CD Produktionen

    Reformation in Württemberg

    Reformation in Württemberg – Lieder und Stimmen der Reformation
    Für die Geschichte des deutschen Südwestens besitzt das Zeitalter der Reformation zentrale historische Bedeutung. Gerade für das damalige Herzogtum Württemberg, wo ab 1534 die Reformation eingeführt und anschließend ein evangelischer Staat formiert wurde, spielten die Ereignisse des frühen 16. Jahrhunderts eine nachhaltige gesellschaftliche wie politische Rolle.
    Die Reformation in Württemberg ist durch eine eigene Brisanz gekennzeichnet, die von Herzog Ulrich (1487–1550) besonders personifiziert wird. Dieser Fürst war nicht nur der wesentliche Protagonist und Gestalter bei der Einführung der neuen Religion, sein bewegter Lebenslauf spiegelt gleichzeitig den Streit um die Reformation in der zeitgenössischen Gesellschaft.
    Die dramatischen Ereignisse um Herzog Ulrich von Württemberg sind gut bekannt und haben die Weichen für die Einführung der Reformation in Württemberg gestellt: Ulrich war nach seinem Angriff auf die Reichsstadt Reutlingen im Jahr 1519 vom Schwäbischen Bund aus Land und Herrschaft vertrieben worden. Für die folgenden 15 Jahre herrschten die Habsburger im Herzogtum Württemberg; Kaiser Karl V. bzw. ab 1522 sein Bruder, Erzherzog Ferdinand von Österreich.
    Die österreichische Regierung stand für die altgläubige, katholische Religion und die Abwehr der neuen lutherischen Lehre. Doch gerade vom Luthertum erwarteten sich die ländliche Gesellschaft wie auch ein großer Teil der Bevölkerung in den Städten eine Verbesserung ihrer persönlichen Freiheit und rechtlichen Abhängigkeit, was sich im Bauernkrieg von 1525 gewaltsam äußern sollte.
    Als Herzog Ulrich 1534 mit Waffengewalt sein Herzogtum zurückeroberte, war die Einführung der Reformation als herrschaftliches Programm fixiert: Bis zu seinem Tod 1550 ließ Ulrich Kirche und Verwaltung Württembergs nach seinen Vorgaben reformieren. Die Klöster wurden aufgelöst, der katholische Ritus abgeschafft, die Priesterschaft reformiert bzw. ausgetauscht. Unter Ulrichs Sohn Herzog Christoph wurde sein Land dann systematisch zu einem evangelischen Staat ausgebaut. Württemberg wurde damit zu einem vorbildlichen Modell für die evangelischen Territorien im Reich.

    (Auszug aus dem Booklet)

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    Dorothea Wolfsberger, Sprecherin
    Martin Luther: Von der Freiheit eines Christenmenschen, 1520
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    Roger Gehrig, Tenor
    Hans Sachs: Wo das hauß nit bawet der herr, 1526
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