Vorschau Produktionen

Die lustigen Weiber von Windsor
Komisch-phantastische Oper
Text von Salomon Hermann Mosenthal
nach William Shakespeare
Musik von Otto Nicolai

Windsor. Ein beschauliches Städtchen in England. Die Häuser sind stattlich, die Gärten gepflegt. Ab und zu fällt ein Schuss. Dann sind die Männer auf der Jagd. Ansonsten ist es still.
Für Sir John Falstaff sind die Zeiten schwierig geworden. Die Reputation seines Standes ist dahin – im Allgemeinen sowieso und in seinem speziellen Fall vielleicht noch etwas mehr. Sein Geld hat er in seinen monströsen Bauch investiert, seine adeligen Freunde sind perdu und so muss der Anarchist und Bramarbasierer sich nun gezwungenermaßen, das Herz voller Verachtung, über das Bürgertum finanzieren.
Schnell hat Sir John herausbekommen, dass in der Regel die Damen des Hauses die Finanzen verwalten und so beschließt er, über das Herz einer gewissen Frau Fluth an den Schlüssel von Herrn Fluths gut gefüllter Geldkiste zu kommen und schreibt ihr – der Frau, nicht der Kiste (oder doch?) – einen Liebesbrief. Da man aber nie alles auf eine Karte setzen soll, so schreibt er einen zweiten Liebesbrief an die Nachbarin von Frau Fluth, eine gewisse Frau Reich, nicht nur des gleichen liebevollen Inhalts, sondern ökonomischer Weise auch des identischen Wortlauts.
Bei derart nachlässiger Täuschung fliegt die Sache recht schnell auf und die beiden Damen beschließen, sich an dem dicken Ritter zu rächen und bestellen ihn zu einem Stelldichein, das dann allerdings für seinen stattlichen Korpus sehr anders verläuft, als Sir John, der der Einladung nur allzu leicht Glauben schenkt, sich erhofft hatte.

Außerdem will jede der beiden Damen bei dieser Gelegenheit der Manneszucht neben dem Ritter auch dem eigenen Ehemann eins auswischen. Herr Fluth soll büßen für seine ewige Eifersucht und wird von den Damen vermittels eines anonymen Briefes als Jäger auf den dicken Liebhaber angesetzt.
Frau Reich kann sich mit ihrem Gemahl nicht einig werden, wer der bessere Ehemann für die gemeinsame Tochter Anna ist. Doktor Cajus, den Frau Reich präferiert oder Junker Spärlich mit 600 Pfund im Jahr und einer Fabrik, den Herr Reich gerne als Schwiegersohn sähe. Das allgemeine Chaos dieser Nacht der langen Rache will Frau Reich – lustigerweise aber auch ihr Mann – nutzen, um Anna heimlich dem ihrer*seiner Meinung nach Richtigen anzutrauen. Aber da gibt es noch einen gewissen Herrn Fenton und während die Schmerzensschreie des vom ganzen Städtchen malträtierten Ritters von der dicken Gestalt die Stille des nächtlichen Forsts zu Windsor zerreißen, kommt wenigstens der Habenichts Fenton mit seiner Herzensdame ans ersehnte Ziel.

Premiere: 31.01.2020, 19 Uhr, Wilhelma Theater

Besetzung:
Sir John Falstaff Timo Hannig / N.N. *
Herr Fluth Johannes Fritsche / Dimitrios Karolidis
Fenton Dritan Angoni / Paul Sutton
Frau Fluth Alice Rossi / Elizaveta Volkova
Frau Reich Maria Polanska / Elena Tasevska
Jungfer Anna Reich Amber Norelai / Sarah Yang
Herr Reich Kabelo Lebyana
Junker Spärlich José Carmona
Dr. Cajus Hans Porten
Bürger und Frauen Chor aus Studierenden der Bachelorklassen.

(* Doppelbesetzungen in alphabetischer Reihenfolge)

Orchester Stuttgarter Kammer­orchester sowie Studierende der HMDK aus den Bläser- und Schlagzeugklassen

Musikalische Leitung Bernhard Epstein
Regie Bernd Schmitt
Bühne und Kostüme Birgit Angele
Studienleitung Michael Klubertanz
Regieassistenz Emilia Kramer
Musikalische Assistenz Friederike Kienle, Pietro Sarno
Korrepetition Debora Allenspach, Rosa Kim, Marie Lambert

Weitere Vorstellungen: 02., 04., 06., 08., 09., 16., 18.02.2020
www.wilhelma-theater.de