Veranstaltungen

    VERANSTALTUNGEN
    oder
    So 10.06
    14:30 - 16:00Uhr
    Akademie für gesprochenes Wort
    € 12
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    Hölderlin-Vertonungen im 20. Jahrhundert
    Podiumsdiskussion im Rahmen der »Hölderlin-Tage«

    Akademie für gesprochenes Wort
    Haußmannstraße 22, 70188 Stuttgart, 2. OG
    (Ungarisches Kulturinstitut)

    Mit Prof. Dr. Andreas Meyer, Prof. Dr. Reinhart Meyer-Kalkus,
    Prof. Isabel Mundry und Prof. Cornelis Witthoefft

    Der Musikwissenschaftler Thrasybulos Georgiades hat einmal behauptet, dass »ein Gedicht Hölderlins, im Gegensatz zu Goethes Liedern, kein Komponieren« gestatte, »denn es ist gleichsam bis in die letzte Einzelheit zu Ende gedichtet«, die Worte erschienen als »Leibhaftiges, Festgefügtes, nach allen Seiten hin restlos Festgelegtes«.

    Wenn Georgiades’ These auch für das 19. Jahrhundert eine gewisse Bestätigung findet – sieht man einmal von Komponisten wie Theodor Fröhlich, Peter Cornelius und Johannes Brahms ab -, so steht sie in offenkundigem Widerspruch zur Fülle von Hölderlin-Vertonungen im 20. Jahrhundert. In zwei großen Wellen, einmal von 1910 an, zum anderen nach 1960, sind Hölderlin-Verse vertont worden. Fast keiner der großen Komponisten, der sich nicht in Lied oder Chorgesang mit Hölderlins Versen auseinandergesetzt hätte. Nur wenige, wie Helmut Lachenmann, die sich der Meinung von Th. Georgiades angeschlossen haben, diese Verse seien bereits dichterisch komponiert und gestatteten keine Vertonung. Warum dieses verblüffende Interesse der Komponisten an Hölderlins Dichtungen? War es nicht gerade »das Festgefügte, nach allen Seiten hin restlos Festgelegte« dieser Verse, was sie zu einer Vertonung stimulierte? Oder im Gegenteil die von der neuen Editionsphilologie suggerierte Unterstellung, dass diese Verse nur Fragmente aus einem einzigen großen Schreibstrom seien, denen die Musik ein vielfältiges Echo verleihen könne? Welche politischen und kulturellen Faktoren spielten dabei mit herein?

    Eine Diskussionsrunde mit Isabel Mundry, Andreas Meyer und Cornelis Witthoefft wird unter der Leitung von Reinhart Meyer-Kalkus nach Antworten suchen. Danach werden Studierende der HMDK Stuttgart ausgewählte Hölderlin-Vertonungen des 20. Jahrhunderts vorstellen.

    Eintritt: 12 €, erm. 10 €; Tageskarte: 15 €, erm. 12 €
    Eintritt frei für studierende der HMDK Stuttgart
    Eine Veranstaltung der Akademie für gesprochenes Wort
    www.gesprochenes-wort.de