Veranstaltungen

    VERANSTALTUNGEN
    oder
    Di 29.10
    19:00 Uhr
    Konzertsaal
    € 10/5
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    Improvisation – Konzert II
    Alexander von Schlippenbach Trio

    1. Twelve Tone Tales
    2. Monkeys Fist                  
    3. The Inclined Stick

    Alex von Schlippenbach, Piano
    Evan Parker, Saxophon
    Paul Lytton, Drums

    Diese drei bilden einen Klassiker der frei improvisierten Musik. Manche halten Freejazz für willkürliche Anarchie. Doch da jeder Musiker sein Spiel permanent an dem der anderen ausrichtet, müssen alle besonders sensibel sein und mit Bedacht auf die spontanen musikalischen Ideen der Mitspieler eingehen. Mehr als alles andere sind also Toleranz, Verständnis und Feingefühl gefragt. Beim Schlippenbach Trio muss man auf alles gefasst sein: auf den brachialen Orkan ebenso wie auf die zarte, lyrische Brise. Das Trio zählt ohne Zweifel zu den weltbesten Freejazz-Formationen, ihre Konzerte sind Pflichttermine für alle Freunde der improvisierten Musik.

    Alexander von Schlippenbach, Kompositionsstudium an der Staatlichen Hochschule für Musik in Köln bei Rudolf Petzold und Bernd Alois Zimmermann. Während des Studiums Pianist in den Jazzensembles von Gunter Hampel und Manfred Schoof. 1966 Gründung des GLOBE UNITY ORCHESTERS. Seit 1970 Trio mit Evan Parker und Paul Lovens. Duo und Theaterarbeit mit Sven Ake Johansson. Tourneen für das Goethe Institut in Asien, Australien und den USA, Rundfunkproduktionen für WDR, RAI und Rias Berlin. Zahlreiche Langspielplatten- und CD-Veröffentlichungen bei MPS, FMP, ECM, ENJA und DISK UNION. 1988 Gründung des BERLIN CONTEMPORARY JAZZ ORCHESTRA mit der künstlerischen Zielsetzung, neue Werke zeitgenössicher Jazzkomponisten aufzuführen und auf Tonträger zu produzieren. Duo Arbeit mit Sven Ake Johansson ,Aki Takase, Tony Oxley und Sam Rivers. In Zusammenarbeit mit Rudi Mahall und Axel Dörner Aufführung und Aufnahme des Gesamtwerks von Thelonius Monk beim NDR 1999.
    2016 Fünfzig Jahre Globe Unity. Jubiläumskonzert beim Jazzfest Berlin. Preise und Auszeichnungen, u.a. Kunstpreis der Stadt Berlin (1976), Schallplattenpreise der UDJ (1980/1981), Albert Mangelsdorff Preis (1994), Preis der Deutschen Schallplattenkritik:“Monks Casino“ (2005/3), SWR Jazz Preis des Jahres 2007,
    2017 Bundesverdienstkreuz am Band.

    Evan Shaw Parker (*1944 in Bristol) ist ein britischer Saxophonist. Ausgehend vom Free Jazz hat er sich zu einem der angesehensten europäischen Improvisationsmusiker entwickelt. Parker wurde musikalisch von seiner Mutter, einer Amateurpianistin, geprägt. Als Vierzehnjähriger begann er Saxophon zu lernen, studierte aber zunächst von 1962 bis 1964 Botanik an der Universität Birmingham. Um sich ganz auf die Musik konzentrieren zu können, brach er das Studium ab. Er arbeitete zunächst mit Howard Riley zusammen, bevor er 1966 nach London zog, um mit dem Spontaneous Music Ensemble zu arbeiten. Er traf dort Derek Bailey, mit dem er ebenso wie mit Tony Oxley zusammenarbeitete. Seit 1970 spielt er mit Paul Lovens im Trio von Alexander von Schlippenbach und seit 1973 regelmäßig im Duo mit Paul Lytton. Weiterhin war er Mitglied von Chris McGregors Brotherhood of Breath und arbeitete mit Paul Bley, Peter Brötzmann, Derek Bailey, Barry Guy, Louis Moholo, Keith Rowe, Joe McPhee, Barre Phillips und Eddie Prévost sowie gelegentlich mit dem Improvisationsensemble AMM zusammen. Parker hat viele Alben aufgenommen, im Ensemble und solo, und auch eigene Label gegründet. Sein Saxophonspiel war zunächst von John Coltrane beeinflusst, hat aber experimentelle Einflüsse der Neuen Musik aufgenommen. Parker kann scheinbar endlose Phrasen improvisieren. Dazu benutzte er als erster Saxophonist die Technik der Zirkularatmung.

    Paul Lytton
    (*1947 in London) ist ein britischer Schlagzeuger des Free Jazz und der frei-improvisierten Musik. Lytton lernte als junger Erwachsener Schlagzeug. Er spielt seit Mitte der 1960er Jahre und war 1967 Mitglied des National Jazz Youth Orchestra. Er wurde seit 1969 als Schlagzeuger im Duo bzw. Trio des Saxofonisten Evan Parker (mit Derek Bailey und seit 1983 dann mit Barry Guy) bekannt; er spielt auch in Parkers Electro-Acoustic Ensemble. Er war Gründungsmitglied der London Musicians' Coop und spielte im London Jazz Composers' Orchestra. Mitte der siebziger Jahre zog er nach Belgien. Bereits seit 1976 spielt er Duos mit seinem Schlagzeugkollegen Paul Lovens, mit dem im selben Jahr das Label "Po Torch Records" gründete, auf dem sie auch ihre Duo-Arbeit dokumentierten, etwa auf der Einspielung "Was it me?". Sie spielen auch im Globe Unity Orchestra zusammen und treten gelegentlich mit dem Bremer Improvisations-Quartett BIQ auf. Er ist Mitbegründer des King Übü Örchestrü und tritt auch in Ken Vandermarks Territory Band auf. Lytton ist einer der zentralen Perkussionisten der freien Musikszene in Europa. Er ist ferner Entwickler und Erbauer neuer Musikinstrumente.


    Improvisation 28.-31.10.2019
    Ein viertägiger Versuch

    Wie lassen sich Kreativität und Erfindung im Verhältnis zu Überlieferung und Routine verstehen und erleben? Was haben sie generell mit unserem künstlerischem Handeln zu tun? Welche Freiheit ist ihr Versprechen?

    Für alle Studierenden und alle Lehrenden bietet die Hochschule vier Tage lang Gelegenheit, sich spielerisch und mental in der Improvisation zu üben. Der normale Lehrplan wird zurückgestellt, unsere Lehrenden haben zusammen mit Gastdozent*innen ein umfangreiches und in seiner Fülle einzigartiges Angebot erstellt von Workshops, Vorlesungen, zentralen Vorträgen und Konzerten, das allen offen steht.

    Den Rahmen für die Workshops und Kurse bilden vier Mittagsvorträge, organisiert vom Campus Gegenwart sowie vier abendliche öffentliche Konzerte im Konzertsaal, organisiert durch die vier Fakultäten.
    Der Geist der Improvisation soll auch in der räumlichen Umgebung der Hochschule sichtbar werden. Studierende der Akademie für Bildende Künste werden gemeinsam mit Studierenden der HMDK Stuttgart künstlerisch/gestalterische Interventionen für neue Aufenthaltsorte, Treffpunkte und soziale Räume entwickeln.