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    VERANSTALTUNGEN
    oder
    Mi 04.12
    18:00 Uhr
    Orchesterprobenraum
    Vortrags- und Gesprächsreihe CAMPUS GEGENWART
    Eintritt frei
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    The Short Now
    Olia Lialina

    In ihrem Vortrag wird Olia Lialina darüber reflektieren, was es bedeutete im Jahr 1996 - als das WWW noch sehr jung war - eine Netzkünstlerin zu sein und wie man es 2019 - wenn sogar das Post-Internet vorüber ist - immer noch sein kann. Sie wird auf ihre frühen Werken eingehen die gefüllt sind mit Optimismus einer Liebe zum Internet. Es wird um Werke gehen die sich, umgangssprachlich ausgedrückt, dem Internet widmen sowie eigenen Erfahrung als GIF-Modell und die jüngsten Serien von Netzwerkporträts, die gleichzeitig Porträts der modernen network "condition" und Selbstporträts sind. 

    Olia Lialina
    (* in Moskau, lebt und arbeitet in Stuttgart), Pionierin der Netzkunst und seit 1999 New Media-Professorin an der Merz Akademie in Stuttgart, studierte Journalismus und Filmkritik an der Lomonosov Universität, Moskau. 1998 gründete sie mit Teleportacia die erste Web Art Gallery, 2014 war sie Co-Gründerin des Geocities Research Institute. In ihrem frühen Werk „My Boyfriend Came Back From The War” (1996) entwickelte sie eine besondere Erzähltechnik mit der Sprache der Elemente eines Webbrowsers und gilt daher als eine der Begründerinnen des Genres net.art. Weitere wichtige Projekte waren u. a. „Agatha Appears” (1997), „Last Real Net Art Museum” (2000), „Online Newspapers” (2004–2018), „Summer” (2013) sowie zuletzt „Self-Portrait” (2018), für das sie den Netbased Art Award erhielt. Olia Lialina veröffentlicht regelmäßig Texte über New Media, digitale Folklore und „Vernacular Web“.

    Weitere Infos:
    www.art.teleportacia.org

    “It matters what matters we use to think other matters with; it matters what stories we tell to tell other stories with; it matters what knots knot knots, what thoughts think thoughts, what descriptions describe descriptions, what ties tie ties. It matters what stories make worlds, what worlds make stories.”

    Donna J. Haraway, Staying with the Trouble: Making Kin in the Chthulucene (2016)


    Was bedeutet es, gegenwärtig zu sein, wenn die Geschwindigkeit des sozialen und technologischen Wandels unsere Anpassungsfähigkeit zu übersteigen droht? Wann beginnt das ‘Jetzt’ auf einem Planeten, dessen Klimawandel zu einer Klimakatastrophe wird? Woraus ist die Gegenwart gemacht, wie können wir darüber nachdenken und daran partizipieren?

    Im Rahmen von „The Short Now“ lädt der CAMPUS GEGENWART Künstler*innen und Theoretiker*innen ein, die ein Interesse für transdisziplinäres Arbeiten teilen und u.a. in den Feldern digitale Medien, Musik, Film, Fotografie, Tanz, Theater, Performance und Figurenspiel arbeiten, ihre Positionen vorzustellen. Diese Künstler*innen, deren Werk im Hier und Jetzt präsent ist, befassen sich auf unterschiedlichen Ebenen mit dem gegenwärtigen Moment – vom Politischen zum Persönlichen, vom Digitalen zum Analogen und vom Klang zur Stille. Ihre Arbeiten führen uns zu der Frage, was es bedeutet, im gegenwärtigen historischen Moment, über den William Gibson schreibt,  „The future is already here – it’s just not very evenly distributed”, Position zu beziehen.

    Während wir uns unseren Weg durch die zahlreichen Feeds, Streams und Benachrichtigungen bahnen, getrieben von der Angst, etwas zu verpassen (#FOMO), wird uns vor Augen geführt, wie Kunst – abwechselnd auf explizite, obskure, abstrakte oder spielerische Weise – einen Raum bieten kann, die Welt zu bezeugen und zu reflektieren, noch während sie sich schneller zu verändern scheint, als wir es begreifen können.

    Konzeption: Prof. Dr. Jennifer Walshe, Prof. Martin Schüttler, Gabriel Hensche,
    Antonia Marten, Julia Wirsching

    www.campusgegenwart.de