Wilhelma Theater Produktionen Archiv

2017

VOM ZITTERN – DU TREMBLEMENT

Uraufführung
am Sa, 01.04.2017, 20 Uhr

Eine Produktion des Studiengangs Figurentheater in Kooperation mit dem NEWZ-Festival des FITZ! Zentrum für Figurentheater Stuttgart

Wenn wir mit leblosen Dingen spielen, auf der Bühne oder sonst wo, ist es das Zittern, das den Impuls des Lebendigen gibt. Ein leichtes Zittern, feine Variationen, Unregelmäßigkeiten,Unterbrechungen. Wir erfinden die Dinge, wir erfinden uns, und unter unserer zitternden Hand entsteht ein Moment. Das Prinzip des Zitterns als Atem der Dinge. Ein Zögern. Es springt ein Schauer in den Puls, diese Bewegung, die wie die Unterschrift des Lebens ist. Ein ,Wo‘ das komplett zittert, von einem Wir, vor einem Uns. Das Stück vom Zittern erfindet einen Ort, der alles, egal ob Objekt, Figur, Instrument oder Körper zum Erzittern bringen wird … Die Bühne des Wilhelma Theaters wird zum Labor, zur Werkstatt des Zitterns, in der Szenen, Geschichten, Texte und Musik erdacht, ausprobiert und gespielt werden.

Spiel Noemie Beauvallet, Laura Boser, Lisa Kemme, Gerda Knoche, Helga Lazar, Coline Ledoux, Britta Tränkler – Studierende des Studiengangs Figurentheater
und Thilo Adam, Bastian Brugger, Lucas Klein, David Schuckart – Studierende des Instituts für Jazz & Pop der Staatlichen Hochschule für Musik und Darstellende Kunst Stuttgart

Konzept und Regie Anne Ayçoberry und Jean Pierre Larroche
Assistenz Coline Petit
Licht Ingo Jooß

2016

zerSTÖRung

Koproduktion mit dem FITZ im Rahmen der IMAGINALE 2016 und dem Wilhelma Theater Stuttgart.

Premiere am 8. April 2016 im Wilhelm Theater

Sieben Studenten werden vor den Trümmern ihrer Arbeit stehen: Das Projekt zerSTÖRung ist eine Einladung, die destruktive Seite der menschlichen Natur als etwas Kreatives zu begreifen.
Wir beobachten eine Gruppe von forschend-manipulativen SpielerInnen bei der Entwicklung von Zerstörungsmaschinen, folgen ihren ebenso amüsanten wie bösartigen Experimenten mit dem destruktiven Repertoire einer zerstörerischen Gesellschaft. Drei (Jazz-) Musiker begleiten die LaborantInnen bei dieser tragikomischen Performance.
Fangen wir an endlich Schluss zu machen – mit unserem Nächsten, den lieben Ideen, unserem Besitz, unseren Bequemlichkeiten, unserem Hund... Erwarten wir einen Abend, der kein Morgen kennt – zerstörend und betörend.

Als künstlerischer Universalist und leidenschaftlicher Grenzüberschreiter zählt der Schriftsteller, Bühnenbildner, Schauspieler, Filmemacher und Regisseur Pierre Meunier zu den spannendsten Persönlichkeiten der französischen Theaterszene. Für die IMAGINALE und das Wilhelma Theater unternehmen  Pierre Meunier und die Szenografin Marguerite Bordat mit Studierenden der Studiengänge Figurentheater und Jazz/Pop der Stuttgarter Hochschule für Musik und Darstellende Kunst eine theatrale Erkundung zum Thema ZERSTÖRUNG.  

