Positives in Zeiten der Pandemie

    Ungewöhnliche Situationen können in den Künsten neue Sichtweisen ermöglichen! Durch große Herausforderungen können Ideen entstehen und sich Horizonte erweitern! In der Einschränkung der Corona-Krise entstehen Texte, Kompositionen oder neue wissenschaftliche Impulse, die wir Ihnen nach und nach in unserer Corona-„Fundecke“ vorstellen möchten. Sie ist ein „work in progress“ und gibt den Studierenden und Lehrenden der HMDK Stuttgart die Möglichkeit, neue Erkenntnisse, andere Zugänge und den anderen Blick auf Altvertrautes mit Ihnen zu teilen.

    Gerne verweisen wir an der Stelle auf unser neues SPEKTRUM-Magazin mit dem Themenschwerpunkt „Realitäten“ (online siehe: https://www.hmdk-stuttgart.de/presse/publikationen/spektrum/). Die Ausgabe führt vor Augen, wie unsere Autorinnen und Autoren zu einer Vielfalt von unterschiedlichen kreativen Ansätzen inspiriert wurden, mit der Krise umzugehen und sie künstlerisch produktiv für sich und andere zu nutzen.

    Viel Freude beim Lesen und Erleben, und bleiben Sie gesund!

    Online-Symposium Instrumentalpädagogik


    hAPPy E-Learning? Perspektiven auf Digitalität im Instrumental- und Gesangsunterricht


    Das Symposium der HMDK, das traditionell den Auftakt zum Stuttgarter Musikfest für Kin-der und Jugendliche bildet, fand aufgrund der Pandemie am 14.11. erstmalig online statt. Mit gut 130 Teilnehmenden – darunter Studierende, Gesangs- und Instrumentallehrer*innen sowie Fachkolleg*nnen aus ganz Deutschland – fiel die Resonanz sehr erfreulich aus.
    Ein wichtiges Ziel der Veranstaltung war die Verknüpfung von Perspektiven musikpädagogi-scher Forschung mit konkreten Impulsen aus den Fachdidaktiken und aus der Unterrichts-praxis. Die Beiträge, u.a. zum Umgang mit digitalen und analogen ‚Dingen‘ im Unterricht, zum Musiklernen mit Online-Tutorials sowie zu den unterschiedlichen Erfahrungen beim Fernunterricht, zum Umgang mit Apps und zur Bedeutung etablierter musikpädagogischer Konzepte in Zeiten der Digitalisierung boten ebenso wie die Diskussionsrunden vielfältige Anlässe, die Erfahrungen im Umgang mit digitalen Medien im Instrumental- und Gesangs-unterricht revue passieren zu lassen und gemeinsam über ihre Bedeutung für die Zukunft nachzudenken.

    Idee und Konzeption: Prof. Dr. Michael Göllner, Prof. Ulrike Wohlwender, Prof. Klaus Dreher
    Flyer

    Schlagzeug-Wettbewerbe digital


    Seit Beginn der Corona-Pandemie ist auch die Durchführung internationaler Musikwettbewerbe weitgehend eingestellt worden.
    Trotzdem haben unter diesen unerfreulichen Umständen die Verantwortlichen zweier renommierter Schlagzeug-Wettbewerbe, des International Brass & Percussion Competition 2020 Jeju, Südkorea, sowie des TROMP-Wettbewerb 2020 in Eindhoven, Niederlande, entschieden, ihre Veranstaltungen „Online“ durchzuführen – ohne leibhaftige Präsenz der Teilnehmer.
    Die Qualifikationsrunden fanden per Video im Sommer jeweils nichtöffentlich statt; die Onlinerunden wurden im Herbst mit Video-Einsendungen und (beim Tromp-Wettbewerb) mit Live-Stream-Runden abgehalten.
    Dementsprechend mussten auch die eingeladenen Teilnehmer*innen aus Stuttgart jedes einzusendende Stück aufnehmen und schicken. Die umfangreiche aufwändige technische Realisierung von ca. 20 einzelnen Stücken fand über das Tonstudio der HMDK und unter Mithilfe und Unterstützung vieler Kommiliton*innen statt. Ein riesengroßer Dank für die hervorragende Qualität der vielen einzelnen Aufnahmen gebührt unserem Kollegen Igor Stepanov.

