Veranstaltungen

    VERANSTALTUNGEN
    oder
    Di 23.02
    19:00 Uhr
    Orchesterprobenraum
    Stuttgarter Meisterkurse für Stimmkunst und Neues Musiktheater
    Eintritt frei
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    Dozentenkonzert

    Oscar Strasnoy                           
    Die Wanderschaft (2014)
    Text von Wilhelm Müller/ Carl Zöllner  
     
    Charlotte Seither                         
    KOY (2006)                                              
    für Bass-Stimme solo
    Andreas Fischer, Bass

    Carola Bauckholt                        
    Vollmond, unter Null (2004)                    
    für Sopran und präpariertes Klavier
    Angelika Luz, Sopran
    Robert Bärwald, Klavier
                 
    Georges Aperghis                       
    Récitation Nr. 5
    für Stimme solo
    Andreas Fischer, Stimme

    György Kurtág                           
    Játékok 12 neue Mikroludien (1946)
    Verena Weiss, Tanz
    Robert Bärwald, Klavier

    Bernd Schmitt                            
    Der Fleischtrog des Kannibalen                                                          

    Charlotte Seither                       
    MINZMEISSEL (2006)                                                  
    Drei kleine Stücke für Stimme und Klavier
    Angelika Luz, Stimme
    Robert Bärwald, Klavier

    Sven-Ingo Koch                       
    Und meine Seele spannte (Reisebeschreibung II) (2004) 
    2 Lieder für Singstimme und Klavier
    Andreas Fischer, Bass
    Robert Bärwald, Klavier

    Georges Aperghis                    
    Récitation Nr. 9
    für Stimme solo                                                                   
    Angelika Luz, Stimme

    Bernhard Gander                      
    moaning maggots (2016, UA)
    für Sopran und Bass                    
    Angelika Luz, Sopran
    Andreas Fischer, Bass

    BIOGRAPHIEN

    Robert Bärwald wurde in Esslingen am Neckar geboren. Schon als Jugendlicher war er mehrfacher Preisträger als Solist und Kammermusiker beim Wettbewerb Jugend musiziert. An der Musikhochschule in Stuttgart studierte er Klavier, historische Tasteninstrumente und Liedbegleitung. Seine Studien setze er bei dem berühmten Belcantospezialisten Peter Feuchtwanger in London fort.
    Neben dem solistischen Spiel widmet er heute einen Großteil seiner künstlerischen Arbeit der Liedbegleitung. Er musizierte mit namhaften Sängerinnen und Sängern wie Kammersängerin Sylvia Geszty, Turid Karlsen, Angelika Luz, Evelin Novak, Marko Spehar u.a. Er konzertierte beim Oberstdorfer Musiksommer, beim Klavierfestival Feuchtwangen, bei Vrenden vanh hets Lied in Amsterdam, dem Literatursommer Baden Würtemberg, den  Lunchtime recitals London, bei der Hugo Wolf Akademie Stuttgart  u.v.a.
    Radio- und Fernsehaufnahmen beim SWR und beim niederländischen Radio N 4  dokumentieren sein künstlerisches Schaffen. So nahm er 2011 beim SWR Schönbergs "Buch der hängenden Gärten" mit der Sopranistin Frederique Friess auf und wirkte als Pianist des ensemble transcendant bei zahlreichen Livemitschnitten mit. Neben seiner Unterrichtstätigkeit an der Stuttgarter Hochschule unterrichtet er mit Leidenschaft an der Esslinger Musikschule eine Klavierklasse mit jungen Klaviertalenten und engagiert sich neben der Entdeckung unbekannter Komponisten und des zeitgenössischen Liedes für eine am Menschen orientierte Musikpädagogik.

