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    Der „Arme Konrad“ 1514

    Der Aufstand des ‚Armen Konrad‘ führte im Herzogtum Württemberg von Mai bis September 1514 zu einer breiten Erhebung der Bauern und Bürger gegen die Obrigkeit. Anlass für diese Empörung war die Einführung einer neuen Verbrauchssteuer der herzoglichen Regierung auf die wichtigsten Lebensmittel. Unter dem Pseudonym der ‚Arme Konrad‘ erscheint nun eine Untergrundbewegung, die ihre Unzufriedenheit mit der gesellschaftlichen und herrschaftlichen Ordnung großräumig koordinierte und damit die herrschende politische Gewalt, gerade auch Herzog Ulrich selbst, in Frage stellte.

    Die Bewegung um den ‚Armen Konrad‘ suchte ihre Identität im gemeinsamen Protest gegen die Obrigkeit und fand sie – zumindest äußerlich –  zunächst in ihrer Selbstbezeichnung. Der ‚Arme Konrad‘ galt den Beteiligten gleichsam als ihr politisches Programm – wer dazu gehören wollte, musste „in den ‚Armen Konrad‘ schwören“ und die gemeinsame Sache bedingungslos unterstützen. Dass damit die Huldigung bzw. der Treueid der Untertanen gegenüber ihrem Herzog gebrochen war, also der ‚Arme Konrad‘ als egalitäres Gemeinschaftssystem an die Stelle des herkömmlichen Herrschaftsverbandes treten sollte, war für die damaligen Verhältnisse etwas Ungeheuerliches.

    (Auszug aus dem Booklet)

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    Roger Gehrig, Tenor
    Lobt Got ir Christen allen / Mit Lust so will ich singen