Schauspielschule / Bachelor Schauspiel

Aktuelle Produktionen – Vorschau

KEIN EISBERG IN SICHT
Ein Foto-Hör-Spiel-Film mit Texten des Ensembles
unter Verwendung einzelner Passagen von Hans Magnus Enzensberger u.a.

Als Mythos ist die Titanic auch über 100 Jahre nach dem Schiffbruch unsinkbar. Doch heute ist der Untergang nicht mehr das, was er einmal war. In einer Zeit, die von einer weltweiten Pandemie, von drohenden Wirtschaftskrisen und vom Klimawandel geprägt wird, scheint die Welt nahezu täglich in kleiner wie großer Dimension unterzugehen. In Kein Eisberg in Sicht befassen sich die Schauspielstudent*innen des aktuellen 3. Jahrgangs der HMDK mit ihrer ganz persönlichen Verlustanzeige. Nach der pandemiebedingten Verschiebung der Premiere von Der Untergang der Titanic am Schauspiel Stuttgart auf die Spielzeit 21/22 haben sich die Studierenden gemeinsam mit ihrem Regisseur Nick Hartnagel auf eine Suche begeben. Inspiriert von Hans Magnus Enzensbergers Stück amüsieren sie sich mit dem Untergang. Stuttgart wird zu einem sinkenden Schiff, bevölkert von den Geistern der Passagiere der Titanic. Diese ziehen sich durch alle Klassen vom Heizer bis zur Lady der First-Class. Sie alle haben eine Geschichte zu erzählen. Egal ob der Matrose, der den Eisberg zuerst entdeckte oder die junge Frau, die schon mehrere Schiffbrüche überlebt hat. Die Geister formieren sich zu einer Band, die den Wellen bis zum Ende trotzt. Die persönliche Situation der Studierenden beginnt, sich im berühmten Mythos der Titanic zu spiegeln.

Herausgekommen ist ein sehr persönlicher halbstündiger Kurzfilm, der den gemeinsamen Moment des Untergehens einzufangen versucht und zu einem Sinnbild für die Sehnsucht nach Berührung, Gemeinschaft und Lebendigkeit wird.

Von und mit Wiktor Grduszak, Cora Kneisz, Natalja Maas, Jonas Matthes, Liliana Merker, Félicien Moisset, Jakob Spiegler
Regie und Kamera Nick Hartnagel Kostüme Tine Becker Musik und Ton Lukas Lonski Dramaturgie Sarah Tzscheppan

Eine Koproduktion von Schauspiel Stuttgart und der Staatlichen Hochschule für Musik und Darstellende Kunst Stuttgart

Ab dem 1. Mai, 19:30 Uhr, hier und auf unserem YouTube-Kanal für 12 Wochen sichtbar.

FÄLLE.FALLEN
von Daniil Charms

Keine Inhaltsangabe

Wenn Sie zu uns kommen, vergessen Sie alles, was Sie in allen Theatern zu sehen gewohnt sind. Vieles wird Ihnen vielleicht unsinnig erscheinen. Wir nehmen das Sujet dramaturgisch. Es entwickelt sich anfangs einfach, wird dann plötzlich von scheinbar nebensächlichen, offenkundig sinnlosen Momenten unterbrochen. Sie sind erstaunt. Sie wollen die gewohnte, logische Gesetzmäßigkeit wiederfinden, die Sie im Leben zu sehen vermeinen. Aber die wird es hier nicht geben: Warum nicht? Weil der Gegenstand und die Erscheinungen, aus dem Alltagsleben auf die Bühne übertragen, ihre ‚Lebens‘-Gesetzmäßigkeit verlieren und eine andere erlangen – die des Theaters. Erklären werden wir sie nicht. Um die Gesetzmäßigkeit einer Theatervorstellung zu begreifen, muss man sie sehen.
Daniil Charms (u.a.): Oberiu. Vereinigung der realen Kunst. Manifest, 1928

