Meisterkurse intern

    Die internen Meisterkurse sind offen für Studierende der HMDK Stuttgart.
    Der Eintritt für interessiertes Publikum ist frei.

    SZENISCHER MEISTERKURS
    
mit Harry Kupfer

    07.–11.10.2019

    Harry Kupfer (* 1935 in Berlin) ist ein deutscher Opernregisseur. Kupfer begann seine Karriere in den 1950er Jahren in der DDR. Zunächst studierte er Theaterwissenschaft an der Universität Leipzig. Er konnte bereits 1958 in Halle an der Saale mit Antonín Dvořáks „Rusalka“ seine erste Oper inszenieren. Von 1958 bis 1962 war er Oberspielleiter der Oper von Stralsund und erfüllte die gleiche Funktion von 1962 bis 1966 in Karl-Marx-Stadt unter Operndirektor Carl Riha. Es folgten Engagements in Weimar und als Operndirektor in Dresden, bis er 1981 die künstlerische Leitung (Chefregisseur) der Komischen Oper in Berlin übertragen bekam. Nach erfolgreichen Jahren an der Komischen Oper, wo er zu einem der profiliertesten Opernregisseure Europas avancierte, verabschiedete er sich 2002 mit der Inszenierung von Benjamin Brittens Oper „The Turn of the Screw“.

    Mehr als 175 Inszenierungen hat er inzwischen erarbeitet. Neben seinem Wirken in Berlin gastierte er noch zu Zeiten der DDR in Graz, Kopenhagen, Amsterdam, Cardiff, London, Wien, Salzburg, Barcelona, San Francisco, Moskau, Zürich und auch in Westdeutschland. Bei den Bayreuther Richard-Wagner- Festspielen inszenierte er 1978 den „Fliegenden Holländer“ und 1988 den „Ring des Nibelungen“. Gemeinsam mit dem Komponisten Krzysztof Penderecki schrieb er das Libretto zu dessen Oper „Die schwarze Maske“ (nach Gerhart Hauptmann) und inszenierte die Uraufführung bei den Salzburger Festspielen 1986. Kupfer ist Mitglied der Akademie der Künste in Berlin, der Freien Akademie der Künste Hamburg und Professor an der Berliner Musikhochschule.

    Termine:
    Mo, 07.10.: 14–18 Uhr
    Di, 08.10. bis Fr, 11.10.: 11–14 Uhr & 15–18 Uhr

    MEISTERKURS FÜR LIEDGESANG
    mit Elly Ameling


    23.–25.10.2019
    jeweils 10.30–13.00 Uhr und 19.00–22.00 Uhr
    im Kammermusiksaal

    Die niederländische Sopranistin Elly Ameling wurde 1933 in Rotterdam geboren und wurde mit ihrer natürlichen Stimme und besonderen Interpretation von Kunstliedern weltberühmt. 1956 gewann sie den 1. Preis beim internationalen Gesangswettbewerb in ’s-Hertogenbosch und 1958 den 1. Preis beim Concours International de Musique in Genf, beide Male mit besonderer Auszeichnung. Ihr großes Repertoire umfasst Musik vom Mittelalter bis ins 20. Jahrhundert.
    Elly Ameling entwickelte sich zu einer der bedeutendsten Lied- und Oratoriensängerinnen der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts, basierend auf einer ständigen weltweiten Konzerttätigkeit, sehr stark in den USA, wo sie das Kunstlied populär machte und wegen ihrer zahlreichen Schallplattenaufnahmen (Philips, Decca, EMI, Deutsche Harmonia Mundi/Sony BMG und andere).
    Ihre aktive Gesangskarriere dauerte etwa von 1953 bis zu ihrem Abschiedskonzert am 29. Januar 1996 im Concertgebouw in Amsterdam.

    Heute sind ihre Meisterklassen gefragt, wo sie Sänger und Pianisten unterrichtet. Ihr Credo ist, dass Musiker der Musik dienen sollten und nicht umgekehrt. Viele ihrer Platteneinspielungen haben hohe Maßstäbe gesetzt und werden wieder neu herausgebracht. Hervorgehoben sei hier eine umfangreiche, zum 75. Geburtstag erschienene Erstveröffentlichung von Radio-Live-Aufnahmen von 1957 bis 1991 (5 CDs), unter anderem mit den Vier letzten Liedern von Richard Strauss unter Wolfgang Sawallisch und dem Concertgebouw-Orchester Amsterdam von 1983 und dem Mirroir de Peine von Hendrik Andriessen mit Albert de Klerk an der Orgel, Mussorgskis Kinderstube, Alban Bergs Wein, Dallapiccola Sex Carmina Alcaei, Lieder von Mahler, Richard Strauss, Ravel, Fauré, Debussy und Arien von Mozart.

