CD Produktionen

    CD Resonanz 2015

    Die Orgel im Dialog

    Es ist mir eine große Ehre und Freude, in meinem letzten Unterrichtssemester an der Staatlichen Hochschule für Musik und Darstellende Kunst Stuttgart die Resonanz-CD 2015 gestalten zu dürfen! Mit diesem Album möchte ich Ihnen einerseits Aufnah-men aus dem Institut »Orgel und Historische Tasteninstrumente« präsentieren, dem ich angehöre. Als Mitbegründer und langjähriger Leiter des »Studio Alte Musik« an unserer Hochschule liegt mir aber auch dieser andere Bereich sehr am Herzen – und so werden Sie hier auch eine Opernaufnahme sowie Konzertantes und Kammermusik hören.
    Im Folgenden einige kurze Erläuterungen zu den ausgewählten Stücken. Bei den meisten Beiträgen handelt es sich um Konzertmitschnitte aus dem reichen und vielfältigen Veranstaltungsprogramm der Hochschule; lediglich drei Beiträge sind Produktionen.
    Die Oper »Rodrigo« komponierte Händel mit erst 22 Jahren, Beethoven schrieb sein erstes Klaviertrio in ähnlich jugendlichem Alter. Michael Haydn, Joseph Haydns jüngerer Bruder, lässt im Konzert für Viola, Orgel und Streicher die beiden Solo-instrumente in aparter Weise in einen Dialog treten.
    Die Orgel wird als »Königin der Instrumente« bezeichnet, was eher auf eine einsam-mächtige Position im Instrumentenpark hinweist. Dass sie aber auch im Dialog mit anderen Instrumenten oder Stimmen reüssieren und klanglich abwechslungsreich bestehen kann, beweisen die Aufnahmen von dem ersten der »Vier ernsten Gesänge« von Johannes Brahms, von der »Improvisation EINS« und meiner »Sonata für Orgel und Klavier«.
    Die Bearbeitung für die Orgel hat eine lange Tradition – schon Johann Sebastian Bach war hier tätig mit seinen Concerti nach meist italienischen Vorbildern. Bachs Triosonaten für die Orgel klingen auch in der Bearbeitung für zwei Soloinstrumente und Basso continuo sinnig.
    Die Improvisation ist ein wichtiger Aspekt des Orgelspiels, im konzertanten wie im liturgischen Rahmen. Die »Improvisation EINS« beweist eindrucksvoll, dass man auch zu zweit improvisieren kann. Überhaupt spielt die Pflege der Neuen Musik durch die Mitglieder unseres Instituts eine wichtige Rolle, ob als Interpret, Improvisator oder Komponist.
    Werner Jacob lehrte künstlerisches Orgelspiel an der Stuttgarter Hochschule von 1976 bis 1998 und leitete zudem die Kirchenmusikabteilung. Er war maßgeblich daran beteiligt, dass ich das Glück hatte, 1980 an die Hochschule berufen zu werden. Seine Ludger Lohmann gewidmeten »Cinque Pezzi per organo« und die für das Klavier komponierte »Dante-Sonate« von Franz Liszt in der Bearbeitung von Helmut Deutsch offenbaren die vielfältige Klangwelt der großen Rieger-Orgel im Konzertsaal der Hochschule.
    Ganz herzlich danke ich allen Musizierenden für ihre Beiträge und besonders meinem Kollegen Igor Stepanov vom Tonstudio der Hochschule für seine engagierte Mitarbeit bei der Zusammenstellung der Aufnahmen.

    Ich wünsche Ihnen beim Hören dieser CD viel Musikgenuss!
    PROF. JON LAUKVIK

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    HMDK Stuttgart
    Resonanz 2015: Johann Sebastian Bach – Triosonate in d-Moll
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