    Dabei schnitten die Stuttgarter Bewerber*innen wie folgt ab:
    Jiyeon Kim, Studentin im Studiengang Konzertexamen Klassisches Schlagzeug an der HMDK Stuttgart (Klasse Prof. Marta Klimasara) hat beim Wettbewerb International Brass & Percussion Competition 2020 Jeju, Südkorea den 2. Preis gewonnen. Ein erster Preis wurde nicht vergeben.

    Nozomi Hiwatashi, Studentin im Studiengang Konzertexamen Klassisches Schlagzeug an der HMDK Stuttgart (Klasse Prof. Marta Klimasara und Prof. Klaus Dreher) hat beim TROMP-Wettbewerb 2020 in Eindhoven, Niederlande, den 2. Preis gewonnen. Außerdem erhielt sie den Sonderpreis Willem-Vos-Award für die beste Interpretation eines niederländischen Stückes. Den 1. und den 3. Preis des Wettbewerbs, für den etwa achtzig SchlagzeugerInnen aus 19 Ländern angemeldet waren, erhielten Kandidaten aus Portugal und Taiwan. In das Teilnehmerfeld der ersten Runde mit 27 Kandidaten waren aus der Stuttgarter Schlagzeugklasse auch Diego Casado, Tamara Kurkiewicz und Jiyeon Kim eingeladen.

    Prof. Marta Klimasara, Prof. Klaus Dreher (Schlagzeugklasse)

    Ideenwettbewerb „Ideen im Turm“

     
    Zurzeit findet an der HMDK Stuttgart der Ideenwettbewerb „Ideen im Turm“ ein Wettbewerb des Career Service der HMDK für Projektideen und Gründungsvorhaben statt. Der Career Service der HMDK fördert mit Unterstützung der Gesellschaft der Freunde der HMDK innovative Ideen an der Schnittstelle von Kultur- und Kreativwirtschaft hin zu anderen Branchen und Themenfeldern.

    Es sind weit mehr Beiträge (Einzel- und Teambewerbungen) eingegangen als erwartet und die Jury war von der Vielfältigkeit und Kreativität aller Beiträge überwältigt! Insgesamt 7 Projekte (Einzel- und Teambewerbungen) wurden nun für die 2. Runde eingeladen. Die Studierenden können dann noch einmal die Jury von ihren Ideen vor Ort überzeugen.

    Wir sind schon gespannt!
     
    Simone Enge Leitung Career Service

    BACH verbindet!


    Open Opera Ukraine präsentiert zusammen mit der Nationalen Peter Tschaikowski-Musikakademie der Ukraine (NMAU Peter Tschaikowskis) sowie mit der HMDK Stuttgart ein gemeinsames deutsch-ukrainisches Kunst- und Bildungsprojekt „BACH verbindet!“. 

    Die jungen ukrainischen Musiker sowie ihre ukrainischen und deutschen Kuratoren haben sich mit dem Ziel zusammenzuschließen, an einem Programm aus Werken von Johann Sebastian Bach, und zwar an Konzerten für vier, drei und zwei Cembalos mit Orchester, zu arbeiten.
    Zu den Kuratoren des Programms gehören Jörg Halubek – ein deutscher Dirigent, Organist und Cembalist, auch Professor an der HMDK Stuttgart, Prof. Christine Busch, Barockvioline und Anderson Fiorelli, Barockcello, beide HMDK Stuttgart, Ihor Andrievski – Geiger, Dirigent, Volkskünstler der Ukraine, Leiter des Studentenkammerorchesters, Professor am Lehrstuhl für Violine der NMAU Peter Tschaikowskis, Olga Shadrina-Lychak – Cembalistin, Preisträgerin und Gewinnerin internationaler Wettbewerbe, Stipendiatin französischer Regierung, Dozentin und Leiterin des Lehrstuhls für Alte Musik der NMAU Peter Tschaikowskis.

