Cello Wettbewerb 2016

    Sebastian Braun gewinnt den Domnick-Cello-Preis

    Vom 25. bis 30. April 2016 hat die Staatliche Hochschule für Musik und Darstellende Kunst Stuttgart den Cello-Wettbewerb für Neue Musik und die Auslobung des Domnick-Cello-Preises unter der Schirmherrschaft von Christoph Eschenbach und unter der künstlerischen Leitung der beiden Stuttgarter Cellisten Claudio Bohórquez und Conradin Brotbek zum fünf-ten Mal ausgetragen. „Eine Auszeichnung für lebendige Kunst“, so der Jury-Vorsitzende Hans-Peter Jahn bei der Bekanntgabe nach der Finalrunde, „für Kunst, die eben erst entsteht!“ Neben Hans-Peter Jahn, den beiden künstlerischen Leitern gehörten Franklin Cox, Jens-Peter Maintz, Matan Porat, Martin Schüttler und Éric Tanguy der international besetzten Jury an. Martin Schüttler, seit 2015 als Kompositionsprofessor in Stuttgart tätig, steuerte mit „arcade fire“ einen Kompositionsauftrag für den diesjährigen Cello-Wettbewerb bei. In drei Wettbewerbsrunden stellten sich 12 Cellistinnen und Cellisten den anspruchsvollen Wettbewerbsanforderungen mit dem verstärkten Fokus auf Kompositionen der letzten 50 Jahre vor. Neben dem mit 5.000 Euro dotierten Domnick-Cello-Preis wurden zwei Förderpreise der Stiftung Domnick (1.000 Euro) vergeben. Der Domnick-Preisträger und ehemalige Stuttgarter Student aus der Klasse von Prof. Conradin Brotbek Sebastian Braun zeichnet sich laut Hans-Peter Jahn durch eine „künstlerische Gesamtpersönlichkeit im Laufe der Woche aus, gepaart mit Präsenz, Brillanz und einer atemberaubenden Interpretationsvielfalt.“ Die beiden Förderpreise erhalten Marc-André Riberdy und Woong-Whee Moon. Wir gratulieren herzlich!

     

    Sebastian Braun | Domnick-Cello-Preisträger, geboren 1990 in Winterthur, erhielt mit fünf Jahren seinen ersten Cello-Unterricht am Konservatorium Winterthur bei Emanuel Rütsche. Ab 2004 gewann er mehrere erste Preise beim Schweizerischen Musikwettbewerb. 2006 be-gann er sein Bachelorstudium in Bern bei Conradin Brotbek. 2007 wechselte er nach Stuttgart und schloss dort 2011 mit Auszeichnung ab. Sein Masterstudium führte ihn von Stuttgart nach Basel zu Thomas Demenga, wo er 2015 auch den Master in Performance abgeschlossen hat. Er besuchte Meisterkurse u.a. bei Anner Bylsma, Pieter Wispelwey, Nicolas Altstaedt Gustav Rivinius, Troels Svane,  Lazlo Fenyo, Ana Chumachenco, Menahem Pressler. 2009 war er Mitglied des Gustav Mahler Jugendorchesters. Es folgten mehrere 1. Preise beim Carl Wendling Kammermusikwettbewerb in Stuttgart sowie der Kammermusikpreis des Oberstdorfer Musiksommers und der 1. Preis beim internationalen Kammermusik-Wettbewerb „Concours Mirabent“ in Spanien. 2013/14 war er Cellist des Schnitzler Quartetts und hat bei diversen WDR Rundfunkproduktionen des Quartetts mitgewirkt. Er ist Stipendiat des Migros Kulturprozentes, des Rahn-Kulturfonds, der Basler Orchestergesellschaft (BOG) und der PE-Förderungen Mannheim. Derzeit ist er Praktikant des Sinfonieorchester Basel sowie Solocellist der Chamber Academy Basel und des Young Eurasian Soloists Orchestra.

