Produktionen im Wilhelma Theater

QUACKSALBER

Ein satirisch absurder Puppenfilm über Schwindler, Scharlatane und Kurpfuscher

Auf einer großen leeren Bühne, dem Nimbus zwischen Wahrheit und Lüge steht:
der RADIO TOWER. Er ist die Quelle der Nachrichten, der Werbung, der Mythen, ein heiliger Boden für jeden Quacksalber und ein perfekter Ort, um den Titel des Godfather of Spam zu ergattern.
Wir befinden uns im nördlichen Amerika des 19. Jahrhunderts, mitten im Wilden Westen in einer der berühmt berüchtigten „Medicine Shows“. Zwei haarsträubend skandalöse Quacksalber liefern sich ein Duell um die Gunst des Publikums.
Auf der einen Seite Dr. Quackenbush, bekannt für herausragende wissenschaftliche Brauereikenntnis und sein Wundermittel: Dr. Quackenbush’s Snake Oil.
Auf der anderen Seite die Konkurrenz, Dr. Bontempi, praktizierende Schamanin und Spezialistin für Haarkuren und Tränke aller Art, besonders wirksam: Dr. Bontempi’s Snake Oil.
Gegen und für jedes Problem, psychisch, physisch, pataphysisch, Risiken und Nebenwirkungen sowie innere und äußere Anwendung möglich. Wer kann den RADIO TOWER hacken, und bei wie viel Spam stößt das Bullshit Meter an seine Grenzen?
Mit viel Witz und schwarzem Humor beginnt ein wildes trashiges Spiel, das sich die naive Sehnsucht der Menschen nach dem Allheilmittel, welches nicht nur Krankheiten aller Art heilen kann, sondern auch noch Falten glättet und Flecken entfernt, zu Nutze macht.
Special Guest: Artaud, psychopathischer Chirurg.
Bleiben Sie gesund.

Eine Produktion des Studiengangs Figurentheater der HMDK für das Wilhelma Theater in Koproduktion mit den Master Studiengängen Neue Musik und Mediensprechen
Regie Patrick Sims
Figurenspiel Chloé Delaby, Abdulsamad Murat, Marta Pelamatti, Lukas Schneider
Musik Augustin Lipp
Kamera/Schnitt Katharina Wibmer

Online-Premiere über Reservix am 28. April 2021 um 20 Uhr.

An interview between Prof. Stephanie Rinke and Patrick Sims

Pressebericht (Deutsches Forum für Figurentheater und Puppenspielkunst e.v.)

KEIN SEXTETT – Jazz meets Figurentheater


Am 29. März 2020 hätte die Produktion „Sextett“ im Wilhelma Theater ihre Premiere gehabt: eine Inszenierung unter der Regie von Frank Soehnle, in der es um die Begegnung zwischen Marionette und Musik geht. Das Instrument der Musik trifft auf ein Instrument der Darstellung – Ausgangspunkt der szenischen Arbeit: die Improvisation. Es wurden Szenen entwickelt, in denen die Figuren und die Musik nicht nur die Interpret*innen, sondern die eigentlichen Protagonist*innen sind. Doch während der Proben kam, bedingt durch die COVID-19-Pandemie, alles zum Stillstand. Plötzlich sahen sich die Studierenden einer völlig neuen Realität ausgeliefert – ein leeres Theater, kein Publikum, und nicht mehr als fünf Personen in einem Raum.

Was also tun? Ganz einfach: mit der neuen Realität umgehen! Das Produktionsteam setzte sich also mit der neuen, ungewohnten Leere des verlassenen Theaterraums auseinander – beobachtet nur von einer Kamera und durch eine Pandemie limitiert in den Möglichkeiten der physischen Begegnung untereinander und mit dem Publikum. Und was passierte? Die Marionetten holten die Studierenden aus ihrer „Corona-Depression“: konstruiert und gebaut, um auf der Bühne zu existieren, sorgten sie mit ihrer Aufforderung zu tanzen, zu spielen und zu träumen für neues, spannendes und auch ein wenig skuriles Leben im leeren Theaterraum, flankiert von der Kraft der Musik. So wurde aus Fragmenten der ursprünglich vorgesehenen Inszenierung und viel Improvisation und Ideenreichtum ein neues assoziatives Netz gesponnen, das sich den Raum theatral zurück – und die Kamera eroberte. Eine neue Hoffnung entstand: die äußere Leere war und ist keine innere! Eben „Kein Sextett“!
Figurentheater in Zeiten des Lockdowns: ein neues und hoffnungsvolles Spiel mit ganz neuen Spielregeln!

Kostenfreie Online-Premiere: Sonntag, 14.6.2020, 20 Uhr

Regie Frank Soehnle
Komposition & Betreuung Musik Rainer Tempel
Betreuung Figurenbau Michael Mordo
Betreuung Ausstattung Arne Bustorff
Assistenz Gerda Knoche

Figurenspiel und -bau
Anne-Sophie Dautz
Solène Hervé
Annina Mosimann
Liesbeth Nenoff
Adeline Rüss

Mitwirkende          
Annika Franz, Gesang
Lars Töpperwien, Trompete
Anniek Vetter, Figurenspiel und -bau

Musik               
Simon Bremen, Saxophon
Moritz Langmaier, Klavier
Klemens Fregin, Schlagzeug

Kamera und Schnitt Nadja Weber, Alexander Schmidt
Technische Leitung Daniel Aigner
Ausstattungsleitung Kersten Paulsen
Licht Jupp Bertels
Bühne & Beleuchtung Elias Dunkel, Neele Heller, Simon Thomas
Beratung Maske Dieter Brenner
Produktionsleitung Stephanie Rinke

Eine Produktion der Studiengänge Figurentheater und Jazz & Pop im Wilhelma Theater der HMDK Stuttgart.
Die filmische Umsetzung wurde in Zusammenarbeit mit Fitz! Zentrum für Figurentheater Stuttgart realisiert.

www.wilhelma-theater.de
www.fitz-stuttgart.de