    Open Opera Ukraine schlug eine innovative experimentelle Form für Gestaltung von Proben und Ausbildung – Dual Coaching – vor, d.h. eine Kombination aus gewöhnlichen Offline Proben des studentischen Kammerorchesters der Musikakademie sowie aus Online-Konsultationen seitens von vier Fachexperten für Barockkunstinterpretation, Professoren der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst Stuttgart mit Jörg Halubek an der Spitze. Zu Vermittlern dieses Vorganges sind Instrumentalisten der Open Opera Ukraine zu werden, die im Bereich der Arbeit am Barockrepertoire erfahren sind.

    Die Ergebnisse eigener Arbeit haben die Projektteilnehmer am 7. November in der Großen Halle der NMAU Peter Tschaikowskis während eines Online zu übertragenden Konzertes zu zeigen.  

    Dank der Finanzunterstützung durch die Ukrainische Kulturstiftung ist der Zugang zum Online-Konzert unter einer Voranmeldung frei.    › http://tiny.cc/sqqrsz

    Für Musiker in der ganzen Welt stellen die Werke von Johann Sebastian Bach eine universelle Übungsbasis, Stufen zum Professionalismus und gleichzeitig ein Maß an Meisterschaft dar. Für die Deutschen ist die Musik von Bach dazu noch einer musikalischen Muttersprache ähnlich. Heutzutage aber können unter Bedingungen begrenzter Direktkommunikation, Steigerung des Misstrauens in den Beziehungen zwischen Menschen und Gemeinschaften gerade die Musik, gemeinsame Anstrengungen sowie Erfahrungsaustausch beim deren Erkennen zur wirksamen Verbindungsgrundlage eindeutig werden. Für die jungen ukrainischen Musiker bedeutet die Beteiligung an diesem Projekt auch eine gute Gelegenheit für ständige und qualitätsmäßige Ausbildung im Beruf, für berufliche Vorwärtsbewegung, für Beherrschung der Besonderheiten des Musikstils des Barocks sowie der Musik von J.S.Bach in der Vorführung der musikalischen Muttersprachler.

    Das Projekt wird durch das Partnerschaftsprogramm „Kultur für Veränderungen“ der Ukrainischen Kulturstiftung sowie durch das Programm „MEET UP! Deutsch-ukrainische Jugendbegegnungen“ der Stiftung „Erinnerung, Verantwortung und Zukunft“ (EVZ) unterstützt und befördert.

    Interview mit Jörg Halubek    › Facebook Event    › www.openopera.com.ua    › www.facebook.com/OpenOperaUkraine  
    › „Kultur für Veränderungen“ – Ukrainische Kulturstiftung

    Ins Leben gelaufen – Peter Heilbut zum 100. Geburtstag


    Ein mehrteiliges Video-Portrait des Ludwig van Beethoven Instituts der mdw Wien

    Am 13. April 2020 wäre Peter Heilbut 100 Jahre geworden. Sein Name ist im Bereich der Klavierdidaktik omnipräsent, war er doch ausschlaggebend für den wichtigsten Richtungswechsel in der deutschsprachigen Klavierpädagogik seit dem Zweiten Weltkrieg. Seine Publikationen im Bereich des frühinstrumentalen Klavierunterrichts, seine pädagogischen Impulse zum Komponieren mit Kindern sowie zur Thematik des Gruppenunterrichts, aber auch Unterrichtskonzepte zur Integration von Improvisation im Klavierunterricht sind nur einige Aspekte, deren Etablierung im deutschsprachigen Klavierdidaktik-Diskurs er maßgeblich geprägt hat.
    Der 75. Jahrestag der Befreiung des KZ Sachsenhausen gibt auch Anlass, seiner zu gedenken: Peter Heilbut wurde in dieses Lager verschleppt und am 21. April 1945 zusammen mit 33.000 anderen Häftlingen auf einen Todesmarsch geschickt, der für ihn allerdings den Weg in die Freiheit bedeuten sollte. In seinem Erinnerungsbericht „Meilensteine – Gestapohaft in Dresden, KZ Sachsenhausen, Todesmarsch (1943 – 1945)“ gibt er einen sehr persönlichen Einblick in dieses dunkle Kapitel seines Lebens.
    Der kreativen Kraft, die Heilbut aus diesem wahrhaftigen „Ins Leben Laufen“ für sein klavierdidaktisches Lebenswerk geschöpft hat, ist diese filmische Portrait-Serie gewidmet.