    Andreas Fischer studierte Schulmusik und Gesang. Früh erwachte sein Interesse an neuer Musik. Als freischaffender Sänger und als Bass der Neuen Vocalsolisten Stuttgart sang er unzählige Uraufführungen. Er arbeitete mit Karlheinz Stockhausen, Helmut Lachenmann, Luciano Berio, Peter Eötvös, Salvatore Sciarrino und George Aperghis zusammen, um nur einige zu nennen. Sein besonderes Interesse gilt dem Musiktheater. Er sang alle Basspartien bei der UA von Brian Ferneyhoughs „Shadowtime“ während der Münchner Biennale, in Paris, London und New York. Mit der Rolle des „Father“ in der Oper Zaide/Adama von Chaya Czernowin debütierte er 2006 bei den Salzburger Festspielen und gastierte an den Theatern Basel und Bremen. Es folgten UAs von Enno Poppes Oper „Arbeit, Nahrung, Wohnung“ und „Aura“ von José – Maria Sanchez-Verdù. 2010 übernahm er die Basspartie in Chaya Czernowins Oper „Pnima“ an der Staatsoper Stuttgart. Im März 2014 sang er beim Festival MärzMusik in Berlin die Partie des „Probanden“ in Enno Poppes Oper „IQ“. Im Mai 2014 folgten Uraufführungen neuer Musiktheaterarbeiten von Nikolaus Brass und Dieter Schnebel bei der Münchner Biennale.

    Die aus Ehingen/Donau stammende Sopranistin Angelika Luz begann 1979 nach dem Abschluß ihres Klavierstudiums die Künstlerische Ausbildung in Gesang bei Prof. Sylvia Geszty an der Staatlichen Hochschule für Musik und Darstellenden Kunst in Stuttgart und studierte dort von 1981-83 das Opernfach. Preise errang sie beim Mozart-Wettbewerb Würzburg, beim VDKM- Wettbewerb Berlin und beim Internationalen Koloratur-Wettbewerb Stuttgart. Von 1983-86 war sie an der Oper der Stadt Köln und danach bis 1990 am Landestheater Salzburg engagiert. Mit der Partie der Konstanze/Entführung aus dem Serail, der Königin der Nacht/ Die Zauberflöte und der Rosalinde/Die Fledermaus gastierte sie u.a. am Opernhaus Zürich, an der Staatsoper Hamburg, am Staatstheater Karlsruhe, am Nationaltheater Mannheim, an der Deutschen Oper Berlin, an der Volksoper Wien und am Smetana-Theater Prag.
    Mit der Teti in Jommelis Fetonte oder als Poppea in Monteverdis L´incoronazione erweiterte sie ihr Repertoire zur „Alten Musik“ hin; mit der Sophie in U. Zimmermanns Weisser Rose oder als Pinnochio in A. Werners Die nachtblaue Fee schlug sie den Bogen zur Neuen Musik. 2003 war sie als Irma Vep in der UA von F. Zeller bei den Schwetzinger Festspielen, 2004 in der UA von shadowtime von B. Ferneyhough/ Münchner Biennale, 2008  in Trilogia von A. Hölszky/ Beethovenhaus Bonn, 2010 in der UA  Buch Asche. von K. Lang an der Oper Bonn zu hören. Mit den Neuen Vocalsolisten war sie bis 2006 verbunden und hat unzählige Werke uraufgeführt. Als Solistin arbeitet Angelika Luz mit Orchestern und Ensembles wie Ensemble Modern, ensemble recherche oder dem Klangforum Wien. Angelika Luz trat u.a. bei Ars musica Brüssel, beim Festival d´Automne Paris, bei den Tagen für Neue Musik Zürch, beim Steirischen Herbst Graz, bei Wien modern, beim Festival Ultima Oslo, bei der Musikbiennale Venedig, beim Warschauer Herbst, bei Éclat Stuttgart, den Berliner Festwochen, bei März-Musik Berlin, der Ruhr-Triennale und den Ludwigsburger Schlossfestspielen  auf. Neben zahlreichen Rundfunk- und CD-Aufnahmen erschienen bei WERGO: L.  Nono  Canciones a Guiomar / L. Nono Der rote Mantel/ B. A. Zimmermann Omnia tempus habent. Seit 2007 betreut sie als Professorin den Studiengang Master Neue Musik/Gesang. Seit 2011 leitet sie zudem das „Studio für Stimmkunst und Neues Musiktheater“. Als Dramaturgin und Regisseurin hat sie über 40 Produktionen erarbeitet. Diese reichen von klassischen Opern-Werken bis zu freien szenischen Arbeiten zeitgenössischer Kunst, die Musik, Stimme, Szene, Licht, Multimedia, Tanz, Düfte oder Figurenspiel in Verbindung setzen. Als Jurorin wurde Angelika Luz mehrfach zu Wettbewerben eingeladen; ihr Fachwissen vermittelt sie international in Meisterklassen.
     