„Pierre Meunier gilt in Frankreich als Ausnahmeerscheinung, vereint er doch die Berufe des Autors, Schauspielers, Regisseurs und Bühnenbildners in einer Person und lässt sich obendrein mit seiner Arbeit in kein gängiges Schema einordnen. Den Beginn seiner künstlerischen Laufbahn startete er im Nouveau Cirque de Paris und im berühmten Pferdespektakel von Zingaro sowie in der Volière Dromesko. Er war Schauspieler am Théâtre du Radeau, in welchem er mit dem Regisseur Matthias Langhoff zusammenarbeitete. Pierre Meunier ist gleichermaßen vom sprachlichen Ausdrucksreichtum, wie der anschaulichen Präsentation schwieriger wissenschaftlicher Themen fasziniert und unterhält sein Publikum in diesem Spannungsverhältnis.“ (www.european-cultural-news.com / Online Kultur Magazin).

Die Inszenierung wurde erstmalig im Rahmen des Festivals IMAGINALE präsentiert und anschließend bei dem Festival „les Giboulées“ in Straßburg. Weitere Aufführungen im Wilhelma Theater Stuttgart und auf der FIDENA, Bochum

Mit freundlicher Unterstützung des Institut français und des französischen Ministeriums für Kultur und Kommunikation / DGCA, der Stiftung Kunst und Kultur der Landesbank Baden-Württemberg sowie Falk Adler GmbH & Co KG, Schrott, Metalle, Gebrauchtmaschinen

Musik Franziska Schuster, Apollonio Maiello, Jan Kappes
Leitung Pierre Meunier, Marguerite Bordat
Lichtgestaltung Ingo Jooß
Betreuung der Studierenden Prof. Julika Mayer (Figurentheater), Prof. Rainer Tempel (Jazz & Pop)
Spiel Anne Brüssau, Marius Alsleben, Clara Palau y Herrero, Sarah Chaudon, Rafi Martin, Emilien Truche, Yannick Stasiak

Ein Gedankenaustausch mit Prof. Julia Mayer 
(Artikel im Spektrum 27)

2015

GEORG IST DANEBEN
von Tom Tonnberg

Produktion für Kinder im Vorschul- und Grundschulalter des Studiengangs Figurentheater 

Premiere am 12. April 2015

„Wenn du überlegst, wo ist denn daneben? Nirgends, denn neben daneben kommt wieder etwas Neues und so geht es immer weiter. Das bedeutet, dass alles richtig ist, was du malst.“ — Ibi-Upu (der unsichtbare Indianer – Janosch)

Georg kommt neu in die Klasse 3f der Wolfbuschgrundschule. Hier trifft er auf den Sprücheklopfer Finn-Friedrich, der ihn sofort Schorschi nennt, den neunmalklugen Berti, die dicke Meli, die süße Sandy und schließlich auf den Schrecken der Schule: Kevin Knorke aus der Nachbarklasse. Auf dem Schulhof spielen sie „wer den weitesten Sprung von der schwingenden Schaukel macht, hat gewonnen“. Die Kinder finden, dass Schorschi ein Angsthase ist, nur weil er lieber nicht von der schwingenden Schaukel springen möchte. Er möchte auch lieber keinen großen Käfer anfassen oder Kevin Knorke mal so richtig eine kleben. Schorschi steht einfach lieber daneben und guckt. Doch als er beim Spaziergang die Kindergruppe verliert und allein durch den Wald irrt, begegnet er einer Gruppe sehr großer und isegrimmiger Tiere. Und plötzlich steht Schorschi nicht mehr daneben, sondern mittendrin: Nachdem die Tiere beschlossen haben, Schorschi doch nicht zu fressen, nehmen sie ihn in ihr Rudel auf. Und da sie einfach nichts mit sich anzufangen wissen, was Spaß bereitet, außer andere aufzufressen, bringt ihnen Schorschi das Spielen bei. Das ist gar nicht so leicht, denn jeder der struppigen Genossen hat irgendeine andere Angst, die es zu überwinden gilt, bevor schließlich alle wild herumtoben können. Am nächsten Tag kehrt Schorschi in die Schule zurück und wagt nun endlich ein Risiko einzugehen … Eine Geschichte mit Puppen über das Vertrauen in sich und den eigenen Kopf.