    Elly Ameling gilt als Spezialistin für das deutsche (Schubert, Schumann, Brahms, Wolf) und französische Lied. Sie war eine besonders gefragte Interpretin für die großen Oratorien, Kantaten und Messen von Bach, Beethoven, Cimarosa, Händel, Haydn, Mendelssohn, Monteverdi, Mozart, Telemann, Vivaldi und von großen Orchesterwerken von Berlioz, Grieg, Britten, Menotti und Frank Martin, in dessen Mystère de la Nativité sie in der Uraufführung die Maria sang. Sie widmete sich auch den niederländischen Komponisten Hendrik Andriessen, Bertus van Lier, Robert Heppener und Constantijn Huygens.

    Der Rolle der Ilia in Mozarts Idomeneo war ihr Operndebüt, 1974 in Amsterdam und bei den Mozartfestspielen in Washington, D.C. Opernpartien sang sie selten, dann meist konzertant, z. B. von Mozart, Haydn (Orlando paladino) und die weniger bekannten Opern von Schubert. Sie sang in Salzburg unter Rafael Kubelík vielbeachtet die Sopranpartie aus Mahlers 4. Sinfonie, debütierte 1968 am New Yorker Lincoln Center. Mit Gérard Souzay und Dalton Baldwin am Klavier unternahm sie die erste Gesamtaufnahme der Lieder von Fauré. Weitere Gesamtaufnahmen machte sie mit Liedern von Poulenc, Debussy, Haydn und Mozart. Souverän waren ihre Ausflüge in die leichte Unterhaltungsmusik: gemeinsam mit dem Jazzpianisten Louis van Dijk interpretierte sie George Gershwin, Cole Porter und Duke Ellington.
    Sie arbeitete mit den namhaftesten internationalen Orchestern und Dirigenten zusammen, wie zum Beispiel Ernest Ansermet, Benjamin Britten, Edo de Waart, Carlo Maria Giulini, Bernard Haitink, Eugen Jochum, Josef Krips, Rafael Kubelík, Seiji Ozawa, Neville Marriner, Kurt Masur, Karl Münchinger, André Previn, Kurt Sanderling und Wolfgang Sawallisch.
    Ihre wichtigsten Partner am Klavier waren Felix de Nobel, Herman Uhlhorn, Jörg Demus, Irwin Gage, Graham Johnson und über viele Jahre Dalton Baldwin und Rudolf Jansen. Sie gastierte auf den renommierten Musikfestivals rund um den Globus.
    Elly Ameling ist seit vielen Jahrzehnten auch als Gesangspädagogin tätig, dies u. a. jährlich beim Franz-Schubert-Institut Baden bei Wien.

    Von der niederländischen Königin Juliana wurde Elly Ameling 1971 zum Ritter des Orden von Oranien-Nassau ernannt und zum 75. Geburtstag von Königin Beatrix mit dem Orden vom Niederländischen Löwen ausgezeichnet. Ihre Plattenaufnahmen wurden mehrfach ausgezeichnet, unter anderem vier Mal mit dem „Edison“ und ein fünftes Mal für das Gesamtwerk, drei Mal mit dem „Grand Prix du Disque“ und mit dem „Preis der Deutschen Schallplattenkritik.“ Für ihre Verdienste um die Musik bekam Elly Ameling vier Ehrendoktortitel in den USA und Kanada (University of British Columbia, Vancouver, Kanada, 1981; Westminster Choir College, Princeton, New Jersey, USA, 1985; Cleveland Institute of Music, USA, 1987; Shenandoa University, Washington DC, USA, 1988). Hugo-Wolf-Medaille, Internationale Hugo-Wolf-Akademie, Stuttgart, 2015. In den Niederlanden werden der Elly-Ameling-Preis und der Elly-Ameling-Ring als Auszeichnung an Sänger vergeben.