    Bernd Schmitt wurde 1962 in Ulm geboren. Er studierte Klarinette an der Stuttgarter Musikhochschule bei Prof. Ulf Rodenhäuser. Neben Aushilfstätigkeiten in Berufsorchestern und Rundfunkeinspielungen arbeitete er vorwiegend im Bereich der Neuen Musik, u.a. mit Helmut Lachenmann und Christopher Brandt. Für sechs Jahre leitete Bernd Schmitt eine Kammermusikreihe in Stuttgart, die, in Zusammenarbeit mit Schauspielern und Bildenden Künstlern, Musikstücke auf ihren Umgang mit der Tradition befragte. Diese inhaltliche Arbeit an der Musik führte Bernd Schmitt fast zwangsläufig zur Opernregie. Er besuchte Meisterkurse bei Prof. Ruth Berghaus, die, neben Helmut Lachenmann, die prägendste Persönlichkeit für seine Entwicklung wurde. 1993 erhielt er ein erstes Engagement ans Theater Trier. Seither hat Bernd Schmitt etwa 60 Opern inszeniert, u.a. am Staatstheater Kassel, Theater Trier, Ulmer Theater, Landestheater Linz. Der Schwerpunkt seiner Arbeiten liegt auf den Werken Mozarts und der Moderne. Seit 1995 lehrt Bernd Schmitt an der Opernschule der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst Stuttgart im Fach „Szenischer Unterricht für Sänger“. Seit 2005 ist er als Dozent dort fest angestellt. Bernd Schmitts schriftstellerisches Werk umfasst Lyrik und Kurzprosa, die in verschiedenen Anthologien veröffentlicht wurden, sowie Libretti und Sprechpartituren. Andreas Weil vertonte Teile des Gedichtzyklus’ „Last minute“ (UA 2005). Für Christopher Brandt entstand „Kern im Pornoladen“ (UA 2003 als Notturno VI) und „Meer“ (UA 2006) sowie die Libretti „Phädra II/5“ (UA 2002), „Badeunfall“ (UA 2002), „Gretes Mahl“ (UA 2006) und „Ariadne“ (UA 2006). Im Mai 2011 wurde Schmitts Kantate „Abgehoben“ uraufgeführt, ein Auftragswerk der Ulmer Spatzen über Albrecht Berblinger. 2013 erschien sein Buch „Lückentexte“ im Gerhard Hess Verlag. Bernd Schmitt arbeitet regelmäßig als Dramaturg und Autor mit Frieder Bernius zusammen. Seit 2007 ist er Regisseur und Hausautor der „Akademie für gesprochenes Wort Stuttgart“. Er schrieb für das Sprecherensemble mehrere Sprach-Partituren („Versichert sein mit Ludwig Wittgenstein“, „Ballett des Chirurgen“), sowie Hörstücke („Hebels Hörkalender“) und entwirft und erarbeitet regelmäßig Programme für die Akademie. Seit 2009 bietet Bernd Schmitt ein Seminar „Musiktheater für Komponisten“ an, um die musikalischen und die szenischen Abteilungen innerhalb der Hochschule zugunsten der Ausbildung der Studierenden besser zu vernetzen. 2010 konnte ein erstes Ergebnis dieses Seminars vorgestellt werden. Unter dem Titel „VorOrt“ brachten Studierende der Musikhochschule sechs Musiktheaterszenen von fünf Kompositionsstudenten zur Uraufführung. Im Oktober 2012 eröffnete das neugegründete Studio für Stimmkunst und Neues Musiktheater unter dem Titel „Die drei Tode des Narziss“ mit fünf Kurzopern, zu denen Bernd Schmitt die Libretti verfasste und die er inszenierte.

