Ein Violoncello wird mit einem Mikrophon auf dem Steg präpariert.
Foto: Oliver Röckle
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Konzertsaal

Preisträger*in­nen­kon­zert

Domnick-Cellowettbewerb für Neue Musik
Prof. Tristan Cornut & Prof. Conradin Brotbek, Wettbewerbsleitung
Schirmherr: Helmut Lachenmann
HMDK Stuttgart in Kooperation mit der Stiftung Domnick und der Gesellschaft der Freunde der HMDK.
KonzertNeue MusikStreicherkammermusik

Greta und Ottomar Domnick haben sich ein Leben lang für die Kunst und die Moderne engagiert. Der Cello-Preis zur Förderung junger begabter Cellistinnen und Cellisten ist Teil ihres Vermächtnisses. Tatsächlich sind die Domnick-Cello-Wettbewerb-Preisträger renommierte Cellisten geworden, die nun ihrerseits den Namen „Domnick“ auf internationalen Bühnen präsent halten. 

Ottomar Domnick (1907–1989) wurde in eine sehr musikalische aber konservative Familie hinein geboren. Der Vater war Rechtsanwalt und ein exzellenter Geiger. Die Kinder bekamen eine fundierte musikalische Bildung und spielten im Quartett mit dem strengen Vater. Ottomar musste dabei den Cello-Part übernehmen, was ihm doch „mehr Last als Lust“ gewesen sei – wie er als 70-Jähriger in seinen Memoiren berichtet. 

Als junger Medizinstudent wandte er sich der Bildenden Kunst zu, vor allem der Avant-Garde. Doch diese wurde bald von den Nationalsozialisten als „entartet“ diffamiert, beschlagnahmt und zerstört. Als Greta und Ottomar Domnick 1938 ihre erste Wohnung und Praxis in Stuttgart einrichteten, gab es für sie keine Möglichkeit, moderne Bilder zu kaufen. 

Immer behielt aber Ottomar Domnick das Cello in seiner Nähe, auch während des Krieges, als er als Arzt im Breslauer Lazarett neurologisch verletzte Soldaten behandelte. Das Cello ging in den Wirren des Kriegsendes verloren. Sehr viel später, 1974, kaufte er sich im Alter von 67 Jahren nochmal ein Cello – ein kostbares Testore aus dem Jahr 1707 – und übte von da an täglich. Heute wird das kostbare Cello von Stipendiatinnen und Stipendiaten weitergespielt.

Das Ehepaar Domnick war stets der Zukunft zugewandt. Ab 1945 sammelten sie leidenschaftlich abstrakte Bilder und legten eine bedeutende deutsch-französische Sammlung an. Sie drehten experimentelle Filme, was 1988 mit dem Deutschen Filmpreis gewürdigt wurde. Sie bauten 1967 mit dem Stararchitekt Paul Stohrer eine kompromisslos moderne Villa, um einen lebendigen Ort der Künste zu schaffen. Sie präsentierten darin ihre Sammlung. Sie zeigten ihre Filme. Sie luden zu Konzerten Neuer Musik ein. 

Das Ehepaar Domnick vererbte ihre bedeutende Sammlung und die Villa dem Land  Baden-Württemberg. Die Stiftung Domnick wurde 1996 gegründet. In den Stiftungsverträgen ist die Vergabe des Domnick-Cello-Preises festgeschrieben. Das Kuratorium der Stiftung, die Staatliche Hochschule für Musik und Darstellende Kunst Stuttgart führt zusammen mit den Staatlichen Schlösser und Gärten Baden-Württemberg diese Tradition fort.

Jury

Thomas Demenga (Vorsitz) 
Diana Ligeti
Martina Schucan
Nicola Baroni
Prof. Conradin Brotbek
Åsa Akerberg
Prof. Tristan Cornut

 

HMDK Stuttgart
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70182
Stuttgart
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