Foto: Oliever Röckle

Po­si­ti­ve Re­zen­si­on zur CD „Momenti - Werke für Klavier von Jean-Pierre Leguay"

BekanntmachungKlavierPublikation

Die von Sabine Sauer (Lehrauftrag Klavier) eingespielte CD Momenti - Werke für Klavier von Jean-Pierre Leguay wurde in der aktuellen Ausgabe der Piano News unter der Rubrik „Höreindruck" besprochen und erhielt in den Kategorien Interpretation und Klang jeweils die höchste Punktzahl (6 Punkte).

Es ist nicht zu überhören, wie sehr seine Musik von Olivier Messiaen geprägt ist. Bei dem französischen Groß- und Lehrmeister der Moderne hatte Jean-Pierre Leguay am Conservatoire de Paris Komposition studiert.

Für ihr Leguay-Porträt hat Sabine Sauer jüngere Klavierwerke eingespielt, die zwischen 2010 und 2022 entstanden sind. Manche Akkordfolgen oder melodische Phrasen scheinen bisweilen Messiaens „Catalogue d’oiseaux“ von 1956/58 entsprungen.

Schon in „Allume l’aube dans la source“ von 2010 oder „Momenti“ von 2022 wird hörbar, wie sehr auch Leguay die klangfarblichen Möglichkeiten des Klaviers eruiert. In ihren Gestaltungen gelingt es Sauer generell überaus hellhörig, die luzid-fragile Klangsinnlichkeit und kontigk-rhle Expressivität in Leguays Musik herauszustellen. Das entwickelt einen schillernden Sog, dem man sich nicht entziehen kann.

Gleichzeitig macht die in Stuttgart lehrende Pianistin hörbar, wie sehr der blinde Leguay von der Orgel kommt. Sie ist mit dem 87-Jährigen befreundet. Daraus entstand die Idee, alle noch nicht aufgenommenen Klavierwerke einzuspielen.

Sauer ist die perfekte Anwältin für diese Musik. Und doch kann auch sie nicht verhindern, dass sich zwischen den hier eingespielten Werken mitunter eine schöpferische Redundanz einstellt. Das trübt den Repertoirewert etwas ein, aber: Diese Werkschau ist ein ganz großer Wurf, geradezu mustergültig überdies die klangliche Aufnahmequalität.

Text: Marco Frei