    Verena Weiss ist Tänzerin, Choreografin und Regisseurin. Sie wurde am Institut für Bühnentanz in Köln zur Tänzerin ausgebildet. Sie tanzte am Bremer Tanztheater unter Reinhild Hoffmann sowie bei Carolyn Carlson in Paris. Seit 1991 arbeitet Verena Weiss an ihrem eigenen Tanztheaterrepertoire, u.a. am Deutschen Schauspielhaus in Hamburg, in Leningrad, Moskau, Paris, München, Wien, Innsbruck und Basel. In Innsbruck inszenierte sie die deutschsprachige Erstaufführung der Oper „Vincent“ von Enojuhani Rautavara. Sie erhielt ein Stipendium an der Akademie Schloss Solitude. Auch arbeitet sie im Bereich Schauspiel mit Regisseuren wie Peter Zadek und Robert Wilson zusammen. Mit der Spielzeit 2004/05 übernahm sie die Position der Tanzdirektion am Luzerner Theater. Hier schuf sie neun Tanztheaterproduktionen und führte in der Oper „Treemonisha“ von Scott Joplin Regie. Neben einem choreographischen Beitrag für das Oldenburgische Staatstheater arbeitete Verena Weiss für das Teatre du Chatelet, Luxemburg gemeinsam mit Giora Feidman den Klezmer- Abend „Nothing but music“. Für das Literaturbüro Detmold, Westfalen Lippe entwickelte sie mehrere Produktionen für das alljährliche Literaturfestival unter anderem mit Werner Fritsch. Sie choreografierte für das Lucerne Festival. und für die Biennale München zum Thema „Tanz und Musik“. 2010 inszenierte sie für das Wilhelma Theater Stuttgart mit den Studenten der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst „ Penelope“ von Eleonora Carrington. Sie tanzte und inszenierte mehrere Performances mit bildenden Künstlern und Komponisten, unter anderem an der Musikhochschule München. Sie gibt Meisterklassen an der Palucca Hochschule für Tanz in Dresden. Seit April 2011 ist sie Professorin für Körperarbeit an der Hochschule für Darstellende Kunst in Stuttgart.

    Prof. Angelika Luz - Neue Musik für Stimme und Improvisation
    Detaillierte Arbeit inklusive Technik, Ausdruck und Szene an Solowerken von Aperghis, über Berio, Cage oder  Hölszky bis zu Xenakis oder Zender. Solistisch oder in kammermusikalischer Besetzung.

    Andreas Fischer - Neue Musik Solo, Kammermusik und Vokalensemble
    Den richtigen Ton zu treffen, im wörtlichen wie sprichwörtlichen Sinne, ist ein zentrales Ziel der Arbeit: mit musikalischem Gespür, Liebe zum Detail und technischer Raffinesse zum adäquaten Ausdruck zu finden, individuell und kollektiv.

    Bernd Schmitt - Szenischer Ausdruck in Neuer Vokalmusik
    Die moderne Vokalmusik hat die künstlerischen Ausdrucksmöglichkeiten der menschlichen Stimme enorm erweitert. Dies hat bei Bühnenwerken zwangsläufig auch Auswirkungen auf die Darstellungsform. Ausgehend von Brechts Infragestellung der ständigen und kompletten Identifikation mit der Rolle in seinem Aufsatz „Über das Nichtaristotelische Theater“ werden sowohl in szenischen Übungen als auch anhand konkreter Stücke praktische Umsetzungen auf der Bühne ausprobiert.

    Prof. Verena Weiss - Himmelschwer
    Imaginieren wir mit dem poetischen Titel einen Zustand der Vollendung. Transformation der Erdenschwere und seine Abhängigkeit von den physikalischen Gesetzen. Ist es möglich durch die Arbeit des Bewusstseins den Prozess zu vollziehen die Oberhand über die Materie Körper zu erlangen, die dominante Kraft der Erdenschwere zu überwinden? Schweben und Balance, das Gleichgewicht halten zu können gehört zu den ersten Aufrichtungs- Erfahrungen der Kinder. Im Tanz erfahren wir Erstaunen, Ahnung und Erwartung, die kongeniale Ausdrucksform des Augenblicks. Unter dem Titel „Himmelschwer“ erforschen wir Erdenlast, Schweben und Sturzgefahr.

    Dienstag, 23. Februar  bis Sonntag, 28. Februar öffentlicher Unterricht und Proben im OPR, KMS, 7.14 und 7.13
     
    Sonntag, 28. Februar, 19 Uhr Werkstattkonzert mit den Teilnehmerinnen und Teilnehmern der Meisterkurse im OPR