Veranstaltungen

    VERANSTALTUNGEN
    oder
    So 07.05
    11:00 - 19:00Uhr
    HMDK Stuttgart
    € 10/5
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    Bach-Tag
    J. S. Bachs Clavierübungen I-III & Jacques Loussiers "Play Bach & more"

    Johann Sebastian Bachs Clavierübungen I-III
    und Jacques Loussiers Play Bach & more

    Studierende der Cembalo- und Orgelklassen
    sowie Studierende des Instituts für Jazz & Pop


    11 Uhr, Konzertsaal
    „Clavier-Übung / bestehend in / Præludien, Allemanden, Couranten, Sarabanden, Giguen, / Menuetten, und anderen Galanterien / OPUS 1“ (Sechs Partiten, BWV 825-830)

    14 Uhr, Kammermusiksaal
    „Zweyter Theil der / Clavier Ubung / bestehend in / einem Concerto nach Italiaenischen Gusto / und / einer Overture nach Französischer Art / vor ein / Clavicymbel mit zweyen / Manualen.“
    (BWV 971 und 831)

    15.30 Uhr, Orgelraum 3.01
    „Dritter Theil / der / Clavier Übung / bestehend / in / verschiedenen Vorspielen / über die / Catechismus- und andere Gesaenge, / vor die Orgel“

    17.30 Uhr, Orchesterprobenraum
    Jacques Loussier: Play Bach & more

    Das Kartenkontingent ist bei diesem Konzert auf 100 beschränkt!

    Kennen Sie Johann Sebastian Bachs Opus 1?
    Mit der Bezeichnung „Opus 1“ veröffentlichte der 46-jährige Johann Sebastian Bach im Jahr 1731 erstmals eine Sammlung mit Cembalomusik im Druck. Ein Großteil seiner heutzutage meistgespielten Orgel- und Cembalowerke lag zu diesem Zeitpunkt bereits in zahlreichen Abschriften seiner Schüler und Verehrer vor – wie beispielsweise das Wohltemperierte Klavier, die zahlreichen Orgelpräludien oder das Orgelbüchlein – auch ein Großteil seiner Kantaten, die Passionen und die Brandenburgischen Konzerte. Das Komponieren war zur Bachzeit schlicht Bestandteil und Handwerk eines Cantors oder Capellmeisters – kein eigenständiger Beruf; so sind beispielsweise Kantaten-Kompositionen für eine unmittelbare Aufführung im Gottesdienst entstanden. Mit „Opus 1“ scheint Bach einen biographischen Wendepunkt markieren zu wollen – er komponierte nun mit einer offensichtlich neuen Intention: Werke zu veröffentlichen und seinem Künstlerprofil öffentliches Gewicht zu verleihen: der Komponist Bach ist geboren.

    Die Clavierübungen – Bachs Vermächtnis
    Seinem Opus 1 sollten noch eine Reihe weiterer Clavierübungen (Sammlung von Kompositionen für Tasteninstrumente) folgen. Sie beweisen Bachs universales Genie auf allen Gebieten der Komposition und als Virtuosen auf Cembalo und Orgel. Während Bach das Instrumentarium der übrigen Clavierübungen (zweimanualiges Cembalo, bzw. Orgel mit Pedal) bestimmt, überlässt er bei seinem Opus 1 – die Sechs Partiten - dem Interpreten die Wahl!
    Die Reihe von Clavierübungen ist in Ihrer Bedeutung nicht hoch genug einzuschätzen. Sie stellen das autorisierte Vermächtnis J. S. Bachs dar: Theologisches und Weltliches findet in den Clavierübungen ebenso Platz wie Anspruchsvolles und Unterhaltsames. Alle Stücke stellen höchste Ansprüche an die Virtuosität des Spielers - weit bekannt sind das Italienische Konzert und die Goldberg-Variationen, sie bilden jedoch nur zwei Aspekte des Kosmos Clavierübung.    

    Innovation im Clavierbau: Das „Piano Fort“
    G. Silbermann arbeitet in den 1730er Jahren an einem „Piano Fort“, einem Hammerflügel. Als Vorbild dienen ihm die Instrumente des Italieniers Bartolomeo Christofori, der bereits gegen Ende des 17. Jahrhunderts eine hochdifferenzierte Hammerflügelmechanik entwickelt hat, an dessen handwerkliche und klangliche Präzision erst gegen Ende des 18. Jahrhunderts wieder angeknüpft wird.  J. S. Bach hat in den 1730er Jahren den Klang dieses neuartigen Silbermannschen Instrumentes „gerühmet, ja bewundert. Aber dabey getadelt, daß es in der Höhe zu schwach lautete, und gar zu schwer zu spielen sey“ (Adlung 1768). Nur ein Jahr später veröffentlicht Bach sein Opus 1! Der Ausspruch „Wenn Bach das Klavier gekannt hätte“ bekommt somit eine neue Dimension: Bach kannte das Klavier und schätzte es sogar – und wir könnten es hören…

    Die HMDK Stuttgart verfügt über eine außerordentlich vielfältige Sammlung an historischen Tasteninstrumenten: dazu zählen unsere Orgeln, die Cembali, Hammerflügel und Clavichorde, die einen stilistischen Zeitraum von etwa 1600 bis 1880 abdecken. Unsere Studierenden bekommen somit die einzigartige Möglichkeit, die Literatur verschiedener Komponisten an Kopien entsprechender zeitgenössischer Instrumente zu studieren. Dabei inspirieren Klang und Spielgefühl zu historisch informierten Interpretationen, auch fernab heutiger Hörgewohnheiten. An unserem Bach-Tag wollen wir eine repräsentative Auswahl unserer Instrumentensammlung zum Klingen bringen und Ihnen mit Bachs Musik präsentieren!