-Mail separat benachrichtigt.

Ablauf des Wett­be­wer­bs

Vor Beginn des Wettbewerbs wird die Reihenfolge der Teilnehmer*innen durch Los ermittelt. Die so ermittelte Reihenfolge bleibt in allen Durchgängen des Wettbewerbs unverändert. Die Reihenfolge für die erste Wettbewerbsrunde wird den Teilnehmenden vor Beginn des Wettbewerbs mitgeteilt. Der Wettbewerb besteht aus einer öffentlichen Wettbewerbs- und einer Finalrunde. 

1. Wettbewerbsrunde 
20. und 21. Oktober 2026

  • Ein Solo-Rezital von 25 bis 30 Minuten:   
  • Pflichtstück: EFEU von Thomas Demenga. 
  • Die Auswahl der anderen Werke ist frei. 

Es dürfen Werke aus allen Epochen gespielt werden, die Neue Musik sollte jedoch Schwerpunkt des Rezitals sein. Die Konzeption und Werkauswahl des Programms fließt in die Bewertung ein.

22. Oktober 2026
Proben für Finalrunde, Kurs mit Jurymitgliedern, Jurykonzert

Finale
23. Oktober 2026

Maximal 3 Teilnehmer*innen qualifizieren sich für die Finalrunde.

  • Rezital von 40 bis 50 Minuten (mit oder ohne Begleitung). 

Es dürfen Werke aus allen Epochen gespielt werden, die Neue Musik soll auch hier Schwerpunkt des Programms sein. 

Die BewerberInnen dürfen die Begleitung ihres Rezitals selber organisieren. 
Nach Absprache mit der Wettbewerbsorganisation kann von der Musikhochschule Stuttgart im Rahmen der Möglichkeiten eine Begleitung (z.B. einzelne Instrumente, kleines Kammermusik-Ensemble, Elektronik, Video) zur Verfügung gestellt werden. 
Die Konzeption des Programms fließt in die Bewertung ein.

Weitere Regelungen

Die Wettbewerbsteilnehmer*innen sind dafür verantwortlich, rechtzeitig zu den angesetzten Proben und Vorspielterminen zu erscheinen. Solange ein*e Bewerber*in am Wettbewerb teilnimmt muss sie/er dafür Sorge tragen, für das Wettbewerbsbüro zwecks Mitteilung kurzfristiger Änderungen erreichbar zu sein. Die HMDK Stuttgart hat das uneingeschränkte Recht, die Wettbewerbsbeiträge in Ton und Bild aufzunehmen und zu veröffentlichen.

Jury-Konzert
22.10.2026 | 19 Uhr
tagsüber Masterclasses 

Preisträger*innen-Konzert
24.10.2026 | 19 Uhr

Un­ter­kun­ft

Preiswerte Übernachtungsmöglichkeiten in der Nähe der HMDK:

 

Gefördert von
Impressionen vom vergangenen Wettbewerb
Preisträger des Cellowettbewerbs 2022 spielt beim Preisträgerkonzert auf der Bühne des Konzertsaals. Er trägt einen schwarzen Anzug und ist barfuß.
Preisträgerin des Cellowettbewerbs 2022 spielt beim Preisträgerkonzert auf der Bühne des Konzertsaals. Sie sitzt auf einem kleinen Podest und hinter ihr mehrere Streicher und Streicherinnen.
Drei Preisträger und Preisträgerinnen mit Blumensträußen beim Domnick Cello Wettbewerb 2022
Preisträgerin des Cellowettbewerbs 2022 spielt beim Preisträgerkonzert auf der Bühne des Konzertsaals. Er hat die Augen geschlossen und spielt mit sichtbarere Leidenschaft.
Christof Löser dirigiert ein Ensemble beim Cellowettbewerb 2022.
Die Preisträger mit Blumensträußen beim Domnick Cello Wettbewerb 2022. Michael Hörrmann hält einen öbergroßen Scheck mit dem Preisgeld in beiden Händen.
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