     

    Marc-André Riberdy | Förderpreisträger, geboren 1992, stammt aus Montréal. Er studierte zunächst am dortigen Konservatorium bei Elizabeth Dolin. Daneben besuchte er Meisterkurse u. a. bei Alisa Weilerstein, Gautier Capuçon, Emmanuelle Bertrand, Raphael Wallfisch und Philippe Muller. Seit 2015 ist er Masterstudent an der Hochschule für Musik in Freiburg bei Jean-Guihen Queyras. Er ist Preisträger verschiedener Wettbewerbe in Canada, u.a. Concours de musique Hélène-Roberge, Concours de musique du Canada. Als Solist ist er u.a. mit dem Jugendorchester Joliette, dem Orchestre symphonique du Conservatoire de musique de Montréal und dem Orchestre symphonique des musiciens du monde aufgetreten.

     

    Woong-Whee Moon | Förderpreisträger, geboren 1988 in Masan/Südkorea, bekam als 4-Jähriger seinen ersten Violin- und Klavierunterricht. Sieben Jahre später kam Cellounterricht bei Hee-Duck Lee hinzu. Bis 2010 studierte Woong-Whee Moon bei Myung-Wha Chung, Noll Park und Kang-Ho Lee an der Korean National University of Arts in Seoul. 2012 bis 2014 setzte er sein Studium bei Arto Noras in Hamburg fort. Seit 2014 studiert er an der Hochschule für Musik Dresden bei Danjulo Ishizaka. Woong-Whee Moon ist Preisträger zahlreicher Wettbewerbe. Einen großen Erfolg konnte er 2009 feiern, als er gemeinsam mit seinem Novus String Quartet den 2. Preis beim 61. Internationalen Musikwettbewerb der ARD in München erhielt. 2013 erhielt er den 3. Preis beim Penderecki Cello-Wettbewerb und 2014 wurde das Quartett beim Salzburger Internationalen Mozart-Wettbewerb mit dem 1. Preis ausgezeichnet. Als Solist konzertierte Woong-Whee Moon mit KNUA Symphony Orchestra, den Konstanzer Symphonikern, den Seong-Nam Philharmonikern und dem Si-Heung Philharmonic Orchestra. Außerdem gab er als Solist Konzerte u. a. bei „Stars von Morgen“, einer Konzertreihe im Rathaus Harburg, beim WCRP Konzert in Kyoto, Japan, beim „Rising Star Recital“ und auch während des Great Mountain Music Festival. Er trat bei der International Mendelssohn Summer School auf, gab mit seinem Quartett Konzerte in der Carnegie Hall New York, beim Schwarzwald Musik Festival, beim Festival der ARD-Preisträger, sowie 2013 bei den SWR-Festspielen und dem International Music Festival in Busan.

    Cello Wettbeweb Programm-Broschüre

    Komplette Programm-Broschüre als PDF 

     

    Do 28. April 2016, 20 Uhr, Jurykonzert

    Werke von Matan Porat, Éric Tanguy, György Ligeti, Martin Schüttler und Brian Ferneyhough

     

    Es spielen Mitglieder der Jury: Claudio Bohórquez, Conradin Brotbek, Hans-Peter Jahn, Jens-Peter Maintz, Franklin Cox, Matan Porat, Carlos Hidalgo, Alexander Noelle und Martin Schüttler

     

    Weitere Infos + Karten

     

     

    Sa 30. April 2016, 20 Uhr, Preisträgerkonzert

    Werke von Martin Schüttler («arcade fire», UA), György Ligeti (Konzert für Violoncello und Orchester) u.a.

     

    HochschulSinfonieOrchester, Leitung: Benjamin Lack

    Preisträger und Förderpreisträger

     

    Weitere Infos + Karten


     

    Die Staatliche Hochschule für Musik und Darstellende Kunst Stuttgart schreibt den Cello-Wettbewerb für Neue Musik mit Auslobung des Domnick-Cello-Preises von 25. bis 30. April 2016 aus. Der Wettbewerb findet in Stuttgart unter der Schirmherrschaft von Christoph Eschenbach statt. Zugelassen zum Wettbewerb sind Studierende einer Musikhochschule, die Mitglied der Association Européenne des Conservatoires, Académies de Musique et Musikhochschulen (AEC) ist, und ihrer europäischen und nordamerikanischen Partnerhochschulen.