    MEISTERKURS GESANG
    mit der Sopranistin Camilla Nylund

    Fr, 08.11.2019, 13-18Uhr, Orchesterprobenraum
     
    Die in Finnland geborene Camilla Nylund studierte zunächst bei Eva Illes, später in der Opern- und Liedklasse im Mozarteum in Salzburg. Für ihre ausgezeichneten Leistungen wurde ihr im Dezember 1995 von der Internationalen Stiftung Mozarteum die Lilli Lehmann-Medaille verliehen. Nach einem Festengagement in Hannover gehörte sie in den Spielzeiten 1999 bis 2002 zum Ensemble der Semperoper Dresden. Seitdem verfolgt Camilla Nylund eine erfolgreiche internationale Karriere und ist regelmäßig  an den renommiertesten Opernhäusern in Hamburg, Berlin, Valencia, Zürich, München, Paris, Mailand, Wien, bei den Salzburger Festspielen und den Bayreuther Festspielen zu Gast. Zu ihrem breitgefächerten Repertoire  gehören die Leonore  „Fidelio“), Chrysothemis („Elektra“), Sieglinde („Walküre“) und Kaiserin („Die Frau ohne Schatten“). Sie arbeitet gleichermaßen im Opern- und Konzertfach mit den wichtigsten Dirigenten unsere Zeit wie Daniel Barenboim, Zubin Metha, Sir Simon Rattle, Riccardo Muti und Christian Thielemann. Im Rahmen ihres spektakulären Erfolges als Kaiserin in der Neuproduktion „Die Frau ohne Schatten“ an der Wiener Staatsoper im Mai/Juni 2019 wurde Camilla Nylund der Titel der Wiener Kammersängerin verliehen.
     
    Weitere Meisterkurstermine:
    Sa, 09.11.: 10-17.30 Uhr; Sa, 09.11.: Talk im Turm mit Prof. Kornelia Repschläger
    So, 10.11.: 10-19 Uhr

    MEISTERKURS KLAVIER
    mit Prof. Riccardo Zadra

    im Rahmen der ERASMUS-Partnerschaft

    Sa, 15. & So, 16.11.2019, 10-19 Uhr, Kammermusiksaal

    „Der Klavierklang in der französischen Klaviermusik zwischen 1800 und 1900“.

    Die französische Klaviermusik gilt traditionell als geneigt, die Qualität von Klangfarbe und Klang als Ausdrucksmittel zu nutzen. Die Meisterklasse widmet sich diesem Aspekt des Repertoires als Ausgangspunkt, um zu lernen, die körperlichen und psychologischen Aspekte der Klavierinterpretation zu verstehen und zu bewältigen. Die harmonische Wahrnehmung, die expressive Fließeigenschaften und der Sinn für Charakter und Atmosphäre der Stücke werden daher in Bezug auf die Haltungs-, Gesangs- und Energieeinstellungen der Teilnehmer*innen untersucht. Bevorzugt werden Stücke aus der französischen Tradition oder aus der französischen Kultur, ab Chopin.
     
    Riccardo Zadra ist als Solist bei Festivals und in wichtigen Konzerthäusern auf der ganzen Welt aufgetreten, wie zum Beispiel in der Musikhalle Hamburg, beim Chopin-Festival in Polen, bei RTSI in Lugano, im Sydney Opera House, beim Torino Settembre Musica, beim internationalen Klavierfestival von Brescia und Bergamo, bei den Serate musicali in Mailand. Sein Repertoire erstreckt sich von Bach bis Ligeti und kürzlich hat er das gesamte Klavierwerk von Claude Debussy gespielt, wobei zwei erst vor kurzem entdeckte Stücke, „Les soirs illuminées par l’ardeur du charbon“ und „Intermède“, zum ersten Mal in Italien aufgeführt wurden. Er hat eine lange Erfahrung in verschiedenen Kammerensembles, vom Liederbereich bis zur Kammermusik mit Streichinstrumenten, vom Duo zum Quintett. Über seine CDs (eine davon mit den Klavierwerken von Bizet für die Firma VD-Gallo) sind in amerikanischen und europäischen Zeitungen begeisterte Rezensionen geschrieben worden. Er ist Preisträger des zweiten Preises bei der „Sydney International Piano Competition“ sowie weiterer nationaler und internationaler Preise und ist Professor für Klavier am Konservatorium Vicenza. Im Jahre 1998 hat er in Padua eine Klavierakademie („Accademia pianistica internazionale di Padova“) gegründet (Ehrenpräsident Aldo Ciccolini), wo er seit vielen Jahren zusammen mit seiner Frau Federica Righini die physiologischen, psychologischen und kreativen Aspekte der musikalischen Interpretation erforscht.

    Information und Anmeldung für Studierende der HMDK Stuttgart: stefania.neonato(at)hmdk-stuttgart(dot)de

    MEISTERKURS LIED

    Schubertklasse der HMDK Stuttgart
    Thomas Seyboldt, Leitung

    Fr, 10.01.2019, 15–19 Uhr
    Sa, 11.01.2019, 10:30–13:30 Uhr & 15–18 Uhr
    So, 12.01.2019, 11–14 Uhr, Kammermusiksaal
    Do, 16.01.2019, 19 Uhr, Liederabend: O frischer Duft, o neuer Klang

    Im Lied verschmelzen Poesie, Melodie und instrumentaler Kommentar des Klaviers. Es stellt Sänger und Pianisten – und auch deren Zuhörer – vor besondere Herausforderungen. Partnerschaftliches Musizieren, kammermusikalisches Hören und gemeinsamer Atem sind gefragt, aber auch Worte spielen oder Farben singen, was sich zu einem faszinierenden Abenteuer entwickeln kann.

