Veranstaltungen

    AKTUELLES

    Patrick Schäfer: Stücke zum Advent (Uraufführung) 

    1., 8., 15. & 22.12.2019 · 10 Uhr
    Domkirche St. Eberhard

    1. Advent, 01.12.2019: „Lesung“
    2. Advent, 08.12.2019: „Populus Sion“
    3. Advent, 15.12.2019: „Gaudete“
    4. Advent, 22.12.2019: „Ave Maria“

    Besetzung:
    Doreen Schneider (Klarinette)
    Alexander Tauber (Posaune)
    Hannes Brugger (Schlagwerk)
    Héloïse  Barsotti (Schlagwerk)
    Maja Friedrich (Violine)
    Aldara Otero López (Violine)
    Iván Sánchez Águila (Viola)
    Unai Ruiz de Gordejuela  (Cello
    Nataly González Otalora (Kontrabass)


    4 Stücke zum Advent (2018/19)
    Etwas provokant gesagt ist das Weihnachtsfest der größte Exportschlager des Christentums: Das Fest der Geburt Christi schafft es nicht nur wie kein anderer Tag die Kirchenbänke wieder zu füllen, sondern wird auch weltweit von Menschen aller Religionen ebenso als Gelegenheit genutzt sich zu besinnen, die Familie zu sehen, ein Fest der Liebe zu feiern. Letzteres ist auch das Narrativ mit dem die Wirtschaft es versteht die Festtage für den Verkauf von Konsumgütern nutzbar zu machen.
    Das alles könnte man durchaus als Problem verstehen und diese Zustände beklagen. Vielmehr als ein Problem schienen mir aber diese Umstände ein Grund zu sein weshalb die Adventszeit heute wichtiger ist als je zuvor:Weil sie uns klar macht, dass der Prozess und alles was wir an Weihnachten zu erleben erhoffen, ein geistiger ist und nicht von jetzt auf gleich erzeugt werden kann. Vielmehr müssen wir durch verschiedene sinnliche Stadien laufen, bevor uns überhaupt das Heilsversprechen, dass die Geburt Jesu letztlich für Christen bedeutet, verständlich, nachvollziehbar wird.
    Diese Stadien waren es auch, die ich versucht habe in meinen vier Stücken zum Advent erfahrbar zu machen.

    1. Advent: Lesung, für Sprecher, Posaune, 2 Schlagwerker und Kontrabass stellt zunächst das Klischee von Weihnachten – in Form der Schlittenglocken – der scharfen Warnung des Lesungstextes gegenüber.

    2. Advent: In Populus Sion, für Chor bleibt auch ein Spannungsverhältnis formgebend. Nun aber nicht in der Gestik/dem Instrumentarium sondern der Harmonik, die ständig zwischen f-moll und E-Dur pendelt, sich ständig in eine stabile Tonika aufzulösen versucht und damit der Vorankündigung der Rettung durch den Herrn folgt.

    3. Advent: Gaudete für Klarinettenquintett befindet sich klanglich in der Schwebe zwischen den sich immer wieder zusammenbauenden Zitaten des gregorianischen Chorales „Gaudete“ und der emphatischen Verklanglichung dessen, was der Text ausdrückt.

    4. Advent: Ave Maria für Mezzosopran und Orgel.


    Patrick T. Schäfer, geboren 1993 in Augsburg, absolvierte seinen Bachelor in Komposition an der Hochschule für Musik und Theater in München bei Hans-Jürgen von Bose und Isabel Mundry. Seinen Master schloss er 2019 bei Marco Stroppa an der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst Stuttgart ab. Ein Erasmussemester führte ihn an die Kunstuniversität Graz in die Kompositionsklassen von Beat Furrer. Schäfers Arbeit umfasst Musik für den Konzertsaal, elektronische Musik, Filmmusik, Theatermusik und Musiktheater. Seine von der Ernst-von-Siemens-Musikstiftung geförderte erste Oper „Letzte Nacht“ für Solisten, Sprecher, Chor und Orchester wurde 2017 in den Spielplan des Stadttheaters Augsburg aufgenommen. 2018 erhielt Schäfer den Augsburger Kunstförderpreis.
    Schäfer war Stipendiat der Akademie des SWR-Vokalensembles. Heute wird er von der Friedrich-Ebert-Stiftung und der Akademie „Musiktheater heute“ durch Stipendien gefördert. Sein Konzertexamen erarbeitet er sich an der Hochschule für Musik und Tanz in Köln in der Klasse von Miroslav Srnka.

    BEYOND
    Studierende der Staatlichen Hochschule für Musik und Darstellende Kunst Stuttgart komponieren für St. Eberhard

    Was geht in den Köpfen junger KomponistInnen in Sachen Glauben und Kirche um? Welche zeitgemäße künstlerische Sprache finden sie für den besonderen Ort von Verkündigung und Gebet? Wie können experimentelle Kompositionen in den Kontext heutiger Liturgie Eingang finden?

    Mit dem 2017 initiierten Programm BEYOND sollen Brücken gebaut und Ideen von Studierenden realisiert werden:

    Auf Initiative der Dommusik St. Eberhard und der Staatlichen Hochschule für Musik und Darstellende Kunst Stuttgart und ermöglicht durch die Unterstützung des Ministeriums für Wissenschaft, Forschung und Kunst Baden-Württemberg, der Martin-Schmälzle-Stiftung sowie der Domgemeinde St. Eberhard Stuttgart, können in den kommenden Jahren jährlich mehrere Kompositionsstipedien an Studierende der HMDK vergeben werden. Die StipendiatInnen sollen damit die Möglichkeit erhalten, neue Kompositionen für die Liturgie in der Domkirche St. Eberhard zu schreiben und vor Ort aufzuführen.
    Das stilistische Spektrum wird dabei bewusst offen gehalten und umfasst alle zeitgenössischen Kompositionstechniken und -ästhetiken. Auch der Einsatz von Video, Elektronik und anderen experimentellen Medien und Formaten ist möglich. Vielfältige Besetzungen, realisierbare und wiederholbare Aufführungen und Performances sowie inhaltliche Auseinandersetzung mit den Themen der Liturgie und deren Weltbezug stehen auf der Wunschliste einer Vergabekommission aus VertreterInnen von Hochschule und Dommusik.

    Aufgeführt werden die neuen Werke in mehreren Gottesdiensten der Domkirche unter Beteiligung der dortigen Chöre und Ensembles sowie von zusätzlichen MusikerInnen nach Bedarf.


    Höhe der Stipendien (je nach Umfang der Komposition): zwischen 1.000 und 5.000 €

    Vergabekommission: Prof. Bernd Asmus, Dekan Prof. Jürgen Essl, Prof. Martin Schüttler, Prof. Marco Stroppa, Prof. Rainer Tempel, Domkapellmeister Christian Weiherer
    Projektleitung: Jürgen Essl, Julia Wirsching / Gabriel Hensche, Christian Weiherer
    Grafik: Katrin Klappert