Es spielen die Studierenden der Schauspielschule
Wiktor Grduszak, Cora Kneisz, Natalja Maas, Jonas Matthes, Liliana Merker, Félicien Moisset und Jakob Spiegler

Regie Jozef Houben
Bühne & Kostüme
Alois Ellmauer
Dramaturgie Franziska Kötz

Premiere im Wilhelma Theater
am Freitag, den 9. Oktober 2020 um 19.30 Uhr

Eine Wiederaufnahme wird voraussichtlich im Mai im Wilhelma Theater stattfinden.

www.wilhelma-theater.de


„Ein guter Komiker ist auch ein Schamane“
Stuttgarter Zeitung: Interview – Proficlown Jozef Houben über Humor

GE TEILT (TEILE)
ein Theaterfilm nach dem Drama geteilt von Maria Milisavljevic
Eine Koproduktion des Schauspiels Stuttgart mit der Staatlichen Hochschule für Musik und Darstellende Kunst Stuttgart

Digital-Premiere: So, 14. Juni 2020


„Sie kann Ihren Körper nicht aus dieser Umarmung zerren. Und warum schreit sie nicht. Weil er gesagt hat, schrei nicht. Wie kann das Gewicht eines Wortes das gesamte Wollen einer Frau so aushebeln.“

Er und Sie sind seit Jahren befreundet, haben zusammen ein Start-Up gegründet. Als beide nach einer Firmenfeier als letzte übrig bleiben, vergewaltigt er sie. Und während für ihn trotz Anzeige fast alles normal weiterzugehen scheint, ist für sie nichts mehr so wie vorher. Ihre Stelle wird neu besetzt, sie zieht sich zurück und niemand scheint ihr zu glauben, was passiert ist. „Es gehören immer zwei dazu. Wie viel hast du an dem Abend getrunken? Vielleicht zu viel? Willst du, dass er alles verliert, wofür er so hart gearbeitet hat. Denkst du gar nicht an seine Töchter?“ Die einzige tröstende Stimme ist die ihres verstorbenen Vaters, doch auch sie kann ihre Verlorenheit und den Spott von außen nicht besiegen. Wie kann man als Betroffene weiterleben? Wie mit den Abgründen umgehen, die sich nach einer Vergewaltigung auftun?
Schonungslos beschreibt Maria Milisavljevic die Einsamkeit, die Rachegelüste und die Selbstzweifel, die auf eine solche Tat folgen und leistet damit einen zarten, berührenden und poetischen Beitrag zur #MeToo-Debatte.

Nachdem die Premiere von geteilt von Maria Milisavljevic, einer Koproduktion des Schauspiels Stuttgart mit der Staatlichen Hochschule für Musik und Darstellende Kunst Stuttgart am 11.04.20 Corona-bedingt nicht stattfinden konnte, entwickelte die Regisseurin Julia Prechsl mit ihrem Regieteam und der Videoabteilung des Schauspiel Stuttgart den Theater-Film ge teilt (teile). Unter strengen Sicherheitsvorkehrungen konnten Dreharbeiten im Originalbühnenbild stattfinden, um den Text so auf eine komplett neue Art und Weise auf eine virtuelle Bühne zu bringen.

Hinweis: Die Kussszenen werden von Schauspieler*innen gespielt, die privat ein Paar sind.

Inszenierung Julia Prechsl
Bühne Valentin Baumeister
Kostüme Olivia Rosendorfer
Musik Fiete Wachholtz
Kamera, Schnitt und Postproduktion Daniel Keller, Jochen Gehrung
Licht Rainer Eisenbraun
Ton
Sebastian Menno, Sebastian Thein
Dramaturgie Christina Schlögl

Besetzung
Anna Caterina Fadda
Vera-Cosima Gutmann
Luise Harder
Fatih Kösoglu
Julian Mantaj
Theresa Mußmacher
Simon Rusch
Eduard Zhukov

https://www.schauspiel-stuttgart.de/spielplan/a-z/geteilt/