    Auf Entdeckungsreise geht es zusammen mit Thomas Seyboldt, der als Liedpianist im Rahmen des Festivals „schubertiade.de - Forum für Liedkunst“ das gesamte Liedwerk Schuberts aufgeführt hat. Studierende der HMDK Stuttgart aus den Gesangs- und Klavierklassen können Schubertlieder erarbeiten und ihr Verständnis für Stil, Form und Interpretation des Liedes vertiefen. Der überwältigend reiche Kosmos der über 600 Lieder von Franz Schubert bietet vielfältigste Möglichkeiten zum lebendigen Erzählen und beseelten Gestalten, wobei jedes Lied seinen eigenen Zauber entfaltet. Im Zentrum stehen in diesem Semester Schuberts Goethe-Vertonungen. Sie sind Höhepunkte in Schuberts Liedschaffen und gelten darüber hinaus als herausragende Meisterwerke der Verbindung von Poesie und Musik in der gesamten Liedliteratur.

    Thomas Seyboldt, Liedpianist, Solorepetitor, Musikwissenschaftler, Autor und Herausgeber, lehrt seit 1990 an Musikhochschulen, zunächst in Karlsruhe und ab 2010 an der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst Stuttgart sowie Liedgestaltung in Lübeck seit 2008. Er gibt Interpretationskurse in Europa und Asien. Als Liedpianist hat Seyboldt das gesamte Liedwerk Schuberts aufgeführt. Er ist künstlerischer Leiter des Festivals „schubertiade.de – Forum für Liedkunst“. Thomas Seyboldt war u.a. Partner von Thomas Quasthoff, Cornelius Hauptmann, Markus Schäfer, Lothar Odinius, Tilman Lichdi, Hanno Müller-Brachmann und Michael Nagy, von Bernhard Jaeger-Böhm und Bernhard Gärtner, von Ulrike Sonntag, Heidrun Kordes, Birgid Steinberger und Christiane Hampe sowie dem Geiger Ulf Hoelscher und der Bratschistin Isabel Charisius. Mit dem Bariton Hans Christoph Begemann verbindet Seyboldt eine mehr als 25-jährige Zusammenarbeit als Liedduo. 2016 erhielt die CD „Wolfgang Rihm: Goethe-Lieder“ den „Preis der deutschen Schallplattenkritik“. Im Herbst 2017 erscheint eine Schubert-Box mit 4 CDs: Goethe-Lieder, Schiller-Balladen, Hölty-Lieder, Winterreise. Zahlreiche weitere Aufnahmen, teils mit internationaler Auszeichnung, dokumentieren seine Arbeit.

    MEISTERKURS GESANG
    mit Margreet Honig

    Für Studierende der Gesangsklassen der Staatlichen Hochschule für Musik und Darstellende Kunst Stuttgart. Gäste von anderen Hochschulen sind als Zuhörer willkommen.

    Nächster Termin:
    26.–28.11.2019
    jeweils 10.30–12.45 Uhr und 15.00–17.15 Uhr
    im Kammermusiksaal.

    Die niederländische Sopranistin Margreet Honig studierte am Konservatorium Amsterdam. Danach folgten weitere Studien bei Evelyn Lear und Pierre Bernac in Paris, wo sie sich vor allem dem französischen Repertoire widmete. Sie gab zahlreiche Rezitals mit dem Pianisten Rudolf Jansen, trat mit verschiedenen Ensemble und Orchestern auf und war oft im niederländischen Radio zu hören. Seit längerem konzentriert sie sich völlig auf die Gesangspädagogik. Nach vielen Jahren am Konservatorium Rotterdam war sie zuletzt Dozentin für Sologesang am Konservatorium Amsterdam und war als Gastdozentin auch am Conservatoire national Supérieur de Musique Lyon tätig. Nach wie vor gibt sie mit großer Regelmäßigkeit Interpretationskurse und unterrichtet Meisterklasse in Europa und Nordamerika, unter anderem an den Musikhochschulen Zürich und Luzern, am Centre de Musique de Versailles, an der Académie d’été de Nice, am Conservatoire National Supérieur de Paris, an der Royal Academy London und am Curtis Institute in Philadelphia (USA). Durch Magreet Honig haben viele junge Sängerinnen und Sänger aus der ganzen Welt den Weg zu den großen Podien gefunden, und zwar in den Gattungen Oper, Oratorium und Lied. Sie ist ebenfalls bekannt geworden als Gesangsberaterin bedeutender Sänger der Gegenwart.


    The Margreet Honig Summer Academy will take place from August 25th – 31st 2019 in Schloss Weinberg, Austria.
    (Sunday 25/8 and Saturday 31/8 are travelling days)

    https://www.facebook.com/events/230411177870803/