    Konzept:
    Prof. Elisabeth Aigner-Monarth – Universität für Musik und darstellende Kunst Wien
    Prof. Ulrike Wohlwender – Hochschule für Musik und Darstellende Kunst Stuttgart
    Mitarbeit: Daniela Fheodoroff, Gisela Jöbstl, Barbara Sattler

    auf Facebook

    auf YouTube: Komponieren mit Kindern: spontan - methodisch - intuitiv
    auf YouTube: Schimmels Partnerklavier – ein klavierpädagogisches Kuriosum?

    auf Youtube: „Meilensteine“ – ein Über-Lebenszeugnis

    Gesten


    Zehn Seiten für Klavier von Jan Kopp

    Die Sammlung „Gesten. Zehn Seiten für Klavier“ entstanden von März bis Mai 2020 – also in einer Zeit, in der öffentliche Veranstaltungen und damit auch Konzerte aus Gründen des Seuchenschutzes plötzlich nicht mehr möglich waren. Möglich war es jedoch weiterhin, selbst Musik zu machen. Warum also nicht die Zeit des ausgefallenen Konzert- oder Opernbesuchs spielend am Klavier verbringen, ein neues Stück üben und es sich und seinen Nächsten vortragen?
    Die „Zehn Seiten“ laden dazu ein, das Klavier auf zehn Partiturseiten von zehn verschiedenen Seiten aus zu entdecken. Die Stücke sind kurz, von unterschiedlicher Schwierigkeit und jeweils aus einer pianistischen Geste heraus entwickelt. Sie folgen dabei keiner Systematik, sondern der Neugier, welcher Blick auf das Instrument sich nach dem nächsten Seitenwechsel bietet.

    zwei Klavierstücke aus „Gesten“ von Jan Kopp

    www.jan-kopp.de

    Fangen


    Komposition von Jan Kopp – für zwei Klaviere online

    Diese kurze Komposition entsatnd im Mai 2020 auf Anregung der namhaften Bonner Pianistin Susanne Kessel (Susanne Kessel | 250 piano pieces for Beethoven) und wird von deren Klavierschüler*innen seither rege gespielt.

    Susanne Kessel | 250 piano pieces for Beethoven

    Lightning Talks


    Beethoven 2020: Höranalyse-Präsentationen internationaler Studierender von Dr. Cordula Pätzold

    Um ein Musikstück primär über das Hören einem Konzertpublikum oder einer Schulklasse verständlich zu machen – also ohne Blick auf den Notentext, bedarf es einer Mischung von Hörbeispielen, Erklärungen, vereinfachten Hörbeispielen und ggf. Transkriptions- und Nachsing-Aufgaben. Im Corona-Semester haben sich Studierende verschiedener Länder und Kulturkreise dieser Herausforderung in interaktiven Präsentationen gestellt. Beethoven, Xenakis, Bach ... – einige Einblicke aus dem Online-Unterricht von Dr. Cordula Pätzold. Das Video ist entstanden im Rahmen der Digital Summer School 2020 des Hochschulforums Digitalisierung des Stifterverbands.

    auf YouTube: Beethoven 2020: Höranalyse-Präsentationen internationaler Studierender