Stuttgarter Orgelakademie 2019

    Biografien

    Daniel Roth

    ist weltweit anerkannt als einer der letzten großen Vertreter der französischen Interpretations- und Improvisationstradition. Er ist Titularorganist an der legendären und original erhaltenen Orgel von Aristide Cavaillé-Coll in der Kirche St Sulpice in Paris, an der unter anderem schon Charles-Marie Widor und Marcel Dupré wirkten. Die CD-Einspielungen von Daniel Roth sowie sein Wirken und sein Engagement für die französische Orgelmusik sind mit zahlreichen internationalen Preisen bedacht worden, er wirkte als Professor in Washington, Strasbourg, Saarbrücken und zuletzt in Frankfurt a.M.; als Komponist schreibt er Orgel-, Kammer- und Orchestermusik sowie vokale Werke.
    Daniel Roth ist „Chevalier de la Légion d'Honneur“, „Officier de l'Ordre des Arts et des Lettres“, und „Honorary Fellow of the Royal College of Organists“. 2006 wurde ihm der Preis für Europäische Kirchenmusik Schwäbisch Gmünd verliehen.

    Prof. Helmut Deutsch,
    Professur in Stuttgart seit 2013, davor an der Musikhochschule Freiburg. Preisträger nationaler und internationaler Wettbewerbe, zuletzt beim Liszt-Wettbewerb Budapest. Internationale Konzert-, Dozenten- sowie Jurytätigkeit; CD-Produktionen („Diapason d’or” Paris für die Orgelwerke von Liszt). Transkriptionen von Klavier- und Orchesterwerken für die Orgel.
    www.h-deutsch.de

    Kit Downes

    Kit writes, performs and teaches music, as well as playing the piano, church organ and various other keyboards in a variety of different ensembles. At the age of 12, Kit was an organ scholar in Norwich (St. Peter Mancroft) as well as playing at the Cathedral (where he was a chorister), before he started studying piano and organ at the Purcell Music School - studying organ under David Dunnet and Katherine Dienes-Williams. He later went on to study at the Royal Academy of Music, (where he is now a tutor and Associate) at which he time he also began performing with and composing for the UK band 'Empirical' – with whom he toured the US, Canada and Europe, whilst also performing with Micachu, Lee Kontiz and Django Bates.
    Kit has received a BBC Jazz Award, a British Jazz Award and a Mercury Music Award nomination for his own albums, and now tours with his own group ‘ENEMY’, ‘Vyamanikal’, Josienne Clarke, Julian Arguelles and Aidan O’Rourke. In 2013-18 he has been nominated in the Rising Star category in Downbeat Magazine (US) (in piano and organ categories), and in 2014 won the 'Best Album Award' at the Parliamentary Jazz Awards. In 2015 Kit recorded his first album for ECM with Thomas Strønen’s ‘Time is a Blind Guide’. Kit now teaches at the Royal Academy of Music and is also a patron of the ‘Musical Keys’ charity. He has since performed solo organ concerts at Lausanne Cathedral, 3 Choirs Festival UK, Cologne Philharmonie, Royal Festival Hall, Aarhus Symfoni, St Paul’s as part of Huddersfield Contemporary Music Festival, The Kaiser Wilhelm Memorial Church as part of Berlin Jazz Festival, Darmstadt Organ Festival and the Kashiwaya-Gakki Forum Hall in Tokyo. He released a solo organ record of his own music on the ECM label in January 2018 to critical acclaim, and is touring in support of that record over the next two years (with upcoming performances at Kolligienkirche in Salzburg, Liebfrauenkirche in Leipzig, The Abbey of La Cambre in Brussels and The Royal Festival Hall in London).
    In 2015 he worked with Aldeburgh Music and Tom Challenger on a project called ‘Vyamanikal’ - a series of recordings documenting extended techniques on various local church organs (often in various states of disrepair) - the project was later performed live at the Aldeburgh Festival as well as Manchester Jazz Festival and London Jazz Festival, as well as being made into a film. The same year he performed original commissions by Shiva Feshareki for Aarhus Symfoni and the Union Chapel Organ. He has previously been commissioned by The Wellcome Trust, Folded Wing for BBC Radio 2, BBC Jazz on 3, Cheltenham Jazz Festival, London Contemporary Music Festival and Aldeburgh Music, as well as co-curating a music technology instillation at Cheltenham Jazz Festival 2016.