     

    The University of Music and Performing Arts Stuttgart will hold the Cello Competition for New Music with the Domnick Cello Award on April 25-30, 2016. The competition will take place in Stuttgart under the auspices of Christoph Eschenbach. The competition is open to students of conservatories which are a member of the Association Européenne des Conservatoires, Académies de Musique et Musikhochschulen (AEC) and their European and North-American partner universities.

    Preise / Prizes:

    Hauptpreis / main prize: Domnick-Cello-Preis über 5.000 €

    Zwei Förderpreise / two special awards über je 1.000 €


    Jury:

    Hans-Peter Jahn-Bossert Deutschland (Jury-Vorsitz)

    Claudio Bohórquez Stuttgart, Berlin

    Conradin Brotbek Stuttgart, Bern/ Schweiz

    Franklin Cox Dayton/Ohio USA

    Jens-Peter Maintz Berlin

    Matan Porat Israel, Berlin

    Éric Tanguy Paris/ Frankreich

    Martin Schüttler Stuttgart (beratendes Jurymitglied)


    Bewerbungsschluss / application until: 29. Februar 2016

     Wettbewerbsregeln / competition rules (pdf)

     

    Pflichtstück (Deutsch): Martin Schüttler »arcade fire«

    Required piece (English): Martin Schüttler »arcade fire«  

     

    Wettbewerbsablauf / Competition Procedure:

    Der Wettbewerb besteht aus drei öffentlichen Wettbewerbsrunden.

    The competition consists of three public performances.

    Montag, 25. April 2016: Erste Wettbewerbsrunde / First Round – 14.00 Uhr Kammermusiksaal

    Dienstag, 26. April 2016: Fortsetzung der ersten Wettbewerbsrunde – 10.00 Uhr Kammermusiksaal,

    Bekanntgabe der max. 12 Teilnehmer der zweiten Wettbewerbsrunde – 13.30 Uhr Kammermusiksaal

    ab 14.00 Uhr Klavierproben

    Mittwoch, 27. April 2016: Zweite Wettbewerbsrunde / Second Round – 10.00 Uhr Kammermusiksaal

    Bekanntgabe der max. drei Finalisten – 17.30 Uhr Kammermusiksaal

    Donnerstag, 28. April 2016: Probe mit Finalisten und Orchester – 10.00-15.30 Uhr Konzertsaal; Masterclass/Workshop – 13.00-16.00 Uhr Kammermusiksaal (hochschulöffentlich)

    Konzert der Jury-Mitglieder – 20.00 Uhr Konzertsaal

    Freitag, 29. April 2016: Dritte Wettbewerbsrunde / Third Round mit HSO – 15.00 Uhr Konzertsaal

    Bekanntgabe der Preisträger – 18.30 Uhr Konzertsaal

    Masterclass/Workshop – 10.00-13.00 Uhr Kammermusiksaal (hochschulöffentlich)

    Samstag, 30. April 2016: Generalprobe mit Preisträgern und Orchester – 10.00 Uhr Konzertsaal

    Preisträgerkonzert mit dem HochschulSinfonieOrchester – 20.00 Uhr Konzertsaal

    Sonntag, 1. Mai 2016: Präsentationskonzert der Preisträger – 18.30 Uhr Stiftung Domnick, Nürtingen


    Repertoire:

    1. Wettbewerbsrunde / first round (25./26. April)

    A

    Johann Sebastian Bach, Suite für Violoncello solo Nr. 4 Es-Dur: Sarabande und Gigue

    oder

    Domenico Gabrielli, zwei Ricercares aus den 7 Ricercares für Violoncello solo

    B

    Bernd Alois Zimmermann, Vier kurze Studien für Violoncello solo (1970)

