Veranstaltungen

    VERANSTALTUNGEN
    oder
    Fr 27.03
    15:00 Uhr
    Orchesterprobenraum
    Eintritt frei
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    Symposium zur Aufführungspraxis
    italienischer Rezitative in den Opern zur Händelzeit

    Das Rezitativ gehört womöglich zu den musikalischen Stücken der Barockzeit, dessen Notation am weitesten von der erwarteten Aufführungspraxis entfernt ist. Dabei gehört das Rezitativ als handlungstreibendes Element von Opern, Oratorien und Kantaten in den Alltag von Sängern und Instrumentalisten, aber auch von Regisseuren und Dramaturgen.Innerhalb des Symposiums sollen die zahlreichen Fragen zur Aufführungspraxis anhand historischer Quellen dargestellt und in Workshops umgesetzt werden. Dazu kommen Wissenschaftler, Dirigenten der Barockszene und Spezialisten der Historischen Aufführungspraxis zusammen. In einer abschließenden Gesprächsrunde sollen die Chancen und Möglichkeiten einer historisch informierten Aufführungspraxis für den heutigen Theaterbetrieb diskutiert werden.

    Konzeption & Leitung: Prof. Jörg Halubek

    Freitag, 27.03.2015 
    15 Uhr Begrüßung und Einführung
    Prof. Jörg Halubek (Stuttgart)

    15.30-17 Uhr 
    Poetik, Metrik, Versmaß – Zur Kompositions- und Notationsgeschichte 
    Prof. Dr. Manfred Hermann Schmid (Augsburg)

    18-21 Uhr 
    Kurz oder Lang: Quellen zur Ausführung und Besetzung des Generalbass
    Akkord, nachschlagende Kadenzen, alternative Besetzungen
    Prof. Jesper Boje Christensen (Basel)

    Der Eintritt ist frei!

    Manfred Hermann Schmid. Geboren 1947 in Ottobeuren und aufgewachsen in Augsburg; studierte zunächst Violine am dortigen Konservatorium bei Rudolf Koeckert, dann Musikwissenschaft, Philosophie und Kunstgeschichte an den Universitäten Salzburg und München (bei Gerhard Croll und Thrasybulos Georgiades) sowie Musiktheorie an der Musikhochschule Freiburg i. Br. (bei Peter Förtig). 1975 Dr. phil. der Universität München; dort 1975 bis 1979 wissenschaftlicher Assistent; 1980 Habilitation. 1979–86 Leiter des Münchner Musikinstrumentenmuseums. 1986–2012 Ordinarius für Musikwissenschaft an der Universität Tübingen. Zum Wintersemester 1992/93 Gastprofessor an der Universität Salzburg. Seit 2012 Lehrtätigkeit an den Universitäten München und Wien. Mitglied der Musikgeschichtlichen Kommission (1993-1998 deren Vorsitzender) und der Akademie für Mozart-Forschung Salzburg (seit 2010 deren Vorsitzender). Seit 2010 Mitglied (und Vorsitzender) von FAMA Forum Alte Musik Augsburg.

    Jesper Christensen unterrichtet seit 1988 als Professor für Cembalo, Generalbass, Fortepiano sowie Ensemble- und Aufführungspraxis an der Schola Cantorum Basiliensis. Davor war er von 1972 bis 1985 Dozent für historischen Tonsatz, Generalbass und Aufführungspraxis an der Königlichen Dänischen Hochschule für Musik in Kopenhagen. Als Gastprofessor lehrte an den Musikuniversitäten in Genf, Lyon, Potenza und Graz und gibt Meisterkurse in allen wichtigen Zentren der Alten Musik in ganz Europa. Als Cembalist hat er sich durch Konzerte und Auftritte bei den renommiertesten Festivals Alter Musik seit vielen Jahren international profiliert. Wegweisend wirkte er vor allem auf dem Gebiet der Generalbass-Begleitung. Auch für die italienische Orchester- und Vokalpraxis zur Zeit Arcangelo Corellis hat er wissenschaftlich und musikalisch neue Maßstäbe gesetzt und angeregt. Seit über 30 Jahren lehrt er außerdem ein durch seine revolutionierenden Forschungen zu historischen Tondokumenten geprägtes Verständnis von romantischer Klaviertradition und Interpretation, überwiegend am Hammerklavier. Hervorzuheben sind seine mehrfach ausgezeichneten Aufnahmen, u.a. von Johann Matthesons 12 Sonaten für Traverso und Basso continuo sowie Francesco Bonportis „Inventioni“ für Violino und Basso continuo und Arcangelo Corellis Violinsonaten op.V und Concerti grossi op.VI in Zusammenarbeit mit Chiara Banchini. Die 2001 eingespielte CD seiner Band Timewave ist eine untraditionelle Mischung aus Jazz, Crossover, Improvisation, Worldmusic, Flamenco und Alter Musik. Es folgten Tourneen durch Dänemark, die Schweiz und Italien. Er publizierte u.a. das Generalbass-Lehrbuch Die Grundlagen des Generalbaß-Spiels (1992, mittlerweile auch in englischer, französischer, italienischer und tschechischer Sprache erschienen, russische Ausgabe in Vorbereitung), den Artikel Generalbass in der MGG sowie weitere Artikel. Jesper Bøje Christensen ist  ein erfahrener Juror, er wirkte in dieser Funktion bei internationalen Cembalo- und Kammermusikwettbewerben in Brügge, Bologna, Saarbrücken, beim Premio Bonporti in Rovereto sowie heuer nun zum dritten Mal als Vorsitzender beim Telemann-Wettbewerb in Magdeburg.