    For more information please visit:
    www.kitdownes.com
    www.soundcloud.com/kitdownesmusic

    Prof. Jörg Halubek
    Dirigent/Maestro al Cembalo
    Jörg Halubek ist einer der vielversprechenden Spezialisten für Alte Musik. Diese Saison erfährt er große Beachtung mit Monteverdis „Marienvesper“ am Nationaltheater Mannheim und „Anfang und Ende – B.A.C.H.⁶¹“ an der Staatsoper Kassel. Als Highlight der Saison 2018/19 gibt er als musikalischer Leiter mit Händels „Poros“ sein Debüt an der Komischen Oper Berlin und ist mit seinem Barockorchester „il Gusto Barocco“ als Festivalorchester der Bachwoche Ansbach eingeladen. Zuletzt war er an zahlreichen traditionsreichen Theatern und Festivals als Dirigent eingeladen, u.a. bei den Händel-Festspiele Halle 2018 und seit 2012 regelmäßig an der Staatsoper Kassel.
    Als Interpret für historische Tasteninstrumente wurde Jörg Halubek in den letzten Jahren mehrfach ausgezeichnet, u.a. für seine Einspielung von Bachs Violinsonaten mit Leila Schayegh. Vor kurzem erschien die Ersteinspielung von Johann David Heinichens „Flavio“ mit „il Gusto Barocco“ unter seiner Leitung. Dieses Frühjahr erscheint der erste Teil seiner Gesamteinspielung der Orgelwerke Johann Sebastian Bachs an Originalinstrumenten.
    www.joerghalubek.de | www.ilgustobarocco.de

    Prof. Dr. Ludger Lohmann
    wurde 1954 in Herne/Westfalen geboren.
 Er studierte an der Musikhochschule und der Universität Köln Schul- und Kirchenmusik, Musikwissenschaft, Philosophie und Geographie. Seine Lehrer waren Wolfgang Stockmeier (Orgel) und Hugo Ruf (Cembalo). Weitere Orgelstudien führten ihn zu Anton Heiller nach Wien und Marie-Claire Alain nach Paris.
    
Bei mehreren internationalen Orgelwettbewerben erhielt er Preise, u.a. ARD-Wettbewerb München 1979 und Grand Prix de Chartres 1982.

    1981 erschien seine vielbeachtete musikwissenschaftliche Dissertation „Artikulation auf den Tasteninstrumenten im 16.–18. Jhd.“, inzwischen ein Standardwerk für Interpreten. Seit einigen Jahren liegt sein Forschungsinteresse im Bereich der romantischen Orgelmusik.
    
Von 1979–1984 unterrichtete Ludger Lohmann Orgel an der Musikhochschule Köln, seit 1983 lebt und arbeitet er in Stuttgart als Professor an der Musikhochschule. Daneben war er 25 Jahre lang als Organist an der Domkirche St. Eberhard tätig.

    Er konzertiert weltweit; Rundfunk-, Fernseh- und CD-Produktionen dokumentieren seine Repertoirevielfalt mit den Schwerpunkten alte und romantische Orgelmusik.
    Ludger Lohmann ist ein gefragtes Jurymitglied vieler internationaler Orgelwettbewerbe. 
Ein zentrales Anliegen ist ihm das Unterrichten in seiner Stuttgarter Orgelklasse, die begabte Studenten aus der ganzen Welt anzieht. 
Gastprofessuren und Masterclasses führen ihn an zahlreiche Musikhochschulen und Universitäten vieler Länder und zu internationalen Orgelakademien u.a. der Akademien in Haarlem (Niederlande) und Göteborg (Schweden), wo er auch als senior researcher im Orgelforschungsprojekt der Universität (GOArt) mitwirkt.

    Foto: Oliver Röckle

    Prof. Jürgen Essl

    Studium der Kirchenmusik und des Konzertfachs Orgel in Stuttgart, Bordeaux und Wien. Seit 2003 Professor an der Stuttgarter Hochschule. Jürgen Essl übt eine umfangreiche Konzerttätigkeit als Solist und Improvisator aus und tritt regelmässig bei Festivals, in Kathedralen und Konzertsälen auf. Als Komponist von Instrumental- und Vokalwerken ist er mittlerweile auch einem größeren Publikum bekannt. Viele seiner über 30 CD-Produktionen wurden mit Auszeichnungen bedacht, seine zuletzt erschienene Aufnahme mit Improvisationen in der Kathedrale von Mexico-City wurde bei Fono Forum als „CD des Jahres“ 2018 gelistet, ebenso im englischen Magazin musicweb-international als „CD of the year“.
    www.juergen-essl.de