    C

    György Kurtág, Op. 5b Jerlek I – III für Violoncello solo (1987)

    oder

    Luciano Berio "Les mots sont allés... " für Violoncello solo (1979)

    oder

    Witold Lutoslawski, Sacher-Variation für Violoncello solo (1975)


    2. Wettbewerbsrunde / second round (27. April)

    A

    Luciano Berio, Sequenza XIV für Violoncello (2002)

    oder

    Elliot Carter, Figment I for cello alone (1994)

    oder

    Thomas Demenga „Efeu“ für Violoncello solo (2010)

    oder

    Heinz Holliger, Trema für Violoncello solo (1981)

    oder

    Heinz Holliger, Chaconne für Violoncllo solo (1975)

    oder

    Toshio Hosokawa, „Sen“ II für Violoncello solo (1986)

    oder

    Klaus Huber, transpositio ad infinitum für ein virtuoses Solo-Violoncello (1976)

    oder

    Helmut Lachenmann, Pression für einen Cellisten (1969)

    oder

    Sven-Ingo Koch, Misterioso – als wäre nichts gewesen für Violoncello (2007)

    oder

    Helmut Oehring, Foxfire Eins <natriumpentothal>Version für Violoncello (1993)

    oder

    Krzysztof Penderecki, Capriccio per Siegfried Palm für Violoncello solo (1968)

    oder

    Stefan Prins, Ensuite für Violoncello solo (2000, rev. 2010-13)

    oder

    Kaija Saariaho, Sept Papillons für Violoncello solo (2000)

    oder

    Marco Stroppa, Ay, there's the rub für Violoncello solo (2001)

    oder

    Iannis Xenakis, Nomos Alpha pour violoncelle solo (1965)

    oder

    Iannis Xenakis, Kottos pour violoncelle solo (1977)

    oder

    Isang Yun, Glissées für Violoncello solo (1970)

    oder

    Bernd Alois Zimmermann, Sonate für Violoncello solo (1960)

    B

    Ludwig van Beethoven, Sonate in C-Dur, op. 102 Nr. 1 für Klavier und Violoncello


    Finalrunde / finals (29. April):

    A

    Ein Stück für Violoncello solo nach freier Wahl, komponiert nach 1990

    A piece for cello solo of one’s own choice, composed after 1990

    (ca. 10 bis maximal 20 Minuten)

    B

    Martin Schüttler »arcade fire« für Violoncello, Elekronik u.a. (2015) UA

    (Kompositionsauftrag des Domnick-Cello-Preises)

    C

    György Ligeti, Konzert für Violoncello und Orchester (1966)


    Der Domnick-Cello-Preis zur Förderung junger Solisten wurde 1982 ins Leben gerufen und in den Jahren 1996, 1999 und 2001 im Rahmen eines internationalen, von der Staatlichen Hochschule für Musik und Darstellende Kunst Stuttgart ausgerichteten Wettbewerbs vergeben. Als Cello-Wettbewerb für Neue Musik der Staatlichen Hochschule für Musik und Darstellende Kunst Stuttgart hat dieser in einer neuen, die zeitgenössische Celloliteratur in den Mittelpunkt stellenden Konzeption durch Prof. Jean-Guihen Queyras 2005 singuläres Profil gewonnen. Pierre Boulez übernahm 2007 und 2009 die Schirmherrschaft, Christoph Eschenbach 2014. Mit Nicolas Altstaedt (2005), Tristan Cornut (2007), Lev Sivkov (2009) und David Eggert (2014) wurden Nachwuchscellisten ausgezeichnet, die seitdem immer wieder durch hervorragende Konzerte auf sich aufmerksam machen.

     

    Kontakt

    Dr. Cordula Pätzold

    Projektleitung „Cello-Wettbewerb für Neue Musik/ Domnick Cello-Preis 2016"

    Mobil: 0176 / 47 27 8765 (mailbox)

    cordula.paetzold(at)mh-stuttgart(dot)de

     

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