Regie und Konzept Prinzip Gonzo (Tim Tonndorf und Holle Münster)
Bühne und Kostüm Kersten Paulsen
Figuren Janusz Debinski
Musik Matthias Hermann
Spiel Tanja Höhne, Anika Herzberg, Julia Jung, Carmen Jung, Sarah Wissner und Robert Buschbacher

2014

ZYRKL im Kopf von Nr. 45

Premiere am 2. April 2014 in vielen Winkeln des Wilhelma Theaters

Drei Figurenspieler untersuchen die Falltüren und Geheimgänge in dem Gebäude, das sich Persönlichkeit nennt. Sind die Wände unseres Selbst verrückt? Wen können wir aufhängen, wenn alle Bilder die wir von uns haben Fälschungen sind? Die Tapeten sind zerknittert. Unsere Wände sind rund geworden. Wir krümmen den Raum. Wie viel Ich steckt im Wir? Und wie viel Wir im eigenen Ich?

ZYRKL ist die Einladung auf eine Expedition in verschollene Räume des 174 Jahre alten Wilhelma Theaters. Zwischen Kopfkino, Hirntripping und Moonshooting – Eine Reise für 70 Zuschauer, hilfreiche Tiere und 3,141 Spieler.

Regie Florian Feisl
Figurenbau Antje Töpfer und Studiengang
Video Oliver Feigl
Musik Christoph „Mäcki“ Hamann
Spiel Winnie Luzie Burz, Paula Zweiböhmer und Jan Jedenak, sowie zwei helfende Hände

2013

FRANKENSTEIN: Figurentheater nach Mary Shelley

Eine Produktion des Studiengangs Figurentheater der Staatlichen Hochschule für Musik und Darstellende Kunst Stuttgart in Kooperation mit dem Puppentheater Magdeburg.

Premiere am 18. April 2013

Victor Frankenstein und sein Monster, die Geschichte von Schöpfer und Geschöpf, von Mensch und Monster. Die wohl bekannteste Horrorgeschichte des 19. Jahrhunderts aus der Feder der englischen Schriftstellerin Mary Shelley nehmen Studierende des Figurentheaters als Ausgangspunkt für ihre Reise zwischen Leben und Tod. Mit hyperrealistischen Puppen und kruden Objekten schlagen sie in ihrem figurentheatralen Forschungslabor Kerben in die romantische Erzählung auf der Suche nach dem Menschlichen im Monster und dem Monsterhaften im Menschen.

Ein Blitz durchzuckt die Nacht und schlägt in einen Körper ein. Es beginnt zu leben! Es lebt tatsächlich! Doch kaum in die Welt geworfen, ist das neue Lebewesen allein auf sich gestellt. Vom Erschaffer, dem nervenfiebrigen Wissenschaftler Frankenstein, keine Spur. Also raus in die weite Welt, deren menschliche Verhaltensformen sich die Kreatur schnell aneignet. Doch auch Sprache, Lesekunst und höfliches Auftreten helfen nichts: Der aus Leichenteilen zusammengesetzte Körper ist auf ewig entstellt und ruft das brutale Entsetzen der Menschheit hervor. Die Suche nach Liebe und Anerkennung treibt das Monster zurück zu seinem Schöpfer – doch dieser weigert sich, den Wünschen seines künstlichen Kindes nachzugeben und verspielt so in einem mörderischen Zweikampf nicht nur das Leben seiner Liebsten.

Regie Stephanie Rinke
Ausstattung Stefanie Oberhoff
Puppen Janusz Debinski und Ensemble
Musik Johannes Frisch
Dramaturgie Tim Sandweg
Spiel Angela Blanc, Iris Keller, Hanna Malhas, Coline Petit, Sascha Bufe, Eike Schmidt