    Prof. Johannes Mayr

    (geboren 1963) studierte 1981-1987 katholische Kirchenmusik in Stuttgart, u. a. bei Rudolf Walter, Ludger Lohmann und Willibald Bezler. 1990-2001 wirkte er als hauptamtlicher Kirchenmusiker mit Dekanatsauftrag in Bad Wurzach, 2001 bis 2011 in Stuttgart (St. Fidelis), dort ab 2004 als Regionalkantor. Von 1992 bis 2007 war er als Lehrbeauftragter für liturgisches Orgelspiel/Orgelimprovisation in Augsburg (Leopold-Mozart-Konservatorium/ Musikhochschule Nürnberg-Augsburg) tätig. Seit 2004 nimmt er einen Lehrauftrag an der Tübinger Hochschule für Kirchenmusik für Orgelliteraturspiel und Liturgisches Orgelspiel wahr. Seit 2009 lehrt er Orgelimprovisation an der Stuttgarter Musikhochschule. Seit 2011 ist er Domorganist an der Konkathedrale St. Eberhard Stuttgart.
    Als Orgelsachverständiger ist er seit 1991 für die Diözese Rottenburg-Stuttgart tätig. Seine jahrelangen Forschungen insbesondere zur oberschwäbischen Orgellandschaft haben in mehreren Buchpublikationen ihren Niederschlag gefunden.
    Als Orgelimprovisator erhielt er zahlreiche Auszeichnungen. Er war Preisträger beim Wettbewerb "Orgelspiel im Gottesdienst" in Rottenburg (1988), beim Südwestfunk-Orgelimprovisationswettbewerb und beim Internationalen Orgel-Improvisationswettbewerb zu zeitgenössischer Kunst "Wandlung der Formen" in Regensburg (jeweils 1998). Erste Preise erhielt er beim Europäischen Orgelimprovisationswettbewerb in Schwäbisch Gmünd (1989), beim Internationalen Orgelimprovisationswettbewerb in Montbrison/Frankreich 1991 und beim Internationalen Orgelwettbewerb "Orgel ohne Grenzen" in Dudelange/Luxemburg 2009.

    Prof. Stefania Neonato, DMA

    studierte zunächst in der Heimatstadt Trento, wo sie ihre Diplome in Klavier sowie Sprach- und Literaturwissenschaften erwarb.
    Mit Alexander Lonquich, Riccardo Zadra und Leonid Margarius setzte sie ihre musikalischen Studien fort, um später unter der Leitung von Stefano Fiuzzi an der Accademia Internazionale in Imola die Masterprüfung in Hammerklavier abzulegen. Den “Doctor of Musical Arts” in “Historical Performance Practice” erlangte sie an der Cornell University in New York mit Malcolm Bilson, wo sie von 2006 bis 2008 als Assistentin für Klavier tätig war.
    Seit April 2013 hat Stefania Neonato eine Professur für Hammerklavier an der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst Stuttgart inne.
    Ihr Repertoire reicht von der Wiener Klassik bis zur Spätromantik und wird belegt durch bemerkenswerte Einspielungen sowohl solistischer Werke (Mozart, Haydn, Clementi, Beethoven - OrangeHomeRecords) als auch von Kammermusik (Schubert, Beethoven, Hummel, Weber mit dem Flötisten Fabio de Rosa – Dynamic).
    Zu ihrer Instrumentensammlung zählen der Nachbau eines Walter und Söhne um 1805 (McNulty, 2008), ein Hammerklavier Conrad Graf (1819), ein Hammerklavier Joseph Brodmann (1790), ein Böhm (1827), ein Stodart “square” (1830), ein Pleyel (1841) und ein Erard (1853).

    Tobias Wittmann

    ist Regionalkantor des Kath. Stadtdekanats Stuttgart und Kirchenmusiker an St. Fidelis, das im Rahmen des Projekts ‚Aufbrechen‘ zum Kirchenmusikalischen Zentrum ernannt wurde. Während er mit dem Sakralchor St. Fidelis regelmäßig große oratorische Werke zur Aufführung bringt, erarbeitet er mit dem Solisten-Ensemble Fidelis vorrangig anspruchsvolle a-cappella Chorliteratur aller Epochen. Dabei entstand 2015 die CD-Einspielung ‚Erwartungen‘.
    Mit der Reihe KlangRaum setzt Tobias Wittmann in St. Fidelis seit einigen Jahren einen besonderen Schwerpunkt im interdisziplinären Dialog von Kirchenmusik und anderen Kunstformen.
    Sein besonderes Interesse gilt der Orgelimprovisation, die er nach abgeschlossenem Kirchenmusikstudium (A-Examen) an der Stuttgarter Musikhochschule in einem Masterstudium bei Prof. Jürgen Essl und Johannes Mayr vertieft hat. Als Organist konzertiert er regelmäßig mit Literatur- und Improvisationsprogrammen, sowohl solistisch wie auch mit renommierten Künstlern. 2013 war er Preisträger des Wettbewerbs ‚Orgelimprovisationen im Gottesdienst‘.
    An der HMDK Stuttgart hat er einen Lehrauftrag für Orgelimprovisation und Orgelbaukunde.