Auf dem Foto ist Frithjof Vollmer zu sehen.

Pro­mo­ti­ons­preis 2026 der GfM für Alumnus Dr. des. Frith­jof Bömcke-Vollmer

Preise und AuszeichnungenMusikwissenschaft

Der Promotionspreis 2026 der Gesellschaft für Musikforschung (GfM) geht an Dr. des. Frithjof Bömcke-Vollmer für seine an der HMDK Stuttgart entstandene Arbeit „Interpretation als Exaltation. Zur Geschichte klingender Gesten am Beispiel von Beethovens Violinkonzert op. 61 in frühen Tondokumenten (1912–1956)“.

Die Arbeit wurde von der GfM als Beispiel für „messtechnisch informierte Interpretationsforschung“ ausgezeichnet. Frithjof Bömcke-Vollmer untersucht darin frühe Tondokumente von Beethovens Violinkonzert und fragt, wie sich musikalische Interpretationsweisen im Laufe der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts verändert haben.

Dabei zeigt sich unter anderem: Gestaltungsmittel, die heute häufig als typisch „romantisch“ gelten – etwa sehr langsame Tempi, Portamento und ein stark ausgeprägtes Vibrato – waren keineswegs zeitlose Bestandteile der Aufführungstradition. Sie entwickelten sich teils erst im frühen 20. Jahrhundert und waren bis zur Jahrhundertmitte weit verbreitet.

Die Auszeichnung würdigt damit eine Forschung, die historische Tonaufnahmen mit messtechnischen Verfahren auswertet und auf diese Weise neue Perspektiven auf die Geschichte musikalischer Interpretation eröffnet.