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    Giuseppe Verdi: Rigoletto

    Das Schicksal des Vaters und Hofnarren Rigoletto, der sich einem verantwortungslosen Hofstaat andient, von einem anderen Vater verflucht wird und seine eigene Tochter aus Rachegelüsten an den Herzog unwillentlich töten lässt, inspirierte Verdi zu einem neuartigen Musiktheaterstil. Das Orchester ist nicht mehr nur Begleiter der Singstimme. Musik und Gesang sind allein durch das dramatische Geschehen gerechtfertigt, jede Note dient der Wahrhaftigkeit des Ausdruckes. „Beachten Sie“, hatte er von der Sängerin der Lady Macbeth vier Jahre zuvor gefordert, „dass jedes Wort seine Bedeutung hat und dass es absolut notwendig ist, diese durch die Stimme sowie auch durch die Darstellung auszudrücken“. Vokale Akrobatik ohne psychologische Motivierung waren ihm, dem Vorreiter des szenisch- musikalischen Dramas, fern.

    Gesellschaftlicher Hintergrund und individuelle Schicksale bedingen einander wechselseitig.
    Diese Verknüpfung konnte auch nicht durch die Versuche der österreichischen Zensur, das Stück „zu entschärfen“, eliminiert werden. Verdi wurde gezwungen, das Stück nicht am Hofe des tatsächlich lebenden französischen Königs Franz I spielen zu lassen, sondern an einem nicht näher benannten Hof in Mantua. Weitere Änderungen, wie die Behinderung Rigolettos und den Sack mit der Leiche Gildas verweigerte er der Zensur mit Berufung auf den dramatischen Effekt. „Ich habe den Stoff genau wegen dieser Eigenschaften(…) gewählt. Wenn man sie tilgt, kann ich nicht mehr die Musik dazu schreiben.“

    Die Intimität des Wilhelma Theaters ist nachgerade ideal, um die Schärfe und Provokation des Stoffes aufzudecken und den Fokus auf die Psychologie der Figuren zu lenken. Für die Studierenden der Opernschule bietet „Rigoletto“ eine großartige Möglichkeit, den vokalen, aber auch szenischen Herausforderungen dieser Oper gerecht zu werden und weitere wertvolle Erfahrungen in der Auseinandersetzung mit einem bahnbrechenden Werk des Repertoires zu sammeln.
    Kornelia Repschläger

    Es spielt das HochschulSinfonieOrchester der HMDK Stuttgart
    Mit Studierenden der Opernschule, gesungen in italienischer Sprache.

    Musikalische Leitung: Bernhard Kontarsky
    Regie: Kornelia Repschläger
    Bühnenbild: Kersten Paulsen
    Kostüme: Ralf Christmann

    Weitere Vorstellungen: 13., 15., 17., 18., 20., 21.06.
    Kartentelefon 0711 / 95488495

    www.wilhelma-theater.de