Veranstaltungen

    BEYOND
    Studierende der Staatlichen Hochschule für Musik und Darstellende Kunst Stuttgart komponieren für St. Eberhard

    Was geht in den Köpfen junger KomponistInnen in Sachen Glauben und Kirche um? Welche zeitgemäße künstlerische Sprache finden sie für den besonderen Ort von Verkündigung und Gebet? Wie können experimentelle Kompositionen in den Kontext heutiger Liturgie Eingang finden?

    Mit dem neu initiierten Programm BEYOND sollen Brücken gebaut und Ideen von Studierenden realisiert werden:

    Auf Initiative der Dommusik St. Eberhard und der Staatlichen Hochschule für Musik und Darstellende Kunst Stuttgart und ermöglicht durch die Unterstützung des Ministeriums für Wissenschaft, Forschung und Kunst Baden-Württemberg, der Martin-Schmälzle-Stiftung sowie der Domgemeinde St. Eberhard Stuttgart, können in den kommenden Jahren jährlich mehrere Kompositionsstipedien an Studierende der HMDK vergeben werden. Die StipendiatInnen sollen damit die Möglichkeit erhalten, neue Kompositionen für die Liturgie in der Domkirche St. Eberhard zu schreiben und vor Ort aufzuführen.
    Das stilistische Spektrum wird dabei bewusst offen gehalten und umfasst alle zeitgenössischen Kompositionstechniken und -ästhetiken. Auch der Einsatz von Video, Elektronik und anderen experimentellen Medien und Formaten ist möglich. Vielfältige Besetzungen, realisierbare und wiederholbare Aufführungen und Performances sowie inhaltliche Auseinandersetzung mit den Themen der Liturgie und deren Weltbezug stehen auf der Wunschliste einer Vergabekommission aus VertreterInnen von Hochschule und Dommusik.

    Aufgeführt werden die neuen Werke in mehreren Gottesdiensten der Domkirche unter Beteiligung der dortigen Chöre und Ensembles sowie von zusätzlichen MusikerInnen nach Bedarf.


    Höhe der Stipendien (je nach Umfang der Komposition): zwischen 1.000 und 5.000 €

    Vergabekommission: Prof. Bernd Asmus, Dekan Prof. Jürgen Essl, Prof. Martin Schüttler, Prof. Marco Stroppa, Prof. Rainer Tempel, Domkapellmeister Christian Weiherer
    Projektleitung: Jürgen Essl, Antonia Marten, Christian Weiherer
    Grafik: Katrin Klappert


    TERMINE

    17.12.2017 | 10 Uhr
    Leon Tscholl: Gaudete in Domino semper für zwei Orgeln, Pauken & Tamtam
    „Gaudete“, so wird der 3. Adventssonntag bezeichnet. Abgeleitet aus dem Brief des Paulus an die Philliper, wo es heißt: „Gaudete in Domino semper“, also „Freut euch im Herrn allezeit“. Mit einer zweisätzigen Komposition greift Leon Tscholl diesen Text auf und versucht insbesondere im ersten Teil („Gaudete“), mit verschiedenen Instrumenten und Motiven Arten der Freude darzustellen. Jeder empfindet ,Freude‘ anders, nimmt sie anders war. Und so ,freuen‘ sich die einzelnen Instrumentalist*innen unterschiedlich und erst einmal unabhängig, jeder für sich. Im Verlauf der Komposition entstehen Dialoge, ein Austausch über die Freude, und schließlich eine gemeinsame Ebene, ein Grund zur Freude …
    Leon Tscholl (*1996) studiert Kirchenmusik in der Orgelklasse von Prof. Helmut Deutsch, Improvisationsunterricht erhält er bei Wenzelsorganist David Franke.
    Neben zahlreichen internationalen Konzertreisen war er als Organist u.a. in der Stiftskirche Saarbrücken und im Rigaer Dom zu hören. Leon Tscholl erhielt Kompositionspreise 2012 im Rahmen der Europäischen Kulturtage Karlsruhe, sowie 2014 bei einem deutsch-dänischen Wettbewerb in Dybbøl. Der SWR nahm 2015 und 2017 einige seiner Chorsätze auf. Im Oktober dieses Jahres kam sein „Reformatorisches Requiem“ u.a. in Kopenhagen und Berlin zur Uraufführung.

    Studierende der HMDK
    Johannes Mayr und Christian Weiherer Orgel