Veranstaltungen

    VERANSTALTUNGEN
    oder
    Do 28.09
    13:30 Uhr
    HMDK Stuttgart
    Eintritt frei
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    Tagung "Sprechkultur"
    Programmübersicht :: Do, 28.09.2017

    Donnerstag 13:30–14:30: Vortrag
    Brücken statt Zäune
    Interkulturelle Kommunikation und Globalisierungsängste

    “Mr Gorbachev, tear down this wall!” (Reagan, 1987)
    “I will build a great, great wall on our southern border …” (Trump, 2016)

    Nicht nur in den USA, sondern auch in Europa ist in den letzten 30 Jahren der immer schneller voran schreitenden Globalisierung und wachsenden Mobilität der Wunsch nach Abgrenzung bei vielen Menschen offensichtlich gewachsen. Zugrunde liegen reale und diffuse Ängste im Hinblick auf eine als immer unsicherer empfundene Zukunft, die die Beziehung zwischen Bevölkerungsgruppen in und zwischen den Nationen belasten. Deutschland hat in der Flüchtlingskrise ein beeindruckendes Signal der Humanität ausgesandt und eine kaum für möglich gehaltene Willkommens-Kultur etabliert. Gleichzeitig prägen Protestphänomene wie Pegida oder AfD die öffentliche Debatte in Deutschland, in jüngster Zeit aber auch die „Pulse of Europe“-Bewegung, die eher das Zusammenführende in den Vordergrund rückt. In dem Beitrag wird mit Rückgriff auf Theorien der (Inter-)Gruppen-Forschung, der Akkulturations-Forschung und der interkulturellen Psychologie gezeigt, wie diese Ängste entstehen, wie sie teilweise bewusst verstärkt werden in der politischen Kommunikation, und welche Wirkungen dies auf die Integrationsdynamik hat. Gezeigt wird auch, dass eine „Willkommens-Kultur“ nur der Beginn sein kann und von einer „Wertschätzungs-Kultur“ abgelöst werden muss, in der sich die Bevölkerungsgruppen auf Augenhöhe begegnen. Um diese zu etablieren, bedarf es einer ausgeprägten (interkulturellen) Kommunikations- und Argumentationsfähigkeit auf gesellschaftlicher, organisationaler und individueller Ebene.

    Prof. Dr. Stefan Kammhuber, Dipl.-Psych. und Sprecherzieher (univ./DGSS); leitet das ikik- Institut für Kommunikation und Interkulturelle Kompetenz in der HSR Hochschule für Technik Rapperswil, Schweiz; Lehr-/Forschungsthemen: Interkulturelles Lernen und interkulturelles Training, (interkulturelle) rhetorische Kommunikation, Organisationskommunikation, Internationale Personal- und Organisationsentwicklung. Im DGSS-Vorstand von 1999–2003.


    Donnerstag 15:00–16:30: Podiumsdiskussion
    (organisiert durch die Berufskommission der DGSS)
    Berufs-Sprech-Kulturen
    Unter anderem mit:
    Hartwig Eckert
    Sarah Giese
    Thomas Grießbach
    Christa Heilmann
    Thomas von Fragstein
    Stefan Wachtel


    Donnerstag 15:00–16:30: Workshop
    Das chorische Prinzip
    In Theaterproduktionen nimmt die Erarbeitung von Sprechchören sehr viel Zeit in Anspruch – über die Bühne gehen sie dann meist recht schnell. In einem 90-minütigen Workshop kann es nicht darum gehen, einen ausgefeilten Sprechchor zu erarbeiten. Vielmehr werden verschiedene Herangehensweisen an chorische Arbeit im Sprechtheater vorgestellt. Diese werden anhand sehr kurzer Passagen praktisch ausprobiert. Gemeinsamer Nenner wird dabei ein zentrales chorisches Prinzip sein: zusammen einen Inhalt zu vertreten, ohne die eigene Position/Stimme aufzugeben.

    Marc Aisenbrey ist Professor für Sprechbildung an der Hochschule für Musik und Theater Hamburg. Er unterrichtet überwiegend Schauspielstudierende. Praktische Erfahrungsfelder sind außerdem betreute Lesungen, die Betreuung von Produktionen mit Studierenden am Thalia Theater und am Deutschen Schauspielhaus – und nicht zuletzt die Vorbereitung für das Sprechen am Mikrofon. 2012 war er Preisträger des Hamburger Lehrpreis für innovative Lehrleistungen und die ausgeprägte Fähigkeit, Begeisterung bei seinen Studierenden zu wecken.


    Donnerstag 17:00–18:30: Podiumsdiskussion
    Hörfunk und Fernsehen
    Unter anderem mit:
    Isabelle Demey, Chefsprecherin beim SWR Baden-Baden.
    Sofia Flesch-Baldin


    Donnerstag 17:00–18:30: Workshop
    Hören – beschreiben – beurteilen: zur Qualität von Hörfunk und Fernsehbeiträgen
    Hörfunk und Fernsehen arbeiten mit unterschiedlichen Verfahren, um Qualitätsstandards zu definieren und deren Umsetzung im Programm zu steuern, z. B. in Form von Medienanalysen, Sendungskritiken oder Air-Checks. In der journalistischen Arbeit gehört es zum Alltag, sich über die Qualität unterschiedlicher Wortbeiträge auszutauschen, es gibt redaktionelle ‚Abnahmen‘, regelmäßige redaktionelle Termine, um über die Qualität der Wortbeiträge zu sprechen – häufig in hierarchisch geprägten Settings.

    Auch die Sprecherziehung ist ein Verfahren der Qualitätssteuerung in Hörfunk und Fernsehen. Eine wesentliche Kompetenz in diesem Arbeitsfeld ist das kriteriengestützte Hören, Beschreiben und Beurteilen von Wortbeiträgen. Feedback ist die Basis, damit sich Sprecherzieher, Journalisten und deren Führungskräfte verständigen können, welche Qualität vorliegt und was der Auftrag und was die Ziele eines Trainings sein sollen.

    Der Workshop gibt einen Einblick in die Kriterien, mit denen die Qualität von Hörfunk- und Fernsehbeiträgen beschreibbar ist. Die TN üben anhand konkreter Beispiele, diese Kriterien zu hören und als Feedback zu formulieren.
    Voraussetzungen: keine

    Ellen Zitzmann, M.A. dt. Philologie, geprüf. Sprecherzieherin (DGSS), Dozentin für Mediensprechen an der HMDK Stuttgart, langjährige Erfahrung als Trainerin in den Medien